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IVN - Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
IVN - Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft

Über IVN - Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft

IVN steht für den 1989 gegründeten Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. In dem Verband sind Akteur*innen der Naturtextilwirtschaft, von Faserhersteller*innen bis zu Händler*innen, vertreten. Der IVN ist Mitinhaber der Global Organic Textile Standard GmbH (GOTS), die ebenfalls ein Siegel vergibt. Es gibt einen Standard für Naturtextilien und seit 2001 für Naturleder.

Kategorie: Kleidung

Bewertung von IVN - Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft

Die sozialen und ökologischen Kriterien sind gut. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien wäre die stärkere institutionelle Einbindung von lokalen Akteur*innen, Gewerkschaften und NROs nötig. Sämtliche Transportmittel und -wege werden dokumentiert. Der IVN legt alle Herstellungsrichtlinien offen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich über den genauen Herstellungsweg jedes einzelnen Kleidungsstückes, das mit dem Qualitätszeichen NATURTEXTIL ausgezeichnet ist, detailliert zu informieren. Auch bei NATURLEDER IVN ZERTIFIZIERT werden alle Herstellungsstufen entlang der Lieferkette berücksichtigt. Es gibt jedoch Unterschiede bezüglich der ökologischen Kriterien.

Soziales

Soziales
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohnes/Einkommen wird nicht aktiv gefördert.
  • Die Richtlinien gelten für die Beschäftigung von Saisonarbeiter*innen und für Angestellte über Subunternehmen.
  • Lokale Akteur*innen wie Gewerkschaften werden nur unzureichend in das Beschwerdemanagement eingebunden.
  • Es gibt keine Kriterien für Schulungen und/oder die Aus- und Weiterbildung für Arbeiter*innen.
  • Verantwortungsvolle Einkaufspraktiken sind empfohlen, aber es gibt nur einzelne Maßnahmen zur Förderung der Implementierung.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert ein Verbot von Chemikalien gemäß der Detoxverpflichtung auf verschiedenen Stufen der Lieferkette.
  • Der Standard fordert die nachhaltige Nutzung von Wasser. Es gibt Kontrollen, Aufzeichnungen, Ziele und Indikatoren, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Dazu gehören, wenn möglich, Wasserrückführung und Wiederverwendung.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise die nachhaltige Nutzung von Energie. So gibt es z.B. keine Kontrollen, Aufzeichnungen, Ziele und Indikatoren zur Minimierung des Energieverbrauchs.
  • Der Standard schreibt Tiergerechtheitsmaßnahmen gemäß dem Prinzip der "Fünf Freiheiten" vor.
  • Der Standard schreibt vor, dass GVOs nicht in der Lieferkette angebaut, verarbeitet oder als Tierfutter verwendet werden dürfen.
  • Der Standard fordert keine Maßnahmen zur Reduzierung und Kompensation von Emissionen klimarelevanter Treibhausgase entlang der Lieferkette.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Die Audits werden von einer unabhängigen, vom System akkreditierten Stelle durchgeführt und basieren auch auf Risikobewertungen.
  • Vertrauliche Interviews mit Arbeiter*innen und Konsultationen mit Interessenvertreter*innen sind ein Bestandteil im Prüfprozess.
  • Die gesamte Wertschöpfungskette des Endprodukts ist rückverfolgbar vom Anbau, über die Orte der Verarbeitung bis hin zum Verkauf.