Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

Bioland

Bioland
Bioland ist der größte Ökolandbau-Verband in Deutschland. Der Verband ging aus der 1971 gegründeten Fördergemeinschaft „bio gemüse e. V.“ hervor. Die Bioland-Richtlinien sehen eine gesamtbetriebliche Umstellung vor und umfassen die gesamte Lieferkette von Tierhaltung, Pflanzen- und Gartenbau, über Produktlagerung bis zur Verarbeitung und Vermarktung. Bioland-Vertragsbetriebe sind zur Einhaltung der EG-Öko-Verordnung ( EU-Bio) und der darüber hinausgehenden Bioland-Richtlinien in ihrer jeweils gültigen Fassung verpflichtet. Aktuell wirtschaften ca. 6.200 Landwirt*innen, Gärtner*innen, Winzer*innen und Imker*innen mit insgesamt 300.000 ha Betriebsfläche sowie 1.000 Partnern aus Handel und Verarbeitung (z. B. Bäckereien, Molkereien, Gastronomie etc.) nach Bioland-Richtlinien.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die ökologischen Kriterien stehen im Zentrum und erfüllen höchste Ansprüche und gelten hier als best practise für Lebensmittel. Als Verband für Ökolandbau vertritt Bioland in erster Linie die Interessen seiner Mitglieder. Darüber hinausgehende Interessengruppen sind nicht in Entscheidungsgremien vertreten, werden jedoch über eine Anerkennungskommission bei Beschwerden ( Beschwerdemanagement) oder Problemen einbezogen. Bioland berichtet transparent und glaubwürdig über die Einhaltung und Weiterentwicklung des Standards. Der Standard legt zudem umfassende Kriterien zur artgerechten Tierhaltung fest. Die Sozialstandards von Bioland erfüllen nur geringe Ansprüche. Existenzsichernde Löhne werden nicht gefordert, das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen nicht aktiv unterstützt.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
Stakeholder participation
  • Den Prüfer*innen wird empfohlen während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzuholen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
Soziales
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Der Standard fordert verantwortungsbewusste Einkaufspraktiken von den Unternehmen.
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist nicht verpflichtend.