Nicaragua Libre?!

19:00 bis 21:30 Uhr / 21.03.2019
Osnabrück

In Nicaragua revoltierten seit April 2018 große Teile der Bevölkerung gegen die Regierung des Präsidenten Daniel Ortega. Die soziale Revolution in Nicaragua erfuhr in den 80er Jahren eine breite Solidarität. Heute ist das politische System unter der Regierung Ortega zu einem Gewaltsystem pervertiert, das Menschenrechte systematisch verletzt und Andersdenkende mit Gewalt verfolgt.
Die Regierung verteufelt die Protestierenden als Terroristen und kriminalisiert sie mit einem eigens beschlossenen Anti-Terrorgesetz. Nicaraguanische und internationale Menschenrechts-Organisationen klagen die Regierung schwerster Menschenrechtsverletzungen an; über 300 Menschen wurden getötet und tausende verletzt. Im Anschluss an die Niederschlagung der Proteste im Juli 2018 ging die Repression weiter, über 700 politische Gefangene werden als Terroristen angeklagt oder sind teils schon zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Protestbewegung ist breit und vielfältig. Student*innen ergriffen die Initiative, Bauern und Bäuerinnen, kleine Gewerbetreibende, die Frauenbewegung und Bewohner*innen städtischer Armenviertel schlossen sich an. Auch die Unternehmerverbände stellten sich auf die Seite der Opposition, die katholische Kirche versucht engagiert, zwischen Protestbewegung und Regierung zu vermitteln.

Doch welche Perspektive haben die Proteste?
Entwickelt sich Nicaragua zu einem zweiten Venezuela, mit massiver Einmischung von außen?
Welchen Lösungen des Konfliktes sind denkbar?

Der Referent
Thomas Krämer ist seit 25 Jahren Geschäftsführer und Nicaragua-Verantwortlicher der Christlichen Initiative Romero. Er lebte von 2003 bis 2006 in Nicaragua, bereiste zuletzt im Dezember 2018 das Land und steht in ständigem Austausch mit lokalen Partnerorganisationen.

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Lagerhalle e.V., Rolandsmauer, Osnabrück, Deutschland