“Seit dem Kurs kann ich bei der Arbeit unsere Rechte einfordern.”

Vilma Alvarado, Näherin und Gewerkschafterin

Nähen für den Weltmarkt…

Gemeinsam in vier Ländern aktiv für bessere Arbeitsbedingungen in der Maquila

Das Projekt

Naeherin-Nicaragua-2012
Foto: Joana Eink (CIR)

Im Maquila Regionalprogramm werden Textilarbeiterinnen geschult, sich für ihre Rechte einzusetzen. Machen Sie es möglich! Bitte wählen Sie in der Liste im Spendenformular das Spendenstichwort “Frauenrechte” aus.

Die Bekleidungs- und Textilindustrie spielt in Mittelamerika eine wichtige Rolle: Etwa 400.000 Personen arbeiten in den Maquilas, die für den Weltmarkt produzieren – und werden systematisch ausgebeutet. Während die gezahlten Mindestlöhne nicht ausreichen, um grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen, sind die Arbeitsbedingungen durch hohe Unsicherheit und körperliche sowie gesundheitliche Belastung geprägt.

Zwar besteht durch nationale Gesetze und die Ratifizierung internationaler Normen ein rechtlicher Rahmen zum Schutz der Arbeiter*innen, aber diese Rechte werden selten eingehalten.
Deshalb ist es das Ziel der Projektpartner sich auf regionaler Ebene zu vernetzen, denn um die Einhaltung der Arbeitsrechte in den Maquilas zu ermöglichen, ist ein Bündel von nationalen und regionalen Strategien notwendig.

Der regionale Ansatz soll am Ende mehr als die Summe der einzelnen Projekte bringen.

Das sagen unsere Partner*innen:

“Das Maquila Regionalprogramm fördert nicht nur Wissen über Arbeitsrechte, sondern bedeutet indirekt auch wirtschaftliche und moralische Unterstützung für die Arbeiter*innen. Die regionale Dimension der Aktivität erlaubt uns einen engen Austausch über unsere Realität und um eine gemeinsame Front und ein Gegengewicht gegen diese ungesunde Politik gegen Frauen zu bilden. Wir wollen Arbeit unter gesunden Bedingungen; ein Arbeitsklima, das nicht auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter*innen geht.”

Rosita Escobar, Direktorin der guatemaltekischen Frauenorganisation AMES. Foto: Kirsten Clodius (CIR)

Silvia del Carmen Urquilla (ORMUSA) leitet die Projektaktivitäten in El Salvador. Foto: Kirsten Clodius (CIR)

“Für ORMUSA ist das Programm von großer Bedeutung, weil dadurch viele Frauen in Arbeitsrechtsthemen weitergebildet werden können, aber auch um an eine Öffentlichkeit heranzukommen, die normalerweise schwieriger zu sensibilisieren ist. Wie zum Beispiel staatliche Dienstleister und Rechtsträger*innen, die die Einhaltung von Arbeitsrechten garantieren müssen, aber diese manchmal gar nicht richtig kennen oder einfach keine zielführenden Anstrengungen unternehmen. Außerdem ist es für uns sehr hilfreich, mit diesem Programm die Debatte auf regionaler Ebene um Gesundheit und Gewalt am Arbeitsplatz zu beleben.”

“Dieses Projekt hat uns in erster Linie dabei geholfen, von einander zu lernen. Die Maquila-Problematik ist in der ganzen Region sehr ähnlich. Leider. Es gibt zwar keine Formel, die uns bei der Lösung der Problematik von einem auf den anderen Tag helfen kann, aber der gegenseitige Austausch hilft uns dabei kleine Fortschritte zu machen.”

Tania Cordero, Projektkoordinatorin vom MEC (Movimiento de Mujeres María Elena Cuadra) in Nicaragua. Foto: Kirsten Clodius (CIR)

Vilma Alvarado ist Näherin und Gewerkschafterin. Sie absolvierte bei unserer honduranischen Partnerorganisation EMIH einen einjährigen Diplomkurs in "Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz". Foto: Kirsten Clodius (CIR)

“Für mich persönlich hat das Programm sehr viel gebracht, weil ich seit dem Diplomkurs jetzt bei der Arbeit unsere Rechte einfordern kann. Das läuft recht erfolgreich und auch im Thema Gesundheit und Hygiene am Arbeitsplatz machen wir Fortschritte. Wir danken EMIH dafür, weil sie uns diese Möglichkeit gegeben haben zu lernen. Und jedes Mal lernen wir etwas neues von ihnen, diese Gruppe ist wirklich etwas besonderes. Es sind Frauen, die ihre Arbeit aus Überzeugung machen und viel Geduld mit uns haben.”

Maquilas in Mittelamerika

In Lateinamerika hat sich das sogenannte „Maquilasystem“ in Weltmarktfabriken – ausgehend von Mexiko – vor allem in Mittelamerika etabliert. Am stärksten sind die Maquilas in Nicaragua, Guatemala, El Salvador und Honduras in sogenannten Sonderwirtschaftszonen oder Freien Produktionszonen vertreten, wo jeweils einige zehntausend Beschäftigte in Montagebetrieben und Nähfabriken für Nordamerika, Westeuropa und teilweise sogar Ostasien arbeiten.

Die Löhne liegen in den mittelamerikanischen Ländern zwar nicht ganz so niedrig wie zum Beispiel in Bangladesch, sind aber durchaus wettbewerbsfähig. Außerdem gibt es neben dem zollfreien Zugang zum US-amerikanischen Markt noch den geografischen Vorteil gegenüber Asien aufgrund kurzer Transportwege und einem gut ausgebautem Straßennetz.

Das Maquilasystem hat einerseits zum Entstehen neuer Arbeitsplätze und gewisser Wirtschaftsentwicklung beigetragen, andererseits ähnlich wie in anderen Produktionsländern die sozialpolitische Problematik (zu) billiger Arbeitskräfte nicht gelöst. Die an den Staat abzuführenden Steuern und sonstigen Abgaben sind sehr gering, um möglichst hohe Investitionsanreize zu bieten.

Gesetzliche Mindestlöhne in der Bekleidungsindustrie in Mittelamerika

In keinem der vier mittelamerikanischen Länder deckt der Mindestlohn die Lebenshaltungskosten für eine vierköpfige Familie. Nicht einmal die notwendigen Lebensmittel kann sich eine Arbeiter*in leisten.

  • In Guatemala liegt der Mindestlohn bei 377 US-Dollar. Der Lohn deckt nur 78% des Grundwarenkorbs für Lebensmittel (2018).
  • In Honduras liegt der Mindestlohn bei 272 US-Dollar und deckt damit nur 78% des Grundwarenkorbs (2018).
  • In El Salvador liegt der Mindestlohn bei 300 US-Dollar und deckt gerade einmal 35% des Grundwarenkorbs (2018).
  • In Nicaragua verdienen die Näher*innen mit 175 US-Dollar den niedrigsten Mindestlohn. Dieser deckt 61% des Grundwarenkorbs für Lebensmittel (2018).

(Die Zahlen sind der Untersuchung “Salarios de Maquila en Centro América 2018” der Forschungsorganisation EIL-Equipo de Investigación Laboral entnommen.)



Mit diesen Partnerorganisationen arbeiten wir im Maquila-Regionalprogramm zusammen



Ich unterstütze das Maquila-Regionalprogramm!

Es erlaubt den Arbeiter*innen und Aktivist*innen, sich eng auszutauschen und eine gemeinsame Front und ein Gegengewicht zu bilden gegen die ungesunde Politik gegen Frauen in Textilfabriken.

Dies ist ein konkretes Beispiel, was Ihre Spende unter dem Spendenzweck “Frauenrechte” bewirken kann.

Fragen? Rufen Sie uns gerne an: +49 (0) 251 / 67 44 13 – 0

Porträt von Kirsten Clodius

Ich bin für Ihre Fragen da:

Kirsten Clodius
Referentin für Honduras, Frauen, Kleidung, LGBTI*
clodiusnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-18

Unsere Partner*innen

Mit diesen Organisationen arbeiten wir zu Frauenrechten

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