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SA 8000 - Social Accountability International

SA 8000 - Social Accountability International
Social Accountability International (SAI) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die Menschen- und Arbeitnehmerrechte durch die Entwicklung eines freiwilligen Standards mit dem Namen SA8000 fördert. Er wurde 1997 initiiert und baut auf IAO- und UN-Konventionen auf. Die Zertifizierung erfolgt durch die Social Accountability Accreditation Services (SAAS) und muss veröffentlicht werden. Eine Liste von mehr als 3.800 Fabriken in 69 Ländern und 65 Industriesektoren wird online auf der Website von SAAS veröffentlicht.

Bewertung

Skala: = anspruchsvoll; = gut; = mittelmäßig; = unzureichend; = mangelhaft; = kein Fokus. Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2016/2017.

Die Sozialstandards sind anspruchsvoll: Existenzsichernde Löhne werden gefordert und das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen aktiv unterstützt. Schwerpunkt der Zertifizierung ist die einzelne Fabrik oder Plantagen. Die Verantwortung für die Einhaltung der Standards liegt bei den Fabrikbesitzern und den Zulieferern, nicht bei den Markenfirmen und Händlern. Dadurch werden die negativen Auswirkungen der Beschaffungspolitik auf die Arbeitsbedingungen nicht hinreichend berücksichtigt. SAI zeichnet sich durch eine mittlere Glaubwürdigkeit aus: Sie ist eine Multi-Stakeholder-Initiative und bezieht Gewerkschaften und
andere zivilgesellschaftliche Akteur*innen gleichberechtigt in Entscheidungsgremien ein. Audit- und Verifikationsberichte sowie eingehende Beschwerden ( Beschwerdemanagement) werden jedoch nur unzureichend veröffentlicht.

Welche Kriterien erfüllt das Label

Glaubwürdigkeit
Organisationsstruktur
  • Gewerkschaften sind in Beratungsgremien vertreten, aber nicht in den Entscheidungsgremien.
Wirksamkeit, Monitoring und Risikoanalysen
  • Das System prüft die Wirkung, aber nicht anhand festgelegter anspruchsvoller Indikatoren.
  • Die auditierten Unternehmen müssen nachweisen, dass sie die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten (human rights due diligence) einhalten oder eine systematische Risikobewertung vorgenommen haben.
Nachhaltigkeitsaudits
  • Audits (Überprüfungen) werden von Dritten durchgeführt oder es findet eine unabhängige Verifizierung statt.
Stakeholder participation
  • Arbeitskräfte müssen als Teil des Audit-Prozesses (Überprüfungsprozesses) befragt werden. Alle oder zumindest einige der Befragungen müssen an einem anderen Ort als der Produktionsstätte oder ohne Beisein von Personen der Management-Ebene erfolgen.
Soziales
Freedom of Association and collective bargaining / complains mechanism
  • Alle ILO-Kernarbeitsnormen sind verpflichtend.
  • Unabhängige Beschwerdemechanismen existieren und die Meldungen fließen in den Audit-Prozesses (Überprüfungsprozess) ein.
Business Practice and Ethical Issues
  • Es gibt Schulungen zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie zu Arbeitsrechten.