Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Tierwohl kontrolliert

Tierwohl kontrolliert
Die Gesellschaft !Zukunft Tierwohl!, die vom Wiener Tierschutzverein und dem Verein gegen Tierfabriken (VgT) gegründet wurde, vergibt die Siegel Tierwohl verbessert, -gut, und kontrolliert. Während "Tierwohl verbessert" und "Tierwohl gut" für Fleisch und tierische Produkte aus konventioneller Landwirtschaft gelten und Standards höher als die gesetzlichen Mindeststandards definiert, wird "Tierwohl kontrolliert" ("zwei Hakerl" und "drei Hakerl") für Tiere aus biologischer Landwirtschaft vergeben und übertrifft hier die Mindestanforderungen der EU-Bio Verordnung teilweise bzw. deutlich. Tierwohl kontrolliert mit drei „Hakerl“ stellt den höchsten Anspruch an das Tierwohl, indem z.B. die Laufstallhaltung für Rinder vorgeschrieben ist, sowie eine Gestaltung des Auslaufs für Legehennen, so dass dieser auch jedenfalls von den Tieren genutzt wird.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Ein vollständiges externes Audit (Überprüfung) muss alle 1-2 Jahre erfolgen.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem vom Hof bis zum Regal dieses ist verpflichtend und öffentlich zugänglich (z.B. auf einer Webseite).
  • Ein Produkt darf das Logo des Prüfmodells nur dann tragen, wenn zumindest 95 % der Rohmaterialien zertifiziert sind.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Es gibt strikte Grenzen (< 30 %) für den Einsatz konzentrierter Futtermittel und diese Futtermittel müssen regionalen Ursprungs sein.
  • Die Minimaleinstelldichte ist höher als die Minimaleinstelldichte gemäß der EU-Bio-Verordnung.
  • Abgesehen von den oben definierten Kriterien (Frischluft und Tageslicht, keine Spalten- oder Gitterböden, keine Käfighaltung für Geflügel) untersagt der Standard ZUSÄTZLICH DAZU Anbindehaltung (bei Säugetieren) oder umfasst Kriterien, die eine art- und altersgerechte Haltung garantieren, z.B. komfortable, saubere und trockene Liegeflächen für Tiere, Spielzeug, zusätzliche Strukturen etc.
  • Der Standard verlangt Zugang zu Freiflächen, für Grasfresser Zugang zu Weiden, wann immer es die Wetterbedingungen gestatten, und umfasst ZUSÄTZLICH DAZU Kriterien für strukturierte Freiflächen (für Geflügel) oder definiert eine minimale Herdendichte oder -größe, wobei die EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft als Mindestanforderung gilt.
  • Der Standard umfasst Leitlinien gegen Tierquälerei, insbesondere gegen Kupieren oder Kastrieren/Sterilisieren von Tieren ohne Vollnarkose und Schnabelkupieren.
  • Es gibt strikte Grenzen (< 30 %) für den Einsatz konzentrierter Futtermittel und diese Futtermittel müssen regionalen Ursprungs sein.
  • Der Standard umfasst Leitlinien für den Bereich Transport & Schlachtung, die die Transportzeit auf unter 4 Stunden beschränken, die maximale Verladedichte und geeignete Betäubungsverfahren definieren.