Kritischer Konsum

Einkauf & Verantwortung

MADE-BY

MADE-BY
MADE-BY wurde im Jahr 2004 als gemeinnützige Organisation gegründet und ist kein Label im eigentlichen Sinne. Die Organisation hat mit MODE-Tracker einen Ansatz entwickelt, um die Fortschritte von Unternehmen im Hinblick auf ökologische und soziale Kriterien abzubilden und öffentlich zu machen. Dafür legt MADE-BY in acht Bereichen (sogenannten Cubes) verschiedene Kriterien an. Diese acht Bereiche bilden den gesamten Lebenszyklus eines Produktes ab. Die Bewertung erfolgt jeweils in drei Abstufungen. Die entsprechenden Fortschritte werden spätestens ab dem zweiten Jahr öffentlich kommuniziert. Derzeitige sind u. a. G-Star, WE Fashion und Ted Baker Mitglied.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die sozialen und ökologischen MODE-Tracker-Kriterien sind mangelhaft. MADE-BY holt die Unternehmen da ab, wo sie stehen. Von diesem Standpunkt aus wird eine jährliche Bewertung sowie Fortschrittsmessung innerhalb der jeweiligen Bereiche vorgenommen. Die Unternehmen müssen Nachweise für ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten erbringen, allerdings nicht in allen, sondern in mindestens drei der acht Bereiche.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das System prüft die Wirkung, aber nicht anhand festgelegter anspruchsvoller Indikatoren.
  • Es wird eine Wirkungsanalyse durchgeführt, aber die Ergebnisse sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Den auditierten Unternehmen wird die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) und die systematische Risikobewertungen empfohlen, aber die Umsetzung nicht sytematisch geprüft.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden als Second-Party-Audits durchgeführt.
Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Verbraucherkommunikation
  • Es wird eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Produkten und Inhaltsstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet, aber die Informationen sind nicht öffentlich zugänglich.
Ökologie
Use of chemicals and pesticides
  • Der Einsatz gefährlicher Chemikalien wird eingeschränkt und es liegen Empfehlungen zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung solcher Substanzen vor.
Eco-friendly production
  • Der Standard fordert zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
Water/Energy Use and Emissions
  • Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist verpflichtend und die effiziente Nutzung von Wasser wird empfohlen.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas(THG)-Emissionen ist erforderlich.
Soziales
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer*innen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien und Sicherheit am Arbeitsplatz.