Großhandel

Wenig Transparenz, noch weniger Arbeitsrechte

EDEKA C+C großmarkt GmbH / EDEKA Food Service

EDEKA C+C großmarkt ist die Dachmarke für die Abholmärkte unter dem auch der EDEKA Food Service für den Bereich Lieferung angesiedelt ist, welcher von den jeweiligen Regionalgesellschaften durchgeführt wird. Unter den Marken Union-SB/SB-Union bzw. MIOS werden weitere Großmärkte betrieben. Außerdem gibt es Kooperationen mit L. Stroetmann Großverbraucher GmbH & Co. KG und Lüning Handels-GmbH & Co. KG.

Hauptsitz: Hamburg
Inhaber: Dr. Dirk Eßmann (Geschäftsführer & Geschäftsbereichsleiter C+C/Food Service)
Anzahl der Mitarbeiter*innen: nicht bekannt
Standorte in Deutschland: knapp 100 Standorte Cash & Carry, 21 Zustelllager
Unternehmensumsatz: 2,1 Mrd. (netto) (2017) für C+C/Großverbrauchergeschäft; MIOS: 723 Mio. Euro (2016)
Unternehmensbereiche in Deutschland: Lieferung, Cash & Carry
Sortimentsgröße insgesamt:60.000, Anteil bio zertifiziert: nicht bekannt, Anteil fair zertifiziert: nicht bekannt
Eigenmarken im Lebensmittelbereich: Topkauf, Maître sowie Übernahmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel wie GUT & GÜNSTIG; Anteil am Gesamtverkauf: nicht bekannt

1. Transparenz
EDEKA hat den Fragebogen der CIR nicht ausgefüllt. Ein öffentlich zugänglicher Nachhaltigkeitsbericht der gesamten EDEKA-Gruppe nach GRI-Standard existiert nicht. Informationen zu Zulieferketten, Produktionsländern und Sozialstandards sind vage bzw. nicht öffentlich. Beispielhaft werden auf der Webseite von EDEKA regionale Lieferanten porträtiert. Angaben zu Lieferanten risikobehafteter Produkte sind auf der Webseite nicht zu finden. Weder Einkaufsrichtlinien für Sozialstandards noch Kontrolle oder Berichterstattung über diese sind vorhanden bzw. öffentlich zugänglich.
 
2. Struktur der Lieferkette im Lebensmittelbereich
Die EDEKA Gruppe ist in Bezug auf die Eigenproduktion das am
breitesten aufgestellte Unternehmen und verfolgt auch weiterhin konsequent eine Strategie der Ausweitung dieser vertikalen Integration und somit die Kontrolle über die gesamte Lieferkette. EDEKA unterhält insgesamt 15 eigene Fleischwerke und 17 regionale Großbäckereien; weitere Beteiligungen: Sonnländer (Fruchtsäfte), Schwarzwald-Sprudel GmbH (Mineral- und Heilwasser), Ortenauer Weinkellerei (Wein). Über diese Grundstruktur hinaus unterhält die Zentrale das EDEKA-Fruchtkontor, welches zu den größten Fruchtimporteuren Europas zählt.
 
3. Verhaltenskodex
Der Kodex von EDEKA-Gruppe basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen. Sozialstandards gelten auch für Saison- und Zeitarbeiter*innen sowie Beschäftigte über Subunternehmen. Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeiter*innen sind vorgesehen, allerdings ohne die Beteiligung lokaler Interessengruppen.
3.1 Kodexumsetzung im Lebensmittelbereich: Die EDEKA-Gruppe fordert die „Einhaltung sozialer Mindeststandards“, die Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind. EDEKA setzt bei allen Eigenmarken-Lieferanten die Zertifizierung nach IFS (International Food Standard) voraus, im Obst und Gemüse-Segment alternativ auch GLOBALG.A.P.
3.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex: Selbstauskunft. Keine weiteren Kontrollen bekannt (Kontrolle gemäß BSCI gilt bisher nur für Non-Food-Eigenmarken).
3.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring- oder Verifizierungsinitiativen: Die EDEKA-Gruppe ist Mitglied in den Unternehmensinitiativen amfori BSCI. EDEKA ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder- Ansatz involviert.
3.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften: EDEKA ist u. a. Mitglied im Forum für Nachhaltigen Kakao sowie RSPO.
 
4. Belieferung der öffentlichen Hand
nicht bekannt

5. Kommentar der CIR
Der Verhaltenskodex der BSCI, zu dem sich die Edeka-Gruppe durch die Mitgliedschaft verpflichtet, beinhaltet grundlegende Arbeitsstandards entsprechend der ILO-Kernkonventionen. Die Mitgliedschaft in der Unternehmensinitiative BSCI reicht jedoch nicht aus, um Arbeitsrechte auf Plantagen und in Fabriken zu sichern. So beabsichtigt EDEKA nach vorliegenden Informationen nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle Arbeiter*innen in der Zulieferkette durchzusetzen. EDEKA konnte bisher nicht beispielhaft zeigen, wie identifizierte Verstöße gegen Arbeitsrechte nachverfolgt und behoben werden. Es gibt keinen öffentlich zugänglichen Nachhaltigkeitsbericht nach GRI-Standards. Die negativen Auswirkungen der eigenen Beschaffungspolitik auf die Arbeitsbedingungen werden nur ungenügend berücksichtigt.

Foto: Maren Kuiter

Ich bin für Ihre Fragen da:

Tabitha Triphaus
Referentin für Beschaffung, fairen Handel
triphausnoSpam@ci-romero.de
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