Kritischer Konsum

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EU Biosiegel / EU-Ökoverordnung

EU Biosiegel / EU-Ökoverordnung
Im Juli 2010 wurde EU-weit ein verbindliches neues Bio-Siegel eingeführt (auch als EU-Bio-Logo bezeichnet), das gemäß EU-Recht hergestellte biologische Lebensmittel kennzeichnet. Durch die Einheitlichkeit soll ein breiter Markt gesichert werden – auch Nicht-EU-Länder richten ihre Verordnungen mittlerweile nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels aus. Es stellt den Mindeststandard aller in der EU veraufen Bio-Produkte dar. Dabei ist der Einsatz von chemisch-synthethischen Pestiziden oder künstlichen Düngemitteln verboten, in der Tierhaltung gibt es mehr Platz und Auslauf für Tiere.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Das EU-Biosiegel ist als wichtiger gesetzlicher Mindeststandard im Bereich Öko-Landbau zu verstehen. Insbesondere die EU-weite Vereinheitlichung von Kontrollen sowie die Rückverfolgung der Produkte entlang der Lieferkette sind positiv hervorzuheben. Das EU-Bio-Label beinhaltet jedoch im Vergleich zu den Labeln der meisten Öko-Verbände in Deutschland deutlich weniger umfassende bzw. weniger anspruchsvolle ökologische Kriterien. Zudem werden keinerlei Sozialstandards überprüft. Hinweis: Seit einigen Jahren wird um die Überarbeitung der Richtlinie zwischen verschiedenen Interessengruppen in Brüssel gerungen. Bislang kam es dabei noch nicht zu einer Einigung.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
  • Gewerkschaften sind in Beratungsgremien vertreten, aber nicht in den Entscheidungsgremien.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Die Produkte sind rückverfolgbar vom Anbau bis zum Verkauf und die Informationen sind öffentlich zugänglich.
  • Ein Produkt kann nur zertifiziert werden, wenn zumindest 95 % des Rohmaterials geprüft ist.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).