Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Rapunzel

Rapunzel
Mit dem Hand in Hand-Siegel lobt das deutsche Unternehmen in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe Produkte aus biologischer Landwirtschaft aus, bei denen mindestens 50% der Rohstoffe von Hand in Hand Betrieben stammen. Das Siegel beinhaltet neben der Verpflichtung zum kontrolliert biologischen Anbau eine Reihe von Mindestkriterien zur fairen Entlohnung, Arbeits- und Menschenrechten. Es gilt ein Verbot von Brandrodung, sowie der Rodung von Primärwald, nicht jedoch ein ausdrückliches Verbot der Regenwaldzerstörung.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Rapunzel HIH steht insgesamt für ein umfassendes und transparentes Fair-Handelsprogramm, das sowohl soziale wie ökologische Kriterien definiert und diese unabhängig prüfen lässt. Der partnerschaftliche Aspekt wird durch langfristige Lieferbeziehungen und zahlreiche Unterstützungs- und Förderungsmöglichkeiten umgesetzt, beispielsweise durch die Unterstützung der Weiterverarbeitung vor Ort.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das Zertifizierungssystem prüft die Wirkung seiner Arbeit unter Berücksichtigung anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind.
  • Die auditierten Unternehmen müssen nachweisen, dass sie die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) einhalten oder eine systematische Risikobewertung vorgenommen haben.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Die Produkte sind rückverfolgbar vom Anbau bis zum Verkauf und die Informationen sind öffentlich zugänglich.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Ein Produkt kann nur zertifiziert werden, wenn zumindest 95 % des Rohmaterials geprüft ist.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist verpflichtend und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
Soziales
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist verpflichtend, und für die Umsetzung dieses Kriteriums sind ausreichende Instrumente vorhanden. Um die Lohnzahlungen beurteilen zu können, werden in den Audits auch die Arbeitszeiten und die Stücklöhne geprüft.
  • Der Standards gilt für alle Arbeitskräfte, auch für Saisonarbeiter*innen und Subunternehmer.
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch vielfältige Maßnahmen aktiv unterstützt.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren und die Meldungen fließen in den Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) ein.
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Der Standard fordert verantwortungsbewusste Einkaufspraktiken von den Unternehmen.