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RSPO - Roundtabel on Sustainable Palm Oil

RSPO - Roundtabel on Sustainable Palm Oil
Der Roundtable for Sustainable Palm Oil (RSPO) wurde gegründet, um den Anbau von Palmöl nachhaltiger zu gestalten. Mitglieder dieses Vereins sind NGOs, Unternehmen, die Palmöl anbauen, verarbeiten oder handeln und InvestorInnen. Es gibt vier verschiedene Arten der RSPO-Zertifizierung, die sich hauptsächlich durch die Art der Rückverfolgbarkeit (Massenbilanz, Zertifikathandel, etc.) unterscheiden. RSPO umfasst viele Kriterien zu Umwelt- und Sozialstandards (Verbot von GVO, Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen) und wird regelmäßig von unabhängigen Stellen kontrolliert, wobei die Qualität der Kontrollen oft kritisiert wird. Außerdem bekommt es wichtige Probleme beim Palmölanbau – Regenwaldabholzung und CO2-Ausstoß – nicht in den Griff. Angeprangert wird auch, dass das schwächste der vier Zertifikate – Green Palm – ein Etikettenschwindel ist.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Arbeitskräfte werden als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) befragt, die Befragungen finden jedoch meistens vor Ort an der Produktionsstätte statt.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien wird eingeschränkt und es liegen Empfehlungen zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung solcher Substanzen vor.
  • Das Gütesiegel verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
  • Das Gütesiegel verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas-Emissionen ist erforderlich UND die Methodik ist klar beschrieben (oder es wird auf eine bereits etablierte Methodik verwiesen).
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz
  • Freie, informierte und vorherige Zustimmung (FIPC: Free Informed and Prior Consent) ist verpflichtend.
  • Es gibt Beschwerdemechanismen für Landrechtsstreitigkeiten, aber es ist nicht klar, wie zugänglich oder effektiv diese sind.