Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Demeter

Demeter
Demeter ist ein Anbauverband für Bio-Bäuerinnen und -Bauern, der sich der biologisch-dynamischen Landwirtschaft (gleichzeitiger Betrieb von Pflanzenbau und Tierhaltung) verschreibt. Im Vergleich zur EU-Bio Verordnung dürfen Rinder nicht enthornt werden und ihre Futtermittel mindestens zur Hälfte am eigenen Betrieb angebaut werden. Im Pflanzenbau liegt ein Fokus auf dem Einsatz von alternativwissenschaftlichen Methoden, in verarbeiteten Produkten ist der Einsatz von Zusatzstoffen strenger geregelt. Demeter fordert in seinem Kriterienkatalog eine Entlohnung, die menschenwürdige Arbeit ermöglicht, die jedoch weder näher definiert noch kontrolliert wird.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Beiträge externer Stakeholder (Betroffene) wie lokaler Gewerkschaften und/oder NGOs werden empfohlen/sind während Audits (Überprüfungen) optional.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem, aber dieses ist nicht oder nur zum Teil öffentlich zugänglich ODER basiert ausschließlich auf der Massenbilanz.
  • Ein Produkt darf das Logo des Prüfmodells nur dann tragen, wenn zumindest 95 % der Rohmaterialien zertifiziert sind.
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Gütesiegel verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich, aber es gibt keine Regelung zur Durchführung und Dokumentation.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, jedoch gibt es keine ausreichenden Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden gerade erst entwickelt.
  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Das Gütesiegel verlangt einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket (mehr als eine!) wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.