Ja zum Leben, nein zum Bergbau! - Delegationsreise nach El Salvador und Guatemala
DelegationsteilnehmerInnen aus den USA, Kanada, Frankreich und Deutschland zusammen mit MitarbeiterInnen der Organisation ADES. Foto: CIR.

Teil 1: El Salvador vom 2. bis zum 10. November 2015

Ein Reisebericht von Anna Backmann und Christian Wimberger

Als wir am 3. November Bernardo Bellosos Büro in San Salvador betreten, fallen uns auf einer weißen Tafel Zahlen auf: 99 %, 98 % und 99,25 %. Es sind die Wahlergebnisse von Volksbefragungen gegen Bergbau in El Salvador. Drei Gemeinden haben bereits mit NO gestimmt – und zwar fast geschlossen. So sind auch die Erwartungen an die Volksbefragung in Arcatao von Anfang an hoch. „Natürlich wollen wir dieses Mal die 100 % erreichen“, sagt CRIPDES-Präsident Bernardo Belloso wie selbstverständlich. CRIPDES ist seit langem Partnerorganisation der CIR und setzt sich seit Beginn der 1980er für die Rechte der ländlichen Bevölkerung ein. „Schließlich haben wir eine Menge Arbeit in die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Vorbereitung der Volksbefragung gesteckt“, sagt Bernardo. Die Organisation führt die Volksbefragungen seit September 2014 durch, um potentiellen Bergbauprojekten in der Region vorzeitig einen Riegel vorzuschieben und die Kongressabgeordneten von der Notwendigkeit eines Anti-Bergbaugesetzes zu überzeugen.

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Teil 2: Guatemala vom 11. bis zum 17. November 2015

"Bergbauindustrien, die Augen Guatemalas sind auf euch gerichtet!" - Eine Kampagne der Organisation CALAS.

Nach der Delegation in El Salvador reisen die Dokumentarfilmerin Lisa Backmann und der CIR-Mitarbeiter Christian Wimberger weiter nach Guatemala. Im Gegensatz zu El Salvador gibt es in Guatemala laufende Bergbauprojekte. Diese sind verantwortlich für verseuchte Gewässer und Gewalt. Abgebaut wird vor allem Gold und Silber. Aber auch andere Metalle wie Nickel und Seltene Erden. Laut dem guatemaltekischen Wirtschaftsministerium exportierte Guatemala alleine 2014 Nickel im Wert von 46 Millionen US Dollar in die Europäische Union. Für uns Grund genug, genauer auf die Folgen des Bergbaus zu schauen.

Am 11. November 2015 fahren wir etwa sieben Stunden mit dem Auto von Guatemala Stadt in die nordwestlich gelegene Hochebene. Unser Ziel ist San Marcos, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Hier befindet sich das älteste, noch aktive Bergbauprojekt Guatemalas. Der Fahrbahnrad ist mit Wahlwerbung übersäht. Kaum ein Felsen, kaum ein Stein scheint dafür ausgelassen worden zu sein. Erst im September fanden Präsidentschaftswahlen statt, weil der Ex-Präsident Otto Pérez Molina zusammen mit seiner Vizepräsidentin und einer ganzen Reihe von politischen Gefährt*innen wegen Korruption verhaftet wurde.

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