Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Demeter

Demeter
Demeter ist ein Anbauverband für Bio-Bäuerinnen und -Bauern, der sich der biologisch-dynamischen Landwirtschaft (gleichzeitiger Betrieb von Pflanzenbau und Tierhaltung) verschreibt. Im Vergleich zur EU-Bio Verordnung dürfen Rinder nicht enthornt werden und ihre Futtermittel mindestens zur Hälfte am eigenen Betrieb angebaut werden. Im Pflanzenbau liegt ein Fokus auf dem Einsatz von alternativwissenschaftlichen Methoden, in verarbeiteten Produkten ist der Einsatz von Zusatzstoffen strenger geregelt. Demeter fordert in seinem Kriterienkatalog eine Entlohnung, die menschenwürdige Arbeit ermöglicht, die jedoch weder näher definiert noch kontrolliert wird.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Gewerkschaften sind in den Entscheidungsgremien des Gütesiegels vertreten.
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, wurden angehalten, eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder eine systematische Risikobewertung durchzuführen, allerdings wird dies nicht überwacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Ein vollständiges externes Audit (Überprüfung) muss alle 1-2 Jahre erfolgen.
  • Beiträge externer Stakeholder (Betroffene) wie lokaler Gewerkschaften und/oder NGOs werden empfohlen/sind während Audits (Überprüfungen) optional.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem vom Hof bis zum Regal dieses ist verpflichtend und öffentlich zugänglich (z.B. auf einer Webseite).
  • Ein Produkt darf das Logo des Prüfmodells nur dann tragen, wenn zumindest 95 % der Rohmaterialien zertifiziert sind.
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Der Einsatz konzentrierter Futtermittel ist mit unter 50 % begrenzt.
  • Basierend auf der Überwachung sind Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgas(THG)-Emissionen erforderlich ODER Kriterien werden integriert, die den Einsatz von THG (z.B. Verbot von fossilen Brennstoffen zur Beheizung von Glashäusern) im Unternehmen unterbinden.
  • Maßnahmen und Ziele zur Speicherung von CO2 (Akkumulierung von Kohlenstoff im Boden oder in anderer Biomasse) sind erforderlich.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, jedoch gibt es keine ausreichenden Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden gerade erst entwickelt.
  • Das Gütesiegel verlangt, dass Unternehmen verantwortungsvolle Einkaufspraktiken umsetzen
  • Die Minimaleinstelldichte ist höher als die Minimaleinstelldichte gemäß der EU-Bio-Verordnung.
  • Abgesehen von den oben definierten Kriterien (Frischluft und Tageslicht, keine Spalten- oder Gitterböden, keine Käfighaltung für Geflügel) untersagt der Standard ZUSÄTZLICH DAZU Anbindehaltung (bei Säugetieren) oder umfasst Kriterien, die eine art- und altersgerechte Haltung garantieren, z.B. komfortable, saubere und trockene Liegeflächen für Tiere, Spielzeug, zusätzliche Strukturen etc.
  • Der Standard verlangt Zugang zu Freiflächen, für Grasfresser Zugang zu Weiden, wann immer es die Wetterbedingungen gestatten, und umfasst ZUSÄTZLICH DAZU Kriterien für strukturierte Freiflächen (für Geflügel) oder definiert eine minimale Herdendichte oder -größe, wobei die EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft als Mindestanforderung gilt.
  • Der Standard umfasst Leitlinien gegen jede Form von Verstümmelung von Tieren, darunter das Kupieren von Schwanz, Horn oder Schnabel. Die Kastration/Sterilisation von Tieren ohne Vollnarkose ist verboten.
  • Der Einsatz konzentrierter Futtermittel ist mit unter 50 % begrenzt.
  • Der Standard umfasst Leitlinien für den Bereich Transport & Schlachtung, die die Transportzeit auf unter 4 Stunden beschränken, die maximale Verladedichte und geeignete Betäubungsverfahren definieren.
  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;