Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Global Coffee Platform

Global Coffee Platform
Die Global Coffee Platform (GCP) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative mit Sitz in Bonn. Es basiert auf der 4C-Association und dem Sustainable Coffee Program und befindet sich derzeit im Hinblick auf den Baseline Common Code (BCC) in einer Übergangsphase. Der BCC ist kein eigener Standard, sondern ein Referenzcode, der die Vergleichbarkeit gewährleisten soll. Die 4C-Zertifizierung wird derzeit von den Coffee Assurance Services durchgeführt und basiert auf dem BCC.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die GCP befindet sich noch in der Entstehungsphase. Die sozialen und ökologischen Kriterien sind zurzeit identisch mit denen des 4C-Standards. Der BCC umfasst wichtige ökologische Kriterien für den Anbau von Kaffee (integrierter Pflanzenschutz, Verbot von GVO). Im Hinblick auf soziale Kriterien fehlen allerdings existenzsichernde Löhne und die Förderung gewerkschaftlicher Rechte. Positiv ist der Multi-Stakeholder-Ansatz, durch den sowohl Produzent*innen als auch zivilgesellschaftliche Organisationen im Vorstand vertreten sind. Problematisch ist die mangelnde Transparenz, insbesondere in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit der Produkte und Veröffentlichung von Untersuchungen.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
  • Gewerkschaften sind in den Entscheidungsgremien vertreten.
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das Zertifizierungssystem prüft die Wirkung seiner Arbeit unter Berücksichtigung anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind.
  • Den auditierten Unternehmen wird die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) und die systematische Risikobewertungen empfohlen, aber die Umsetzung nicht sytematisch geprüft.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien wird eingeschränkt und es liegen Empfehlungen zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung solcher Substanzen vor.
  • Das Zertifizierungssystem verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung und effiziente Nutzung von Wasser ist verpflichtend.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich.
Soziales
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist verpflichtend, aber es gibt keine ausreichenden Instrumente für die Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden erst entwickelt.
  • Der Standards gilt für alle Arbeitskräfte, auch für Saisonarbeiter*innen und Subunternehmer.
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten gefördert.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Der Standard empfiehlt verantwortungsbewusste Einkaufspraktiken von den Unternehmen.