ProNATs
Foto: CIR/Archiv

Arbeitende Kinder fordern Rechte ein

In Bolivien haben arbeitende Kinder und Jugendliche zum Internationalen Tag der arbeitenden Kinder einen Gesetzesentwurf vorgelegt

Im Kern der Gesetzesvorlage geht es um die Anerkennung ihrer Arbeit und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Während die ILO (Internationale Arbeitsorganisation) darauf abzielt Kinderarbeit zu ächten bzw. ganz zu beseitigen, fordert die Union arbeitender Kinder und Jugendlicher in Bolivien (UNATSBO) mehr Rechte und die Abschaffung eines Mindestalters in Bezug auf die Erwerbstätigkeit. Die Arbeitsgesetzgebung Boliviens regelt bisher die Erwerbstätigkeit von Jugendlichen ab 14 Jahren. Durch diese Altergrenze wird die Arbeit jüngerer Kinder offiziell illegalisiert. Den Kindern stehen keine rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung bessere Löhne und Arbeitsbedingungen einzufordern. Gleichzeitig haben sie keinen rechtlichen Schutz vor Diskriminierung, Misshandlung und Ausbeutung.

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Arbeitende Kinder stärken

Die Christliche Initiative Romero in der Kampagne ProNATs

In die Debatte über Kinderarbeit und Kinderrechte ist Bewegung gekommen: 1997 fanden sich verschiedene Organisationen und Personen – unter ihnen die Christliche Initiative Romero, terres des hommes, das Nord-Süd-Netz des DGB und der bekannte Kinderrechtsexperte Prof. Dr. Manfred Liebel – zusammen, um in die öffentliche Diskussion über Kinderarbeit einzugreifen und um ihr neue Impulse und Richtungen zu geben. Sie gründeten ProNATs. Das Kürzel steht für „Pro los Niños y Adolecentes Trabajadores” (Für die arbeitenden Kinder und Jugendlichen). ProNATs sieht sich mit den Bewegungen und Organisationen der arbeitenden Kinder und Jugendlichen in Lateinamerika, Afrika und Asien verbunden. Gemeinsam mit ihnen setzt sich ProNATs gegen jede Form der Ausbeutung, Ausgrenzung und Misshandlung ein, ohne hierbei jedoch Kinderarbeit grundsätzlich ächten zu wollen.

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Alternative zu Verboten: Kinderrechte stärken

Forderungen der Christlichen Initiative Romero und von ProNATs

Der Initiativkreis ProNATs möchte die Erfahrungen, Sichtweisen und Forderungen der arbeitenden Kinder des Südens in den deutschsprachigen Ländern Europas vermitteln und darauf hinwirken, dass Organisationen der arbeitenden Kinder in internationalen Gremien bei allen sie betreffenden Entscheidungen mitwirken können. Außerdem sollen Erfahrungen, Ideen und Vorstellungen der arbeitenden Kinder des Südens mit der Realität der Kinder und Jugendlichen in den deutschsprachigen Ländern in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise können eingefahrene Bilder und Denkschablonen über das Verhältnis von Kindheit und Arbeit hinterfragt und Alternativen entwickelt werden.

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