e Solidarität mit Textilarbeiter*innen in der Ukraine - Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)

Kleidung

Deutsche Unternehmen tragen Verantwortung für Textilarbeiter*innen in der Ukraine

Kampagne für Saubere Kleidung fordert, erhöhte Sorgfaltspflichten walten zu lassen

März 2022

Als Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung stehen wir in Solidarität an der Seite der Bekleidungs- und Textilarbeiter*innen und allen anderen Arbeiter*innen in der Ukraine.

„Wir verurteilen den Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine, wie wir jeden Akt der Aggression, der Invasion und des Krieges verurteilen. Wir fordern alle politischen Führer*innen, Gewerkschaftsführer*innen, Diplomat*innen und Aktivist*innen nachdrücklich auf, das ukrainische Volk zu unterstützen und ihm zu helfen, die Souveränität seines Landes zu schützen“, heißt es in einer Solidaritätserklärung der Kampagne für Saubere Kleidung, die wir ausdrücklich unterstützen.

38% der Bekleidungsexporte der Ukraine gehen nach Deutschland

Deutschen Unternehmen, die in der Ukraine Bekleidung produzieren lassen, kommt jetzt eine besondere Verantwortung zu: Vorkriegsstand war, dass etwa 200.000 Menschen in der ukrainischen Bekleidungsindustrie arbeiteten und mit etwa einem Fünftel des Basisexistenzlohnes (Stand 2018) abgespeist wurden. Diese Situation wurde durch die Coronakrise und – nun dramatisch – durch den Krieg verschlechtert.

Deutschen Unternehmen kommt hier eine zentrale Verantwortung zu, denn 38 Prozent aller Bekleidungsexporte der Ukraine gehen nach Deutschland (Stand 2020). Bereits während der vergangenen acht Jahre begannen viele Binnenvertriebene aus der Ostukraine in der Bekleidungsindustrie zu arbeiten, die in der Westukraine konzentriert ist. Es ist nun damit zu rechnen, dass tausende Flüchtende erneut versuchen werden, sowohl in der Westukraine als auch in den angrenzenden Ländern Polen, Moldau und Rumänien zu arbeiten.

Verpflichtungen zu Lohnzahlungen einhalten!

Firmen mit Sitz in Deutschland, die bislang in der Ukraine haben herstellen ließen, fordert die Kampagne für Saubere Kleidung auf, erhöhte Sorgfaltspflichten walten zu lassen. Das bedeutet beispielsweise, alle Verpflichtungen in Bezug auf Lohnzahlungen oder Entschädigungen einzuhalten, alle Rechte der Beschäftigten zu beachten und Löhne bzw. Aufträge im Voraus zu bezahlen. Zu den Marken mit Sitz in Deutschland, die in der Ukraine herstellen lassen, gehören u. a. Adidas, Esprit, Aldi, Zalando und Hugo Boss.

Foto: Kampagne für Saubere Kleidung

Porträt von Sandra Dusch Silva

Ich bin für Ihre Fragen da:

Sandra Dusch Silva
Referentin für nachhaltige Lieferketten und Kleidung
duschnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 030 - 41723800