Gäa e.V. geht auf die Umweltbewegung der 1980er-Jahre in der ehemaligen DDR zurück und wurde 1989 als ökologischer Anbauverband in Dresden gegründet. Ziel des Verbands ist die Förderung der ökologischen Landwirtschaft, v.a. in Ostdeutschland. Betriebe sollen durch möglichst in sich geschlossene landwirtschaftliche Kreisläufe Dauerfruchtbarkeit der Böden sowie den Erhalt von Pflanzenarten und Tierrassen fördern. Der Name stammt aus der altgriechischen Mythologie und leitet sich von „Gaia“ (Urmutter Erde) ab. Aktuell sind ca. 400 Bäuerinnen und Bauern Mitglied, v. a. kleinere Garten- und Familienbetriebe, Genossenschaften, aber auch Unternehmen aus Verarbeitung und Handel, so beispielsweise die Bio Company und die Gläserne Molkerei. Die meisten Betriebe befinden sich in Deutschland.
Die ökologischen Richtlinien des Standards gehen über EU-Bio hinaus. Positiv hervorzuheben sind die Kriterien zur artgerechten Tierhaltung, Fütterung, zum Transport und zur Schlachtung. Negativ fällt auf, dass existenzsichernde Einkommen/Löhne keine Rolle in dem Standard spielen. In der Kategorie Glaubwürdigkeit schneidet Gäa mittelmäßig ab: Das Konzept einer Just Transition ist zwar Bestandteil des Standards, es fehlt jedoch an konkreten Maßnahmen und Umsetzungsinstrumenten.
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