Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

GLOBALG.A.P

GLOBALG.A.P
GLOBAL G.A.P. wurde 1997 von der Europe-Retailer Produce Working Group (EUREP) gegründet. Ihr Ansatz, das Integrated Farm Assessment (IFA), umfasst Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit, Qulitätsmanagement, Biodiversität und Tierschutz. Die GLOBAL G.A.P. Zertifizierung ist für drei Produktionsbereiche (Nutzpflanzen, Viehzucht, Aquakultur) verfügbar. Neben der IFA ist die GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practices (GRASP) ein freiwilliges Modul zur Risikoabschätzung sozialer Praktiken im Betrieb. Derzeit sind mehr als 160.000 Produzenten in 120 Ländern zertifiziert.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

GLOBALG.A.P bietet Standards für sämtliche Formen der landwirtschaftlichen Produktion. Die sozialen und ökologischen Kriterien sind jedoch unzureichend. Existenzsichernde Löhne und eine faire Beschaffungspolitik werden nicht gefordert, lokale Akteur*innen nicht hinreichend einbezogen und gentechnisch veränderte Organismen dürfen verwendet werden. Insbesondere die Zertifizierungsdatenbank mit Informationen zu allen Produzierenden und Mitgliedern ist positiv hervorzuheben. Allerdings werden Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs bislang nicht gleichberechtigt in Entscheidungsprozesse einbezogen, so dass die Glaubwürdigkeit nicht überzeugt.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, aber die Ergebnisse sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Den auditierten Unternehmen wird die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) und die systematische Risikobewertungen empfohlen, aber die Umsetzung nicht sytematisch geprüft.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Die Produkte sind rückverfolgbar vom Anbau bis zum Verkauf und die Informationen sind öffentlich zugänglich.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
Ökologie
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist nicht verboten.
Soziales
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist nicht verpflichtend.