Konzerne unter der Lupe
The North Face

The North Face

San Francisco, USA

Kurzporträt des Unternehmens The North Face

The North Face wurde 1966 in San Francisco von Douglas Tompkins gegründet. Der Name spielt mit der Assoziation, dass die Nordseite eines Berges die härteste, am schwierigsten zu bewältigende ist. Das Firmenlogo ist der markanten Felssilhouette des Half-Dome im Yosemite-Nationalpark nachempfunden. Tompkins verkaufte die Firma 1968 und begann mit dem Aufbau der Marke Esprit Holdings Limited. Die derzeitige Eigentümerin von The North Face ist das US-amerikanische Bekleidungsunternehmen VF Cooperation. VF ist die Abkürzung für "Vanity Fair" ("Jahrmarkt der Eitelkeiten"). Die Aktiengesellschaft wurde 1899 gegründet und gehört zu den größten Bekleidungsfirmen der Welt. Sie ist Marktführerin bei Jeans, Wäsche, Arbeitsbekleidung und Rucksäcken.

Profil des Unternehmens

Transparenz

Transparenz

The North Face hat den Fragebogen der CCC beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert keine Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. The North Face liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reports. 

Verhaltenskodex

Verhaltenskodex

Das Unternehmen The North Face hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. The North Face erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle Arbeiter*innen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken

- das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

- die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit 

Kodexumsetzung

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen The North Face Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt The North Face nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle Arbeiter*innen in der Zulieferkette zu implementieren. Dem Unternehmen gelingt es nicht, die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen genügend umfassend zu berücksichtigen. 

Monitoring und Verifizierung

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist Mitglied der Business-Monitoringinitiative: WRAP. The North Face reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Labor Association (FLA) – B Mitglied. 

Kommentar der CCC

Kommentar der CCC

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCC und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCC.

Die Marke The North Face ist im Besitzt der VF Corporation. Zu diesem Konzern gehören auch Marken wie Timberland, Eastpak oder Jansport. Der Verhaltenskodex ist für alle Konsument*innen einsehbar, jedoch gibt das Unternehmen keine Auskünfte über die Struktur der Produktionskette. So bleiben auch die Produktionsländer unbekannt. Der Verhaltenskodex weist einige Lücken auf. Kritisch anzumerken ist, dass das Unternehmen nicht die Umsetzung eines existenzsichernden Lohnes beabsichtigt. Der Eigentümer von The North Face, VF Corporation, ist ein sogenanntes „B-Mitglied“ bei der Multistakeholder-Initiative Fair Labor Association (FLA). Damit verpflichtet sich das Unternehmen nur einen Teil ihrer Zulieferkette nach den Vorgaben der FLA überprüfen zu lassen.

Ein effektiveres und transparenteres Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre der Beitritt von The North Face zu einer glaubwürdigen Multistakeholder-Initiative, die die gesamte Zulieferkette berücksichtigt und die Zahlung eines existenzsichernden Lohns vorsieht. 

Stand: November 2012

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