Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

BCI - Better Cotton Initiative

BCI - Better Cotton Initiative
Die Better-Cotton-Initiative wurde 2009 mit Unterstützung von Unternehmen wie H&M, adidas, IKEA oder Gap sowie NROs wie WWF oder Oxfam gegründet. Es handelt sich um eine Multi- Stakeholder-Initiative, der mittlerweile etwa 900 Mitglieder beigetreten sind. Ziel ist vor allem, die Umwelt- und Arbeitsbedingungen bei der Baumwollproduktion zu verbessern. 12 % der globalen Baumwollproduktion werden durch die BCI zertifiziert.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die BCI betrachtet nur die Baumwollproduktion und stellt keine Anforderung an die Weiterverarbeitung des Rohstoffs. Die Baumwollproduktion gemäß den BCI-Standards stellt eine Verbesserung zum konventionellen
Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau, gentechnisch verändertes Saatgut ist erlaubt. Es fehlen außerdem Kriterien zu existenzsichernden Löhnen, auch Preisaufschläge oder Preisprämien müssen für die BCI-Baumwolle nicht gezahlt werden. Die Nutzung des Labels am Endprodukt kann für Konsument*innen verwirrend sein, da im Produkt nicht zwingend zertifizierte Baumwolle steckt.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das System prüft die Wirkung, aber nicht anhand festgelegter anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Arbeitskräfte werden als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) befragt, die Befragungen finden jedoch meistens vor Ort an der Produktionsstätte statt.
  • Den Prüfer*innen wird empfohlen während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzuholen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung und effiziente Nutzung von Wasser ist verpflichtend.
Soziales
Living wage / decent income
  • Der Standards gilt für alle Arbeitskräfte, auch für Saisonarbeiter*innen und Subunternehmer.
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten gefördert.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren und die Meldungen fließen in den Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) ein.
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.