Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

CmiA - Cotton made in Africa

CmiA - Cotton made in Africa
Cotton made in Africa (CmiA) ist eine Initiative der Aid by Trade Foundation (AbTF). Die Stiftung wurde 2005 von Dr. Michael Otto (Otto Group) gegründet. Für CmiA stehen die Baumwollkleinbäuerinnen und -bauern sowie die Fabrikarbeiter*innen in den Entkörnungsanlagen für Baumwolle in Afrika im Fokus. Durch CmiA soll gezielt die Nachfrage nach afrikanischer Baumwolle auf den Absatzmärkten gesteigert werden. Derzeit fragen 30 Textilhändler und Modemarken, darunter Otto Group, Puma, Rewe Group, S.Oliver und Tchibo explizit die nach CmiA-Standard produzierte Baumwolle aus Afrika nach und setzen sie in ihren Produkten ein.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die Baumwollproduktion gemäß CmiA stellt eine Verbesserung zum konventionellen Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau. Die ökologischen und sozialen Auflagen sind niedrig, sogenannte Einstiegskriterien, die sich nur schrittweise erhöhen. Die Schulungen sowie die Wirkungskontrolle sind begrüßenswert. Die Glaubwürdigkeit ist teilweise hoch: Die Struktur ist öffentlich, verschiedene Interessengruppen sind in Entscheidungen involviert und die Umsetzung des Standards wird durch unabhängige Dritte geprüft. Die Nutzung des Labels am Endprodukt kann für Konsument*innen verwirrend sein.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich. Eine ausgewogene Vertretung von verschiedenen Interessengruppen in Entscheidungsgremien ist vorhanden.
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das Zertifizierungssystem prüft die Wirkung seiner Arbeit unter Berücksichtigung anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind.
  • Den auditierten Unternehmen wird die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) und die systematische Risikobewertungen empfohlen, aber die Umsetzung nicht sytematisch geprüft.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Die Prüfer*innen sind verpflichtet während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzubeziehen.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien ist untersagt.
  • Das Zertifizierungssystem verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert einen integrierten Ansatz zum Bodenschutz mit einem Maßnahmenpaket wie Wechselwirtschaft oder anderen Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist verpflichtend und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
Soziales
Living wage / decent income
  • Der Standards gilt für alle Arbeitskräfte, auch für Saisonarbeiter*innen und Subunternehmer.
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Der Standard empfiehlt verantwortungsbewusste Einkaufspraktiken von den Unternehmen.