Öffentliche Beschaffung

Hilfestellung für Beschaffende

Wie eine nachhaltige Vergabe rechtssicher gestaltet werden kann

27. März 2026

Berufsbekleidung – eine der Waren, die die öffentliche Hand regelmäßig über Vergabeverfahren einkauft. (Foto: pixelshot/Canva.com)

Das Vergaberecht im Unterschwellenbereich befindet sich im Umbruch. Direktauftragsgrenzen werden angehoben, Verfahrensvorgaben vereinfacht, der formale Aufwand reduziert. Was politisch als Bürokratieabbau verkauft wird, geht in der Praxis häufig zulasten von Nachhaltigkeit: Ökologische Kriterien, soziale Mindeststandards und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten geraten zunehmend unter Druck.

Nachhaltige Vergabe weiter vorantreiben

Zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Romero Initiative betonen seit langem, dass es verbindliche gesetzliche Regelungen für eine nachhaltig ausgerichtete öffentliche Beschaffung geben muss – bisher ist die Bundesregierung dieser Forderung nicht nachgekommen. Dennoch engagieren sich viele Kommunen für eine nachhaltige und sozial verantwortliche Beschaffung.

Damit die derzeitige Deregulierungswelle hier nicht zu Rückschritten führt, sollten öffentliche Auftraggeber die neu entstehenden Freiräume aktiv für eine anspruchsvolle nachhaltige Beschaffung nutzen, indem sie gezielt Anreize für ökologisch und sozial nachhaltige Angebote setzen und Nachhaltigkeit als Vergabevorteil auch in vereinfachten Verfahren berücksichtigen.

Vorgefertigte, juristisch überprüfte Vergabe-Formulierungen

Um Kommunen dabei zu unterstützen, nachhaltige Beschaffung in Satzungen und Dienstanweisungen systematisch zu fördern und durch klare Formulierungen eine nachhaltige Vergabe rechtssicher zu gestalten, wurde eine Handreichung für Beschaffende in Auftrag gegeben. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des FAIRgabe-Bündnisses NRW erstellt.

Das FAIRgabe-Bündnis NRW ist ein Zusammenschluss verschiedener meist zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich im Rahmen ihrer Arbeit und gemeinsam als Bündnis seit vielen Jahren für bessere Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten sowie für eine nachhaltige, vor allem sozial verantwortliche öffentliche Beschaffung einsetzen. Das Bündnis ruft Politik, öffentliche Hand und Unternehmen dazu auf, ihrer menschenrechtlichen und umweltbezogenen Verantwortung gerecht zu werden, indem sie grundlegende Sozialstandards in ihren internationalen Lieferketten einfordern und für deren Umsetzung bzw. Einhaltung Sorge tragen. 

Aktuell sind neben der Romero Initiative folgende Mitglieder im FAIRgabe-Bündnis NRW aktiv: 

Foto: Maren Kuiter

Ich bin für Ihre Fragen da:

Merle Kamppeter
Referentin für nachhaltige Agrarlieferketten, öffentliche Beschaffung
kamppeternoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-61