Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

BSCI - Business Social Compliance Initiative

BSCI - Business Social Compliance Initiative
Dieses Gütesiegel / Zertifikat wird vor allem zwischen Unternehmen verwendet (Buisness to Business). Die Business Social Compliance Initiative ist eine Initiative für Unternehmen, die sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren globalen Lieferketten einsetzen. BSCIs Teilnehmer sind Einzelhändler, Importeure und Markenunternehmen, die Waren aus internationalen Lieferketten für europäische Märkte beziehen. Um BSCI beizutreten, müssen sie zunächst Mitglied der Foreign Trade Association (FTA) werden, dem Verband, der BSCI betreibt und 2003 gegründet hat. 2016 hatte BSCI mehr als 1.900 Mitglieder.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrolle & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse, z.B. Protokolle der Aufnahme in die Tagesordnung von Sitzungen, Strategielegung bei Auswertung der Ergebnisse.
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, wurden angehalten, eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder eine systematische Risikobewertung durchzuführen, allerdings wird dies nicht überwacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Arbeitskräfte werden als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) befragt, die Befragungen finden jedoch meistens vor Ort an der Produktionsstätte statt.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz