Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

ETI - Ethical Trading Initiative

ETI - Ethical Trading Initiative
Die Ethical Trading Initiative (ETI) wurde 1998 als Zusammenschluss von Unternehmen, NROs und Gewerkschaften gegründet, um gegen Ausbeutung in der Produktion von Konsumgütern vorzugehen. Die Richtlinien sind auf alle Konsumgüter anwendbar und werden auch für Produkte wie Baumaterialien oder Ausschreibungen der öffentlichen Hand ausgelegt. ETI zertifiziert keine Produkte oder Fabriken, sondern evaluiert eine zufällige Stichprobe von 20 % der Jahresberichte teilnehmender Unternehmen. Die Berichte werden vom paritätisch besetzten ETI-Ausschuss bewertet, dabei werden Anforderungen für Verbesserungen gestellt. Wenn Unternehmen nicht genug Fortschritte erzielen oder ihren Verpflichtungen als Mitglied nicht nachkommen, kann ihre Mitgliedschaft beendet werden. Derzeit hat ETI 67 Mitglieder, darunter Tchibo und H&M.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Das Gütesiegel ist Eigentum einer breitgefächerten Gruppe unterschiedlicher Stakeholder, nicht nur von Unternehmen.
  • Gewerkschaften sind in den Entscheidungsgremien des Gütesiegels vertreten.
  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrollen & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse und diese Informationen werden öffentlich zugänglich gemacht.
  • Audits (Überprüfungen) werden als Second-Party-Audits (Überprüfungen von Organisationen in der Lieferkette & Produktion durch den Labelhalter oder Einlkäufer) durchgeführt.
  • Audit-Berichte (Prüfberichte) sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt jedoch eine veröffentlichte allgemeine Zusammenfassung des Berichts und/oder der Audit-Ergebnisse (Prüfergebnisse).
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, und es gibt ausreichende Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums. Um Lohnzahlungen bewerten zu können, müssen Audits (Überprüfungen) Arbeitszeit und Auszahlungsgrundsätze wie Akkordlohnsysteme berücksichtigen. Standard-Prüfmodelle müssen mit allen relevanten Stakeholdern (Betroffenen) in Dialog treten und gemeinsame Rahmenbedingungen zur Bewertung von existenzsichernden Löhnen schaffen. Gleichzeitig sind Initiativen zur Lohnerhöhung notwendig.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch vielfältige Maßnahmen unterstützt.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz
  • Das Gütesiegel gibt Empfehlungen für die Einkaufspraktiken der Unternehmen. Die Einhaltung dieser Empfehlungen ist nicht verpflichtend ODER die Empfehlungen sind ungenügend.