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GRI - Global Reporting Initiative

GRI - Global Reporting Initiative
GRI ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich seit 1997 auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen spezialisiert hat. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die frühen 1990er Jahre, als die Coalition for Environmentally Reponsible Economies (CERES) einen Rahmen für die Umweltberichterstattung entwickelte. GRI zielt darauf ab, das Nachhaltigkeitsmanagement (in Bezug auf z.B. Klimawandel, Menschenrechte, Korruption usw.) in den Entscheidungsfindungsprozess jeder Organisation zu integrieren. Es ist derzeit der weltweit am häufigsten verwendete Standard für die erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Derzeit beziehen 42 Länder und Regionen die GRI in ihre Politik ein. GRI baut auf einem Multi-Stakeholder-Prinzip auf, das die Beteiligung und Expertise verschiedener Stakeholder bei der Entwicklung ihrer Standards sicherstellt. Das Global Sustainability Standards Board (GSSB) ist das unabhängige Standardisierungsgremium von GRI. Im Jahr 2016 hat die GSSB die GRI-G4-Richtlinien in eine Reihe von modular zusammenhängenden GRI-Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards (GRI-Standards) umstrukturiert.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Gewerkschaften sind in ständigen Beratungsgremien vertreten, nicht jedoch in Entscheidungsgremien.
  • Das Gütesiegel integriert die Ergebnisse der Kontrolle & Bewertung regelmäßig in interne Prozesse, z.B. Protokolle der Aufnahme in die Tagesordnung von Sitzungen, Strategielegung bei Auswertung der Ergebnisse.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Es gibt ein Nachverfolgungssystem, aber dieses ist nicht oder nur zum Teil öffentlich zugänglich ODER basiert ausschließlich auf der Massenbilanz.
  • Das Gütesiegel verlangt integrierten Pflanzenschutz oder andere Wege zur systematischen Reduktion des Einsatzes von Chemikalien (Pflanzenschutz- & Düngemittel).
  • Das Gütesiegel verlangt zumindest eine Maßnahme zum Bodenschutz wie Wechselwirtschaft oder andere Maßnahmen wie Konturpflügen, Windschutz oder Direktsaat.
  • Die Nutzung von kürzlich (< 5 Jahre) abgeholztem Land (oder die Zerstörung anderer wertvoller Ökosysteme) ist untersagt.
  • Das Gütesiegel empfiehlt die Durchführung einer regelmäßigen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).
  • Die Überwachung und effiziente Nutzung von Wasser ist erforderlich.
  • Die Überwachung des Energieverbrauchs und/oder von Treibhausgas-Emissionen ist erforderlich UND die Methodik ist klar beschrieben (oder es wird auf eine bereits etablierte Methodik verwiesen).
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, jedoch gibt es keine ausreichenden Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden gerade erst entwickelt.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten aktiv gefördert
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren, sind jedoch nicht Bestandteil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess).
  • Fachliche Schulungen, Schulungen im Bereich Arbeitsschutz sowie zum Thema Arbeitsrecht.