Konzerne unter der Lupe

REWE

KÖLN, Deutschland

Der Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften 

Im Fokus: REWE

Mit einem Gesamtumsatz von gut 40 Milliarden Euro im Jahr 2011 rangiert die Rewe Gruppe an zweiter Position der Lebensmittelhändler in Deutschland. In Europa ist die genossenschaftlich organisierte Unternehmensgruppe mittlerweile in 13 Ländern aktiv. Mit einem Umsatzanteil von circa 70 Prozent ist der Lebensmittelhandel nach wie vor das Kerngeschäft der Rewe Gruppe.

Der Anstoß der Gründung der Rewe Gruppe kam indirekt von der Edeka Genossenschaft. Diese verhinderte in den 1920er Jahren den Beitritt weiterer Genossenschaften, um die Vormachtstellung der eigenen Kaufluete vor Ort aufrechtzuerhalten. Die verschmähten örtlichen Gesossenschaften schlossen sich auf regionaler Ebene zu sogenannten Bezirkszentralen zusammen.

Die Starke Ausbreitung von Discountern zwang REWE 1973 zu einem Paradigmenwechsel. Rewe setzte gezielte Kooperationen und Beteiligungen ein. Bis heute zeichnet sich Rewe durch stetige Expansion aus. 2009 gliederte die Rewe-Tochter Penny 328 Plus-Märkte der Tengelmann-Gruppe in ihr Filialnetz ein. 

Soziale Unternehmensverantwortung ?

Rewe reagierte lediglich mit einem Antwortbrief auf einen von der CIR und Oxfam verschickten Fragebogen zur allgemeinen Unternehmensverantwortung, beantwortete die Fragen indes nur zu einem kleinen Teil. Rewe ist Mitglied der Business-Monitoringinitiative: BSCI. Das Unternehmen verpflichtet sich formell durch die Mitgliedschaft bei BSCI dazu, grundlegende Arbeitsstandards in der gesamten Lieferkette zu respektieren. In einzelnen Punkten ist der Kodex nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf die Garantie eines Existenzlohns für eine reguläre Arbeitszeit ohne Überstunden. Der Verhaltenskodex des Unternehmens ist auf der eigenen Homepage abrufbar. Rewe lieferte nur eingeschränkt Information zur Struktur der Zulieferkette und der Produktionsländer. Es existiert ein öffentlich zugänglicher Nachhaltigkeitsbericht.

Rewe veröffentlicht keine Ergebnisse von Fabrikaudits. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert. Es ist unsicher, ob der Kaufvertrag mit dem Zulieferer festlegt, dass ein umfassender Verhaltenskodex bei ihm und all seinen Unterlieferanten umgesetzt werden muss. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass Rewe Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. 

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