Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

UTZ

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Mit UTZ Certified werden Produkte aus dem globalen Süden wie Kaffee, Tee, Kakao oder Nüsse zertifiziert. Der Code of Conduct von UTZ Certified bezieht sich in seinen Sozialstandards hauptsächlich auf die ILO-Kernarbeitsnormen (International Labour Organisation), nach denen Kinder- oder Zwangsarbeit verboten ist und der gesetzlich festgelegte Mindestlohn bezahlt werden muss. Den ProduzentInnen wird kein Mindestpreis garantiert, Regenwaldrodung wird nicht explizit untersagt. Im Code of Conduct von UTZ Certified wird zwar gute landwirtschaftliche Praxis gefordert, besonders gefährliche Pestizide werden jedoch nicht ausdrücklich verboten. Generell werden weniger handfeste Kriterien von ProduzentInnen verlangt, sondern eher vage Aufforderungen zu nachhaltigerem Anbau. Das Label findet sich bereits auf Produkten, die mindestens 60% zertifizierte Rohstoffe beinhalten.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel überwacht die Wirkung seiner Arbeit unter Verwendung von Indikatoren mit hohem Standard.
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Ein vollständiges externes Audit (Überprüfung) muss alle 1-2 Jahre erfolgen.
  • Arbeitskräfte werden als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) befragt, die Befragungen finden jedoch meistens vor Ort an der Produktionsstätte statt.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem, aber dieses ist nicht oder nur zum Teil öffentlich zugänglich ODER basiert ausschließlich auf der Massenbilanz.
  • Produkte können nur dann das Logo des Siegels oder einen Text tragen, der darauf verweist, wenn das Produkt zumindest zu 30 % zertifiziert oder geprüft ist.
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien wird eingeschränkt und es liegen Empfehlungen zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung solcher Substanzen vor.
  • Das Gütesiegel verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
  • Das Gütesiegel verlangt zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Die Nutzung von kürzlich (< 5 Jahre) abgeholztem Land (oder die Zerstörung anderer wertvoller Ökosysteme) ist untersagt.
  • Das Gütesiegel verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich, aber es gibt keine Regelung zur Durchführung und Dokumentation.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, jedoch gibt es keine ausreichenden Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden gerade erst entwickelt.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten aktiv gefördert
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz