Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

GLOBALG.A.P

GLOBALG.A.P
Dieses Gütesiegel / Zertifikat wird vor allem zwischen Unternehmen verwendet (Buisness to Business). GLOBALG.A.P. ist eine Initiative des Privatsektors, die Standards für die Zertifizierung von Produktionsprozessen von Agrarprodukten auf der ganzen Welt festlegt. Sie wurde 1997 von der Europe-Retailer Produce Working Group (EUREP) gegründet und basiert auf der Mitgliedschaft. Ihr Ansatz, das Integrated Farm Assessment (IFA), umfasst Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit, Qulitätsmanagement und zu einem gewissen Grad Biodiversität und Tierschutz. Die GLOBALG.A.P. Zertifizierung ist für drei Produktionsbereiche (Nutzpflanzen, Viehzucht und Aquakultur) verfügbar, die aus insgesamt 16 Standards bestehen. Neben der IFA ist die GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practices (GRASP) ein freiwilliges, einsatzbereites Modul zur Risikoabschätzung sozialer Praktiken im Betrieb. Derzeit sind mehr als 160.000 Produzenten in 120 Ländern zertifiziert.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrolle & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse, z.B. Protokolle der Aufnahme in die Tagesordnung von Sitzungen, Strategielegung bei Auswertung der Ergebnisse.
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, wurden angehalten, eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder eine systematische Risikobewertung durchzuführen, allerdings wird dies nicht überwacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem vom Hof bis zum Regal dieses ist verpflichtend und öffentlich zugänglich (z.B. auf einer Webseite).
  • Das Gütesiegel verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
  • Das Gütesiegel verlangt zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Das Gütesiegel verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist erforderlich und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).