Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Rapunzel

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Mit dem Hand in Hand-Siegel lobt das deutsche Unternehmen in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe Produkte aus biologischer Landwirtschaft aus, bei denen mindestens 50% der Rohstoffe von Hand in Hand Betrieben stammen. Das Siegel beinhaltet neben der Verpflichtung zum kontrolliert biologischen Anbau eine Reihe von Mindestkriterien zur fairen Entlohnung, Arbeits- und Menschenrechten. Es gilt ein Verbot von Brandrodung, sowie der Rodung von Primärwald, nicht jedoch ein ausdrückliches Verbot der Regenwaldzerstörung.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, wurden angehalten, eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder eine systematische Risikobewertung durchzuführen, allerdings wird dies nicht überwacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Ein vollständiges externes Audit (Überprüfung) muss alle 1-2 Jahre erfolgen.
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
  • Beiträge externer Stakeholder (Betroffene) wie lokaler Gewerkschaften und/oder NGOs sind während der Audits (Überprüfungen) erforderlich.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem vom Hof bis zum Regal dieses ist verpflichtend und öffentlich zugänglich (z.B. auf einer Webseite).
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Ein Produkt darf das Logo des Prüfmodells nur dann tragen, wenn zumindest 95 % der Rohmaterialien zertifiziert sind.
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
  • Das Gütesiegel verlangt einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket (mehr als eine!) wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Gütesiegel verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Der Einsatz konzentrierter Futtermittel ist mit unter 50 % begrenzt.
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich, aber es gibt keine Regelung zur Durchführung und Dokumentation.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, und es gibt ausreichende Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums. Um Lohnzahlungen bewerten zu können, müssen Audits (Überprüfungen) Arbeitszeit und Auszahlungsgrundsätze wie Akkordlohnsysteme berücksichtigen. Standard-Prüfmodelle müssen mit allen relevanten Stakeholdern (Betroffenen) in Dialog treten und gemeinsame Rahmenbedingungen zur Bewertung von existenzsichernden Löhnen schaffen. Gleichzeitig sind Initiativen zur Lohnerhöhung notwendig.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch vielfältige Maßnahmen unterstützt.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen liegen vor und sind Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess), auch unter Teilnahme der relevanten lokalen Stakeholder (z.B. Gewerkschaften).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz
  • Das Gütesiegel verlangt, dass Unternehmen verantwortungsvolle Einkaufspraktiken umsetzen
  • Es gibt Beschwerdemechanismen für Landrechtsstreitigkeiten, aber es ist nicht klar, wie zugänglich oder effektiv diese sind.
  • Das Gütesiegel umfasst Leitlinien für die Sicherstellung des Wohlergehens und einer artgerechten Haltung der Tiere - eine Minimaleinstelldichte in Gebäuden, abhängig von der Spezies, der Rasse und dem Alter der Tiere ist definiert, welche zumindest der EU-Bio-Verordnung entspricht. Siehe Anhang III der EU-Bio-Verordnung für Mindestflächendefinitionen unter http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:02008R0889-20170521.
  • Der Standard umfasst Kriterien (abhängig von den unterschiedlichen Anforderungen je nach Spezies, Alter und Geschlecht), die die Stallhaltung von Tieren regeln. Diese Kriterien müssen folgende Punkte umfassen: Frischluft und Tageslicht, keine Spalten- oder Gitterböden, keine Käfighaltung für Geflügel.
  • Der Standard verlangt Zugang zu Freiflächen, für Grasfresser Zugang zu Weiden, wann immer es die Wetterbedingungen gestatten, und umfasst ZUSÄTZLICH DAZU Kriterien für strukturierte Freiflächen (für Geflügel) oder definiert eine minimale Herdendichte oder -größe, wobei die EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft als Mindestanforderung gilt.
  • Der Standard umfasst Leitlinien gegen Tierquälerei, insbesondere gegen Kupieren oder Kastrieren/Sterilisieren von Tieren ohne Vollnarkose und Schnabelkupieren.
  • Der Einsatz konzentrierter Futtermittel ist mit unter 50 % begrenzt.
  • Der Standard umfasst Leitlinien für den Bereich Transport & Schlachtung, die die Transportzeit beschränken, die maximale Verladedichte und geeignete Betäubungsverfahren definieren.