Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

hessnatur

hessnatur
Hessnatur ist ein 1976 gegründetes deutsches Versandhaus für Naturtextilien mit firmeneigenem Label. Hessnatur ist durch das unabhängige Institut für Marktökologie (IMO) berechtigt, GOTS-zertifizierte Produkte in den Handel zu bringen. Das Versandhaus ist außerdem Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF). Der Arbeitsverhaltens-kodex der FWF wurde von hessnatur übernommen. Das Unternehmen hat ein Managementsystem für Ökologie und Qualität und ein weiteres für die Sicherung von Sozialstandards. Zu diesen beiden Managementsystemen gehören auch die hessnatur-Richtlinie für ökologische Standards sowie der Verhaltenskodex für Sozialstandards.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Als erstes Mitglied der FWF in Deutschland (2005) achtet hessnatur bei der Textilverarbeitung auf hohe soziale Standards, darunter die Zahlung existenzsichernder Löhne. Nach den Kriterien der FWF wird bei der Verifizierung eng mit lokalen Organisationen zusammengearbeitet. Die ökologischen Kriterien entsprechen ebenso dem GOTS wie die sozialen Kriterien beim Anbau der Baumwolle. Produkte von hessnatur werden zu 30–40 % durch diesen Standard zertifiziert. Im Jahr 2016 stammten 96 % des Einkaufsvolumens von hessnatur (2016) von kontrollierten Betrieben oder Betrieben, die in Niedrig-Risiko-Ländern produzieren.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
  • Die Prüfer*innen sind verpflichtet während des Prüfprozesses Informationen externer lokaler Interessengruppen wie Gewerkschaften und NROs einzubeziehen.
Ökologie
Eco-friendly production
  • Das Zertifizierungssystem verlangt die Durchführung einer regelmäßigen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung).
  • Der Einsatz von GVO (gentechnisch veränderten Organismen) ist in der gesamten Lieferkette untersagt (einschließlich als Futtermittel in tierischen Produkten).
Soziales
Living wage / decent income
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohns ist verpflichtend, und für die Umsetzung dieses Kriteriums sind ausreichende Instrumente vorhanden. Um die Lohnzahlungen beurteilen zu können, werden in den Audits auch die Arbeitszeiten und die Stücklöhne geprüft.
Business Practice and Ethical Issues
  • Der Standard fordert verantwortungsbewusste Einkaufspraktiken von den Unternehmen.
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch vielfältige Maßnahmen aktiv unterstützt.