Posterserie "Nach St(r)ich und Faden"
Das Bild wurde von Alessandro Brasile in einer Spinnerei in Südindien aufgenommen. Mädchen und junge Frauen arbeiten in der Region Tamil Nadu unter dem sogenannten "Sumanagli"-System.

Mythos:

Besser ein Job in der Fabrik als gar keine Arbeit

Falsch!

Die Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer wird oft mit der Schaffung von Arbeitsplätzen gerechtfertigt. Doch die Niedriglöhne bringen weder den Arbeiter*innen noch der lokalen Wirtschaft den erhofften Fortschritt. Im Gegenteil: Armut wird zementiert und die Näher*innen sind gefangen in einem Teufelskreis aus niedrigen Löhnen, Überstunden und Schulden.

Für viele Arbeiter*innen in der Textil- und Bekleidungsindustrie ist es tatsächlich manchmal so, dass sie lieber in einer Fabrik arbeiten als sich andere Alternativen zu suchen. Das macht sie aber auch besonders verletzlich und abhängig vom Arbeitsplatz. Die große Abhängigkeit darf kein Vorwand sein, um Menschen auszubeuten. Arbeiter*innen fertigen unter großem Einsatz die Produkte für die Modeindustrie, erhalten aber nicht annähernd einen fairen Anteil am Erfolg der Konzerne. Natürlich wollen wir, dass die Millionen von Näher*innen weiterhin einen Job haben – der Job allein reicht aber leider nicht aus, um den Menschen eine faire Entwicklungschance und ein Leben jenseits der Armut zu ermöglichen. Arbeiter*innen weltweit sind heute einer großen Willkür ausgesetzt. Ihnen werden Gewerkschaftsrechte verweigert, sie erhalten trotz unzähliger Überstunden nur Hungerlöhne, bekommen vielfach weder Mutterschaftsschutz noch eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Arbeit in den Kleiderfabriken und die Verweigerung eines existenzsichernden Lohnes sind mit Risiken verbunden: schlechter Gesundheitszustand, Mangelernährung, körperliche und seelische Erschöpfung, zerbrochene Familienstrukturen. Gemäß der Menschenrechtsdeklaration (Artikel 23/3) hat jede arbeitende Person „das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“

Die Posterserie können Sie hier für 15 Euro online bestellen.

Ihre Ansprechpartnerin

Kirsten Clodius

Arbeitsrechte, Kampagne für Saubere Kleidung

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