„Die Förderung des Dialogs ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Umverteilung des Reichtums im Orangensaftsektor.“

Marcel Gomes, Repórter Brasil

Partnerschaft für nachhaltigen Orangensaft (PANAO)

Gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Orangensaftlieferkette

Das Projekt

Foto: Sandra Dusch Silva (CIR)

Wir möchten die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten auf Orangenplantagen und in der Saftindustrie Brasiliens verbessern!

Die Christliche Initiative Romero (CIR) arbeitet seit Jahren zum Thema Orangensaft, der in Brasilien für den deutschen Markt hergestellt wird. Im Fokus unserer Arbeit stehen die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Orangensaftlieferkette in Brasilien sowie die soziale Verantwortung deutscher Unternehmen. Mit der Partnerschaft für nachhaltigen Orangensaft (PANAO) ist es uns gelungen, verschiedene Akteursgruppen aus Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaft und Politik in Deutschland und Brasilien miteinander zu vernetzen, um die sozialen und ökologischen Herausforderungen bei der Orangensaftproduktion anzugehen!

Die CIR, Beckers Bester, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kaufland, die REWE Group, TIE, TransFair e. V. (Fairtrade Deutschland) und ver.di verpflichten sich als Mitglieder der PANAO, soziale Gerechtigkeit und Arbeitsrechte sowie Arbeits- und Umweltschutz in der Orangensaftlieferkette aktiv zu fördern. Gemeinsam soll so langfristig der Anteil an nachhaltigem Orangensaft im Markt erhöht werden.

Die Arbeitsbedingungen auf den Orangenplantagen in Brasilien sind häufig von niedrigen Sozialstandards geprägt. Während der Ernte arbeiten die Arbeiter*innen oft im Akkord, teilweise ohne Schutzkleidung – insbesondere gegen Pestizide – und unter hoher körperlicher Belastung. Verstöße gegen Arbeitszeiten sind weit verbreitet, Löhne der Arbeiter*innen beziehungsweise Einkommen der kleinbäuerlichen Produzent*innen sind häufig nicht existenzsichernd. Diese Herausforderungen können nur gemeinsam von verschiedenen Akteur*innen entlang der Lieferkette gelöst werden. Die EU und insbesondere Deutschland als einer der größten Abnehmer*innen des brasilianischen Orangensafts tragen hier eine besondere Verantwortung.

Die offizielle Gründung der Partnerschaft im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstags 2020 ist das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses, den die Zivilgesellschaft angestoßen hat. Seit 2013 haben wir als Christliche Initaitve Romero den Dialog und die Kooperation mit Non-Profit-Organisationen wie Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften in Brasilien und Deutschland intensiviert und zahlreiche Studien zum Thema veröffentlicht. 2017 initiierten wir einen Dialogprozess in Deutschland mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteursgruppen zur Erarbeitung von fairen und nachhaltigen Handelsbedingungen im Orangensaft-Sektor. In Brasilien fördert die CIR die Vernetzung der Zivilgesellschaft mit Gewerkschaften, die sich für die Rechte von Beschäftigten auf Orangenplantagen und in der Saftindustrie einsetzen. Innerhalb der PANAO werden jetzt alle Akteur*innen entlang der Lieferkette aktiv, übernehmen Verantwortung und kooperieren – für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und Einkommen, nachhaltige Beschaffung und verbesserte politische Rahmenbedingungen!

Arbeiter beim Orangenpflücken auf einer Plantage in São Paulo

Orangensaftkonzentrat wird in einer Fabrik gepresst und aufgefangen.

Frisch geerntete Orangen in Sao Paolo

Große Stoffsäcke gefüllt mit geernteten Orangen

Traktor transportiert großen Sack mit geernteten Orangen.

70 Prozent des brasilianischen Orangensafts gehen als Exporte an die Europäische Union.

Fotos: Alfribeiro, Daisy Ribeiro, Maurício Monteiro Filho, Hans-Theo Meyer

Die Projektpartner*innen

Zwei Arbeiter füllen einen Großsack mit geernteten Orangen auf einer brasilianischen Plantage

Im Rahmen der laufenden Projektphase (2020-2023) arbeiten wir mit unterschiedlichen Partner*innen zusammen: Die Organisation Repórter Brasil stärkt zivilgesellschaftliche Akteur*innen auf nationaler Ebene bei der lösungsorientierten Erarbeitung von Positionen zu den Problemen und Herausforderungen der globalen Orangensaftlieferkette. Auf lokaler Ebene ermöglichen wir in den Regionen Bahia und Sergipe den Kleinbäuer*innen der Kooperativen Coopealnor und Cooperin Zugang zu Schulungen zu nachhaltigen Techniken und Betriebswirtschaft. Außerdem wird die Vernetzung mit anderen Kooperativen gefördert, um Erfahrungs- und Wissensaustausch zu gestalten. Wichtige Partner*innen in diesem Prozess sind auch die nationalen und regionalen Kleinbäuer*innen-Verbände Contag und Fetase. Ihre Mission ist die Förderung der genossenschaftliche Organisation der kleinbäuerlichen Familienlandwirtschaft.

Video

Vorstellung der PANAO und ihrer Ziele

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Ich unterstütze die Arbeit der CIR im Bereich Orangensaftproduktion.

Fragen? Rufen Sie uns gerne an: +49 (0) 251 / 67 44 13 – 0

Porträt von Andrea de Moraes Barros

Ich bin für Ihre Fragen da:

Andrea de Moraes Barros
Projektkoordinatorin Multiakteurs-Partnerschaft Orangensaft, Brasilien
moraesbarrosnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 – 674413-23