Umweltzerstörung
Folgen des Goldbergbaus in El Salvador: Mit Zyanid verseuchte Gewässer. Foto: Johanna Fincke

Bodendegradierung, Wasserverschwendung, Vergiftungen

Neben Menschenrechtsverletzungen sind verheerende Umweltauswirkungen oft die Folge beim Abbau von Rohstoffen in den rohstoffreichen Ländern des globalen Südens.
Riesige Landschaften werden für den Tagebau benötigt und hierfür Wälder abgeholzt und Ackerflächen vernichtet. Eine derartige Zerstörung von Ökosystemen führt nicht nur zu Bodendegradierung durch die Vernichtung der Pflanzen und Bäume oder zur Verstärkung des Klimawandels, wenn beispielsweise Regenwälder abgeholzt werden. Die Vernichtung der Natur führt auch zu einem Verlust der biologischen Vielfalt, die aufgrund ihrer stabilisierenden Wirkung auf ökologische Systeme sowie als Vorratskammer von potenziellen medizinischen Wirkstoffen, von Nahrungsmittelpflanzen und von Genen für die landwirtschaftliche Sortenzüchtung enorm wichtig ist. Im Gegensatz zum Tagebau können im Untertagebau sogenannte Absenkungsphänomene auftreten. Dadurch können Deckgebirge durch die untertägigen Hohlräume einstürzen, Berge können sich großflächig absenken und dieses zu Bergschäden führen.

Mehr lesen

Beispiel Kohleabbau in Kolumbien

Die größte Tagebaumine weltweit, in der Steinkohle abgebaut wird, ist die Mine Cerrejón in Kolumbien. Grundwasser wird für die Reinigung der Kohle eingesetzt, das nach dem Reinigungsprozess ungefiltert wieder versickert: das Grundwasser wird folglich durch den Säuberungsprozess stark belastet. Auch andere als Lebensgrundlage dienende Wasserquellen werden verseucht und ungenießbar. Die Organisation Gegenstrom.13 nennt beispielsweise den umliegenden Fluss Rio Ranchería, der als Trinkwasser und auch für die Versorgung von Nutztieren oft als einzige Wasserquelle dient.  Regnet es, werden Schwermetalle, die durch den Abbau in der Mine freigelegt werden, ausgewaschen und gelangen in den Boden und den Fluss und kontaminieren diese zusätzlich. Auch die Luft um die Mine herum ist verschmutzt: Laut Greenpeace ist die Luft erfüllt von Flugasche, Schwefel- und Methanbrandgasen und belasten damit gleichzeitig auch Land und Wasser.

Beispiel Kupferabbau in Sambia

Die Organisation FoilVedanta berichtet, dass in der Mine Nchanga in Chingola, Zambia, das in London gelistete Unternehmen Vedanta-KCM Kupfer ab baut. Die anliegenden Gemeinden der Helen und Shimulala berichten davon, dass die Mine ihren Wasservorrat verseucht und den Fluss Mushishima durch Kupfersulfat vergiftet hat. Der Fluss ist nicht nur Wasserlieferant, sondern versorgt die 400 Personen-starke Gemeinde auch mit Nahrung: Die Bevölkerung ernährt sich von den Fischen, die der Fluss liefert, auch wenn sie über die Belastungen besorgt sind. Im Jahr 2006 entsorgte KCM ungefiltertes Abwasser aus ihrem Umweltschutzdamm in den Mushishima Fluss, der direkt in den Fluss Kafue fließt: Dieser ist die Wasserquelle für 40% der sambischen Bevölkerung. Das Ergebnis war eine der schlimmsten Umweltverschmutzungen, die Sambia je gesehen hatte: Chemikalienkonzentrationen, welche den zulässigen Grenzwert für Kupfer zehnmal, für Mangan 770-mal und 100-mal für Kobalt überschritten, wurden im Fluss Kufe gemessen und verwandelten seine Farbe in ein seltsames blau-grün.

Beispiel Goldabbau in Rumänien

Die Chemikalie Zyanid wird bei der Gewinnung von Gold als sogenanntes Scheidemittel zur Trennung von Gold und Abraum eingesetzt. Sie ist toxisch und hat enorme Umweltauswirkungen. Die europäische Kampagne „Ban Cyanide“ zeigt die Folgen des Zyanideinsatzes in Rumänien: Im Jahr 2000 gelangte Zyanid in Baia Mare in die Umwelt und verseuchte dort die Gewässer. Hierdurch verendeten tausende Tonnen Fische und 2,5 Millionen Menschen hatten keinen Zugang mehr zu Trinkwasser. Oft sind es die Rückstandsbecken, die überlaufen und dann das Trinkwasser und umliegende Gewässer verseuchen, von denen auch Wildtiere trinken.

Beispiel Lithiumabbau in Bolivien

In Bolivien werden hohe Mengen giftige Chemikalien beim Abbau von Lithium benötigt: Laut dem „Center of Democracy“ sollen 30.000 bis 40.000 Tonnen Lithium pro Jahr gewonnen werden. Dies birgt die große Gefahr, dass Chemikalien bei Auswaschung, Lecken oder durch Emissionen in die Luft austreten. Das umliegende Ökosystem und die Gemeinden sind der Kontamination von Wasser, Luft und Boden ausgeliefert. Hersteller von ökologischem Quinoa befürchten beispielsweise, dass Winde in der Region chemische Rückstände zu ihren Feldern tragen. Dies würde dazu führen, dass sie ihre Ernten nicht mehr als ökologisch-angebaute Produkte verkaufen können. Gleichzeitig soll der Wasserverbrauch der Mine 50.000 Liter pro Tag betragen und ist damit immens. Dieses würde die Zukunft von Mensch, Flora und Fauna in der Region, die ohnehin wasserarm ist, bedrohen.

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Backmann

Anna Backmann

Rohstoffe-Kampagne "Stop Mad Mining"
Öffnet einen E-Mail-Link zum VersandbackmannnoSpam@ci-romero.de

Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Rohstoffe-Kampagne "Stop Mad Mining"
Öffnet einen E-Mail-Link zum Versand wimbergernoSpam@ci-romero.de

Ihre Ansprechpartnerin

Verena Bax

Verena Bax

Rohstoffe-Kampagne "Stop Mad Mining"
Öffnet einen E-Mail-Link zum Versand baxnoSpam@ci-romero.de

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.