CIR

„Ich bin: der Wandel“: Theaterstück zwischen Krisen und Utopien

Das neue Bildungs- und Informationsmaterial der CIR ist ein politisch-humorvolles Bühnenstück, das Orangensaft, die reichsten Männern der Welt und Wachstumszwang auf kreative Art verbindet und so Räume für Diskussion und Veränderung eröffnet.

„Stell dir vor. Du verlierst dein Haus, deine Wohnung, den Boden unter deinen Füßen. Draußen ist es sehr heiß, sehr kalt oder sehr vertrocknet. Du bist im Ahrtal, in Kalifornien, in Guatemala. Stell dir vor. Dein Kind, deine Eltern, eine gute Freundin, ein Nachbar, ein Mensch, der dir wichtig ist, ist nicht mehr da. Tot oder tot geglaubt oder einfach verschwunden. In Fluten untergegangen, in Flammen eingeschlossen, auf offener Straße erschossen. Diese Person war dir wichtig, sie war wie du oder ganz anders (…) Diese Person war ein Mensch. Aber das hat nicht gereicht.“

Diesen Monolog trug einer der acht engagierten jungen Schauspielenden im September 2025 im Theaterlabor Tor 6 in Bielefeld vor. Die Bühne dunkel, nur ein Spot auf ihn und seine klaren Worte gerichtet. Ein besonders berührender Moment für die über 100 Zuschauer* innen.

Komplexität trifft Unterhaltung

„Ich bin: der Wandel“ ist ein Theaterstück, das Themen der Romero Initiative unterhaltsam, klug und nachhaltig berührend vermittelt. Auf der Grundlage von CIR-Materialien aus dem Systemwandel-, Agrar- und Kleidungsbereich schrieben die Autorinnen Hannah Löwer und Lisa Marie Reese das abwechslungsreiche Bühnenwerk. Sie haben es geschafft, komplexe Themen anschaulich zu vermitteln: von einer Paartherapie zwischen Erde und Menschheit über eine Quizshow zu planetaren Belastungsgrenzen bis hin zum letzten Tanz der aussterbenden Biene. Es geht nicht nur um politische Strukturen, sondern auch um Menschen: um ihre Geschichten, ihren Mut, ihre Wut und ihre Zweifel. Das Stück setzt sich aus mehreren Monologen zusammen, die verschiedene Perspektiven auf die sozial-ökologischen Krise dieser Zeit darlegen. Da treffen eine Technik-Optimistin auf einen ernüchterten Wissenschaftler, ein Pessimist auf eine Aktivistin, ein Unternehmer auf eine Arbeiterin.

Theaterstück ist frei nutzbar

Theresa Haschke, CIR-Referentin für sozialökologische Transformation, hat das Theaterprojekt initiiert und an der Aufführung in Bielefeld mitgewirkt: „Ich wollte etwas kreieren, das Menschen nicht nur rational erreicht, sondern auch emotional.“ Das Skript ist gemeinfrei – also für Schulklassen, aktivistische Gruppen oder Theaterensembles frei nutzbar. So werden nicht nur die Botschaften des Stücks weitergetragen, sondern auch der Spaß am Aktiv sein für eine gerechtere Welt.  Das Stück ermöglicht Empathie für andere Lebensrealitäten. „Mir ist es wichtig zu zeigen, dass Engagement auch Spaß machen kann, Gemeinschaft fördert und uns enger zusammenrücken lässt“, sagt Theresa Haschke. Auch nur einzelne Szenen des Stücks können für Unterrichtseinheiten oder Straßenperformances genutzt werden.

Für die CIR ist das Theaterprojekt eine spannende und kreative Umsetzung ihrer politischen Inhalte und eine Möglichkeit, Menschen auf neuen Wegen zu erreichen. In einer Zeit, in der viele komplexe Krisen lähmend wirken können, öffnet das Stück Räume – für Empathie, Diskussion und vielleicht auch für Veränderung.

Dieser Text stammt aus unserem Magazin „presente“:

Foto: Maren Kuiter

Ich bin für Ihre Fragen da:

Theresa Haschke
Referentin für sozial-ökologische Transformation
haschkenoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-0