Menschenrechte

Menschenrechtsverteidiger*innen

Wer sind sie und was machen sie?

Vilma Núñez, Direktorin der Menschenrechtsorganisation CENIDH. Foto: amnesty international

Egal ob politisch stabil oder durch interne bewaffnete Konflikte aufgewühlt, ob demokratisch oder undemokratisch regiert oder ob wirtschaftlich mehr oder weniger wohlhabend – auf allen Flecken der Erde setzen sich Menschen aktiv für die Gewährleistung der Menschenrechte ein. Sie werden dabei oft als „Menschenrechtsverteidiger*in“ bezeichnet. Doch was macht einen Menschen zur Menschenrechtsverteidiger*in?

Der Begriff Menschenrechtsverteidiger*in wird in der Sprachpraxis sehr unterschiedlich gebraucht. Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte verweist in ihrer Erklärung zu Menschenrechtsverteidiger*innen von „Einzelpersonen, Gruppen und Vereinigungen, die dazu beitragen, dass alle Verletzungen der Menschenrechte und Grundfreiheiten von Menschen und Menschen wirksam beseitigt werden“ (Übersetzung aus dem Englischen). Menschenrechtsverteidiger*innen setzen sich also dafür ein, dass die Menschenrechte in einem breiten Themenspektrum von Entwicklungsprojekten, Migration, Gesundheit und politischem Wandel gefördert, geschützt und verwirklicht werden. Sie können dabei sowohl für die bürgerlichen und politischen Rechte als auch die der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte eintreten. Diese verschiedenen Rechte sind eng miteinander verzahnt und in der Praxis nicht voneinander zu trennen.

Was tun Menschenrechtsverteidiger*innen?

Da Menschenrechtsverteidiger*innen sich entweder mit einzelnen oder auch einer Vielzahl von Menschenrechten befassen, sprechen sie dabei oft im Namen von Einzelpersonen oder Gruppen, deren Menschenrechte bedroht oder eingeschränkt sind. Einige Menschenrechtsverteidiger*innen erhalten für ihre Arbeit eine Entlohnung, viele andere setzen sich unentgeltlich für die Menschenreche ein. Diese ehrenamtliche geleistete Arbeit ist für den Menschenrechtsschutz von unschätzbarem Wert, denn in der Regel verfügen professionelle Menschenrechtsorganisationen nur über sehr begrenzte finanzielle Mittel. Die Mehrheit der Menschenrechtsverteidiger*innen arbeitet auf lokaler oder nationaler Ebene und unterstützt die Achtung der Menschenrechte in ihren eigenen Gemeinschaften und Ländern. Einige Verteidiger*innen agieren jedoch auf regionaler oder internationaler Ebene.

Um die Menschenrechte zu verteidigen, sammeln und verbreiten Menschenrechtsverteidiger*innen Informationen über Menschenrechtsverstöße, melden diese an nationale, regionale oder internationale Menschenrechtsmechanismen, unterstützen Opfer von Menschenrechtsverletzungen finanziell oder mit medizinischer und psychologischer Hilfe, treten für Maßnahmen zur Beendigung der Straflosigkeit ein, unterstützen eine bessere Regierungsführung und Regierungspolitik, engagieren sich in der Menschenrechtserziehung und –Ausbildung und beteiligen sich an der Umsetzung von Menschenrechtsverträgen.

„Ich werde immer Menschenrechtsverteidigerin
sein. Gerade wollte ich sagen: ‚bis ich sterbe‘. Ich hoffe, dass ich sterbe bevor ich es
nicht mehr sein kann.“

Vilma Núñez

Porträt von Kirsten Clodius

Ich bin für Ihre Fragen da:

Kirsten Clodius
Referentin für Honduras, Frauen, Kleidung, LGBTI*
clodiusnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-18