Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Demeter

Demeter
Demeter ist ein Anbauverband für Bio-Bäuerinnen und -Bauern, der sich der biologisch-dynamischen Landwirtschaft (gleichzeitiger Betrieb von Pflanzenbau und Tierhaltung) verschreibt. Im Vergleich zur EU-Bio Verordnung dürfen Rinder nicht enthornt werden und ihre Futtermittel mindestens zur Hälfte am eigenen Betrieb angebaut werden. Im Pflanzenbau liegt ein Fokus auf dem Einsatz von alternativwissenschaftlichen Methoden, in verarbeiteten Produkten ist der Einsatz von Zusatzstoffen strenger geregelt. Demeter fordert in seinem Kriterienkatalog eine Entlohnung, die menschenwürdige Arbeit ermöglicht, die jedoch weder näher definiert noch kontrolliert wird.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Demeter ist eine der ältesten Öko-Standards in Deutschland. Die Demeter-Richtlinien zeichnen sich insbesondere durch anspruchsvolle ökologische Kriterien aus, die weit über die EU-Öko-Verordnung ( EU-Bio) hinausgehen und auf die Etablierung einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft abzielen. Es gibt allerdings keine expliziten Kriterien zu Wasser- und Abwasserverbrauch. Sozialstandards werden bislang weder definiert noch überprüft. Die Glaubwürdigkeit ist hoch: Eine vollständige Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet. Durch die Verpflichtung, keinen konventionellen Betrieb parallel zu führen, wird die komplette Umstellung
nach ökologischen Richtlinien garantiert.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Den Prüfer*innen wird empfohlen während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzuholen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Ein Produkt kann nur zertifiziert werden, wenn zumindest 95 % des Rohmaterials geprüft ist.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das System prüft die Wirkung, aber nicht anhand festgelegter anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich.
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist verpflichtend und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
Soziales
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist verpflichtend, aber es gibt keine ausreichenden Instrumente für die Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden erst entwickelt.