Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG

Hauptsitz: Dortmund
Inhaber: Werner Schabsky
Geschäftsführung: Werner Schabsky
Mitarbeiter*innen: Deutschland: 250; Ausland: 1450 (Stand 2013) ca. 400
Unternehmensumsatz: 95 Mio. € (Stand 2013)
Produktionsländer: Deutschland und Brasilien (zwei firmeneigene Fabriken)
Produzierte/vertriebene Marken: Eigenmarke: ATLAS-Sicherheitsschuhe; vertriebene Marken: HAKRO, Kübler, Sioen und Mascot

Das Unternehmen Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG hat seinen Hauptsitz in Dortmund. Das Unternehmen wurde 1910 gegründet. Es beschäftigt in Deutschland 250 und weltweit 1450 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen hat eine Verkaufsstelle in Deutschland.
Das Unternehmen ist Hersteller von Schuhen und Großhändler von Arbeitskleidung und Schutzbekleidung. Die folgenden Angaben beziehen sich auf Atlas als Schuhhersteller.

1. Transparenz
Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG hat an der aktuellen Befragung nicht teilgenommen. Deshalb ist das Unternehmen aktuell nicht transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur.
Es verfügt über einen Verhaltenskodex in englischer Sprache, der jedoch nicht öffentlich zugänglich ist. Das Unternehmen ist somit nicht transparent im Hinblick auf Sozialstandards.
Im Hinblick auf Zulieferkette, Produktionsländer und Produktionsstätten der eigenen Schuhproduktion war es als Hersteller in der Befragung 2013 transparent.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
(Angaben aus der Befragung von 2013) Aus der Belieferung der öffentlichen Hand berechnet sich ein Anteil zwischen 25 und 50 % am Umsatz der Atlas GmbH.
Das Unternehmen beliefert Kommunen, Länder, Bund, zentrale Beschaffungseinrichtungen und Händler mit Arbeitskleidung, Schutzbekleidung und Schuhen.
Das Unternehmen gibt an, der öffentlichen Hand Nachweise über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards erbringen zu müssen. Diese Nachweise erfolgen in Form von Vorlage eines Verhaltenskodex und einer formlosen Erklärung bzw. Selbstverpflichtung.
Das Unternehmen stuft die genannten Faktoren für die öffentliche Hand wie folgt ein: Preis als sehr wichtig (6/6), die Qualität als wichtig (4/6), die Umwelt und die Arbeitsbedingungen von mittlerer Wichtigkeit (3/6 und 4/6).</ br>

3. Struktur der Lieferkette
(Angaben aus der Befragung von 2013) Das Unternehmen besitzt zwei eigene Produktionsfirmen für die Produktion von Arbeitsschuhen.
Die Fabriken befinden sich in Deutschland (40 % der Produktion) und in Brasilien (60 % der Produktion). Weitere Komponenten für die Schuhe, die nicht selbst hergestellt werden, werden über Direktlieferanten eingekauft.

4. Verhaltenskodex
(Angaben aus der Befragung von 2013) Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, der nicht öffentlich zugänglich ist.
Unter der Überschrift „Labour“ wird nur im Punkt Kinderarbeit explizit auf die entsprechende Kernarbeitsnorm der ILO hingewiesen. Auf die Punkte Zwangsarbeit, Antidiskriminierung, Belästigung und Missbrauch, Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird ohne Verweise auf die entsprechenden Kernarbeitsnormen der ILO eingegangen. Hinsichtlich der Löhne wird von den Lieferanten verlangt, mindestens den gesetzlichen Regelungen zu entsprechen. Die Zahlung existenzsichernder Löhne, die über die Mindestlöhne hinausgehen, ist im Code of Conduct nicht vorgesehen. Außerdem wird von den Zulieferbetrieben verlangt, Management Systeme einzuführen, durch welche die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und des Verhaltenskodex gewährleistet werden soll. Allerdings werden keine konkreteren Anforderungen an diese Management Systeme gestellt.
Das Unternehmen hat folgende Vorgaben, wenn es Waren aus Ländern außerhalb Deutschlands produzieren lässt: Ausschluss von low cost countries (Niedriglohnländer) in Asien. Ab welchem Betrag man von „low cost“ spricht, ist auf Nachfrage nicht erläutert worden.

4.1 Kodexumsetzung
(Angaben aus der Befragung von 2013) Der Verhaltenskodex gilt für die firmeneigenen Fabriken und für die Direktlieferanten.
Das Unternehmen ergreift Maßnahmen, um die Lieferanten bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu unterstützen, gibt aber nicht an, welche.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex
(Angaben aus der Befragung von 2013) Das Unternehmen führt bei 70 % der Direktlieferanten der Schuhmaterialien Audits durch. Das Audit führt das Unternehmen selber durch. Die Audits werden manchmal angekündigt und manchmal nicht.
Die Kosten für das Audit trägt das Unternehmen selber. Um die Fortschritte der Lieferanten zu überprüfen, besuchen die Einkäufer*innen des Unternehmens regelmäßig die Fabriken.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Das Unternehmen ist kein Mitglied bei einer Kontroll-, Verifizierungs- oder Monitoring Initiative.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Da das Unternehmen hier als Schuhersteller vorgestellt wird, besteht keine Möglichkeit, Fairtrade Baumwolle zu verwenden.

5. Kommentar der CIR

Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG hat zuletzt an der Befragung im Jahr 2013 teilgenommen. Auf der firmeneigenen Webseite sind weder der Verhaltenskodex noch andere Informationen in Bezug auf das CSR- Engagement zu finden und somit nicht öffentlich. Es ist nicht ersichtlich, ob das Unternehmen seit 2013 Verbesserungen in seinem CSR-Engagement vorgenommen hat. Der Verhaltenskodex von 2013 benannte nicht explizit die ILO Kernarbeitsnormen und es fehlte die Sicherstellung eines existenzsichernden Lohns. Außerdem fehlte die Durchführung von effektiven und transparenten Maßnahmen zur Umsetzung des Verhaltenskodexes, wie Trainings, die Einrichtung einer Beschwerdehotline oder das Aushängen des Kodexes in den Fabriken. Wir empfehlen dem Unternehmen seinen Verhaltenskodex den von der CCC geforderten Standards anzupassen, diesen zu veröffentlichen und die Arbeiter*innen über diesen aufzuklären. Ein effektives Beschwerdesystem sollte ebenfalls eingerichtet werden. Da Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG seine Produkte vor allem in Deutschland und Brasilien nähen lässt, wo Multistakeholder-Initiativen wie die Fair Wear Foundation (FWF) nicht aktiv sind, empfehlen wir dem Unternehmen, öffentlich über die Förderung von Gewerkschaften oder Betriebsräten in den Fabriken sowie transparent über Audits, Risiken und Gegenmaßnahmen zu berichten.

Porträt von Christian Wimberger

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Christian Wimberger
Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
wimbergernoSpam@ci-romero.de
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