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SA 8000 - Social Accountability International

SA 8000 - Social Accountability International
Dieses Gütesiegel / Zertifikat wird vor allem zwischen Unternehmen verwendet (Buisness to Business). Social Accountability International (SAI) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die Menschen- und Arbeitnehmerrechte durch die Entwicklung eines freiwilligen Standards mit dem Namen SA8000 fördert. Er wurde 1997 initiiert und baut auf IAO- und UN-Konventionen auf. Die ORKB arbeitet mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um Forschungs-, Ausbildungs- und Kapazitätsaufbauprogramme durchzuführen - aber es handelt sich nicht um eine Multi-Stakeholder-Initiative. SAI bietet ein SA8000 Guidance Document und die Weiterentwicklung von Implementierungspraktiken, Schulungskursen, lokaler Kapazitätsbildung usw. Unternehmen können ihre Arbeitsplätze zertifizieren lassen. Die Zertifizierung erfolgt durch die Social Accountability Accreditation Services (SAAS) und muss veröffentlicht werden. Eine Liste von mehr als 3.800 Fabriken in 69 Ländern und 65 Industriesektoren wird online auf der Website von SAAS veröffentlicht.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Die österreichischen Label wurden von unserer Partnerorganisation in der SUPPLY CHA!NGE-Kampagne, Global 2000, bewertet.

Welche Kriterien erfüllt das Label

  • Gewerkschaften sind in ständigen Beratungsgremien vertreten, nicht jedoch in Entscheidungsgremien.
  • Das Gütesiegel monitort seinen Impact, verfügt jedoch nicht über festgelegte Indikatoren und/oder dessen Indikatoren sind ungeeignet und/oder die Einflüsse werden nicht systematisch bewertet;
  • Die Unternehmen, welche einer Prüfung unterzogen werden, müssen eine Due Diligence (sorgfältige Prüfung) in Hinblick auf Menschenrechte oder systematische Risikobeurteilungen durchführen.
  • Audits (Überprüfungen) werden von einem Dienstleistungsunternehmen als Drittpartei oder über eine unabhängige Prüfung durchgeführt.
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
  • Das Gütesiegel ermöglicht Zugang zu technischer oder finanzieller Unterstützung für die Einhaltung des Standards.
  • Die Auszahlung existenzsichernder Löhne (Living Wages) ist eine Voraussetzung, jedoch gibt es keine ausreichenden Mechanismen zur Umsetzung dieses Kriteriums oder diese werden gerade erst entwickelt.
  • Die Rechte und Leistungen des Standards gelten für alle Arbeitskräfte, auch für Subunternehmer. Arbeitskräfte, die als Subunternehmer beschäftigt sind, müssen über dieselben Rechte verfügen wie reguläre Arbeitnehmer, und es ist Herstellern nicht gestattet, Subunternehmer als Arbeitskräfte zu nutzen, um ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zu umgehen. Obwohl dies unter den Punkt Arbeitsrecht fällt, betrifft dies auch Leistungen und Rechte aus anderen Bereichen (z.B. Arbeitsschutz).
  • ILO-Kernarbeitsnormen sind eine verpflichtende Voraussetzung.
  • Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen werden durch einzelne Aktivitäten aktiv gefördert
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen liegen vor und sind Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess), auch unter Teilnahme der relevanten lokalen Stakeholder (z.B. Gewerkschaften).
  • Schulungsangebote im Bereich Arbeitsschutz