Melonen

Fyffes

Der Protest gegen Fyffes geht weiter!

Hungerlöhne, Pestizide, Belästigungen: Um sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen auf Melonen-Plantagen in Honduras zu wehren, organisierten sich Arbeiter*innen des Fruchtkonzerns Fyffes in einer Gewerkschaft – und wurden umgehend entlassen.

Fyffes an sein Versprechen erinnern!

Wir fordern das Ende der Anti-Gewerkschaftskampagne und die volle Anerkennung von STAS als rechtmäßige Organisierung von Arbeiter*innen, die für ihre Rechte einstehen.

Protest von Fyffes-Arbeiter*innen. “Wir sind verzweifelt. einige von uns sind seit 2016 nicht wieder eingestellt worden, weil wir uns einer Gewerkschaft angeschlossen haben.”

Brief an Herrn Tetsu Eguchi
(engl. Version)

Vice President of Sumitomo and  General Director of Fyffes PLC

Sir,

Since 2016, workers at one of Fyffes’ subsidiaries in Honduras, Melon Export SA, have been working to defend their rights within the STAS union. Since then, these workers have reported threats, intimidation and harassment. Dozens of union members have been unfairly deprived of their jobs or forced to leave the union to keep it.

The international outcry caused by these unworthy practices has led to the exclusion of Fyffes from the ETI and Fair Trade USA. Your company finally signed an agreement on January 11, 2019, stipulating the immediate reinstatement of employees unjustly excluded, as well as the opening of collective negotiations with STAS.

However, Melon Export SA does not keep its commitments but instead intensifies the repression against trade unionists. I therefore ask you to take action to end the repression against STAS members, reintegrate members of the private employment union and open collective bargaining, as provided for in the agreement signed in January.

In the meantime, I kindly request that you accept the expression of my highest consideration.

Protestbrief hier versenden!

Zum Hintergrund

Das irische Unternehmen Fyffes ignoriert schon lange ernsthafte Verstöße gegen internationale Arbeitsstandards in ihren Tochterfirmen. Seit sich 2016 in Honduras die Gewerkschaft STAS für Melonenarbeiter*innen gründete, wird diese brutal unterdrückt. Ihre Mitglieder werden bedroht und verfolgt.

Die Arbeiter*innen sind auf die Saisonarbeit angewiesen und leiden unter extrem ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen. Aus Honduras kommen 14% der in die EU eingeführten Melonen.

Folgende Arbeitsrechtsverletzungen wurden festgestellt:

  • Gewerkschaftsfreiheit wird mit starker Repression verhindert und geht einher mit Bedrohungen, Belästigungen und Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern. Tarifverhandlungen sind unmöglich zu führen.
  • Außerdem sind die Arbeiter*innen gefährlichen Agrarchemikalien ausgesetzt, was zur Folge hat, dass viele über Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber klagen. Sie berichten, dass sie entweder gar nicht oder zumindest viel zu wenig über die Gefahren und Präventionsmaßnahmen informiert werden. Im Dezember 2015 litten rund 100 Frauen unter Vergiftungen, 14 von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
  • Die gesetzlichen Mindestlöhne und Beiträge zur Sozialversicherung werden nicht bezahlt.

Geradezu grotesk erscheint auch, dass die Arbeiter*innen ihre eigene Arbeitsausrüstung wie Hacken, Macheten, Schutzkleidung und Schuhe selbst besorgen müssen. Die Kosten dafür entsprechen in etwa einem ganzen Wochenlohn. Von der Hand in den Mund, mehr erlaubt die schmale Entlohnung nicht. Selbst auch mal Melone zu essen, können sich die wenigsten leisten.
Fyffes verstößt auch gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, in denen es heißt, dass die Rechte der von dem multinationalen Unternehmen beschäftigten Arbeitskräfte zu respektieren sind, z.B. Gewerkschaften und Vertretungsorgane ihrer Wahl zu gründen bzw. ihnen beizutreten.

Internationaler Druck führte schließlich Anfang 2019 zum Ausschluss von Fyffes aus der Unternehmensinitiative ETI und der Organisation für Fairen Handel in den USA. Fyffes unterschrieb eine Vereinbarung zur sofortigen Wieder-Einstellung der unrechtmäßig gekündigten Gewerkschaftsmitglieder in der Tochterfirma Melon Export SA. STAS sollte außerdem als gewerkschaftliche Organisation voll anerkannt werden und Kollektivverhandlungen begonnen werden.

Porträt von Kirsten Clodius

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Kirsten Clodius
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Foto: Maren Kuiter

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Referent für arbeitende Kinder, Supermärkte
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