Kritischer Konsum

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Biopark

Biopark
Der Biopark-Verband wurde 1991 von Landwirt*innen und Wissenschaftler*innen in Mecklenburg-Vorpommern mit der Absicht gegründet, nachhaltige Landwirtschaft in möglichst geschlossenen Kreisläufen zu fördern. Ungefähr die Hälfte aller Betriebe bewirtschaftet Flächen in Naturschutzgebieten. Im Mittelpunkt der Biopark-Richtlinien stehen als konkrete Ziele Natur- und Umweltschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie der Schutz der Verbraucher*innen. Die Biopark-Richtlinien basieren auf der EG-Öko-Verordnung ( EU-Bio), gehen jedoch über sie hinaus. Betriebe müssen komplett nach den Richtlinien umgestellt werden. Aktuell arbeiten ungefähr 500 Landwirtschaftsbetriebe und 100 Verarbeiter und Händler nach den Biopark-Richtlinien.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die ökologischen Kriterien stehen im Zentrum und erfüllen höchste Ansprüche. Als Verband vertritt Biopark in erster Linie die Interessen seiner Mitglieder. Eine ausgewogene Vertretung von Interessengruppen in
Entscheidungsgremien erfolgt nicht. Der Standard legt umfassende Kriterien zur artgerechten Tierhaltung fest. Die Sozialstandards von Biopark stehen nicht im Fokus. Die Richtlinie schreibt lediglich vor, dass Menschenrechte respektiert werden müssen. Für die vorliegenden Kriterien ist dies zu unspezifisch, daher findet keine Bewertung in dem Bereich statt.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, aber die Ergebnisse sind nicht öffentlich zugänglich.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden als Second-Party-Audits durchgeführt.
Stakeholder participation
  • Den Prüfer*innen wird empfohlen während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzuholen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Ein Produkt kann nur zertifiziert werden, wenn zumindest 95 % des Rohmaterials geprüft ist.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Der Einsatz synthetischer Chemikalien ist untersagt.
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung und effiziente Nutzung von Wasser ist verpflichtend.