Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Fairtrade

Fairtrade
Fairtrade ist ein weltweit einheitliches Siegel, dass Produkte aus fairem Handel kennzeichnet. Dabei wird zwischen dem Produkt- und Programmsiegel unterschieden. So beinhaltet z.B. Schokolade, die das Fairtrade-Kakaoprogramm-Siegel trägt, Fairtrade-Kakao, kann jedoch österreichischen Zucker einsetzen. Eine mit dem Fairtrade-Produktsiegel ausgelobte Schokolade muss sowohl Fairtrade-Kakao als auch Fairtrade-Zucker enthalten. Fairtrade beinhaltet neben einer Reihe von Sozialstandards auch manche Umweltmaßnahmen, wie z.B. solche zur guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft und dem Verbot von gentechnisch veränderten Organismen.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Gewerkschaften sind in den Entscheidungsgremien des Gütesiegels vertreten.
  • Das Gütesiegel überwacht die Wirkung seiner Arbeit unter Verwendung von Indikatoren mit hohem Standard.
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, wurden angehalten, eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder eine systematische Risikobewertung durchzuführen, allerdings wird dies nicht überwacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Ein vollständiges externes Audit (Überprüfung) muss alle 3-5 Jahre erfolgen.
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
  • Beiträge externer Stakeholder (Betroffene) wie lokaler Gewerkschaften und/oder NGOs werden empfohlen/sind während Audits (Überprüfungen) optional.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem vom Hof bis zum Regal dieses ist verpflichtend und öffentlich zugänglich (z.B. auf einer Webseite).
  • Ein Produkt darf das Logo des Prüfmodells nur dann tragen, wenn zumindest 95 % der Rohmaterialien zertifiziert sind.
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien wird eingeschränkt und es liegen Empfehlungen zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung solcher Substanzen vor.
  • Das Gütesiegel verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
  • Das Gütesiegel verlangt zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Das Gütesiegel empfiehlt zumindest drei Maßnahmen und verlangt, dass zumindest eine davon auf den Schutz der Artenvielfalt ausgerichtet ist (z.B. Hecken, Mischkulturanbau, Brachlandkultur, …).
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Gütesiegel empfiehlt die Durchführung einer regelmäßigen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich, aber es gibt keine Regelung zur Durchführung und Dokumentation.
  • Empfehlungen zur Reduktion von Treibhausgas(THG)-Emissionen im Unternehmen.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, und es gibt ausreichende Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums. Um Lohnzahlungen bewerten zu können, müssen Audits (Überprüfungen) Arbeitszeit und Auszahlungsgrundsätze wie Akkordlohnsysteme berücksichtigen. Standard-Prüfmodelle müssen mit allen relevanten Stakeholdern (Betroffenen) in Dialog treten und gemeinsame Rahmenbedingungen zur Bewertung von existenzsichernden Löhnen schaffen. Gleichzeitig sind Initiativen zur Lohnerhöhung notwendig.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten aktiv gefördert
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen liegen vor und sind Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess), auch unter Teilnahme der relevanten lokalen Stakeholder (z.B. Gewerkschaften).
  • Fachliche Schulungen, Schulungen im Bereich Arbeitsschutz sowie zum Thema Arbeitsrecht.
  • Das Gütesiegel verlangt, dass Unternehmen verantwortungsvolle Einkaufspraktiken umsetzen
  • Es gibt ein garantiertes Minimum für Ab-Hof-Preise.
  • Es gibt Schulungsangebote für alternative Bewirtschaftungsmethoden.