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Ergebnisse der Unternehmensbefragung zu Sozialstandards in der Berufsbekleidungsbranche

Leo Köhler GmbH & Co. KG

Hauptsitz: Poppenhausen
Geschäftsführung: Andreas Koch-Bleichrodt
Mitarbeiter*innen: Unbekannt
Unternehmensumsatz: Unbekannt
Produktionsländer: Tunesien

Das Unternehmen Leo Köhler GmbH & Co. KG wurde 1927 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Poppenhausen. Neben den ca. 500 Kunden, die das Unternehmen beliefert, hat die Firma einen Einzelhandel in Poppenhausen. Das Unternehmen fertigt nach eigenen Angaben auf der Website seit 1988 nur noch im firmeneigenen Betrieb in Tunesien.

1. Transparenz
Leo Köhler GmbH & Co. KG hat den Fragebogen wie bereits in den letzten Befragungen nicht beantwortet. Das Unternehmen hat nicht mitgeteilt, ob es einen Verhaltenskodex verabschiedet hat und auf der firmeneigenen Website ist kein Kodex veröffentlicht. Daher ist das Unternehmen nicht transparent im Hinblick auf Maßnahmen und Standards im Bereich Unternehmensverantwortung.
Es gibt keine Auskünfte zu Umsätzen und Unternehmensstruktur. Das Unternehmen ist damit nicht transparent im Hinblick auf die genannten Bereiche. Es wird angegeben, dass ausschließlich in der firmeneigenen Produktionsstätte in Tunesien produziert wird. Hierzu fehlen jedoch genauere Angaben. Deshalb ist das Unternehmen auch in Bezug auf seine Produktion und Lieferkette nur im Ansatz transparent.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
Als die CIR Anfang 2016 die dritte Unternehmensbefragung zu Sozialstandards in der Berufsbekleidungsbranche durchführte, war auf der Webseite von Leo Köhler folgende Information zu finden: Das Unternehmen beliefert die Bundeswehr als einen der 500 Kunden mit bis zu 400.000 Bekleidungsstücken im Jahr. Mittlerweile hat das Unternehmen die Angabe geändert: „Jahrzehntelang war die Bundeswehr einer der größten Kunden – und einer der anspruchsvollsten.“

3. Struktur der Lieferkette
Das Unternehmen produziert Berufs- und Dienstbekleidung (Arbeits- und Schutzanzüge, sowie Uniformen). Es hat nach eigenen Angaben eine eigene Produktionsfirma in Tunesien, von der sie sämtliche Kleidung bezieht. Weitere Angaben zur Lieferkette macht das Unternehmen auf seiner Website nicht.

4. Verhaltenskodex
Ein firmeneigener Verhaltenskodex ist nicht öffentlich.

4.1 Kodexumsetzung
Da nicht bekannt ist, ob das Unternehmen über einen Verhaltenskodex verfügt, können auch keine Angaben zur Umsetzung gemacht werden.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex 
Es ist nicht ersichtlich, ob internationale Arbeits- und Sozialstandards gemäß den ILO Kernarbeitsnormen Teil der Vertrage mit Lieferanten sind, da kein Kodex öffentlich einsehbar ist und das Unternehmen dazu keine Angaben auf der Homepage macht.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Es ist nicht bekannt, ob das Unternehmen Mitglied einer Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiative ist.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Es ist nicht bekannt, ob das Unternehmen über weitere Standards oder Mitgliedschaften verfügt.

5. Kommentar der CIR
Die Nichtbeantwortung des Fragebogens und das Fehlen jeglicher öffentlich zugänglicher Informationen zu einem Verhaltenskodex, der Zulieferkette und den Sozialstandards lassen vermuten, dass sich Leo Köhler GmbH & Co. KG bisher nicht intensiv mit dem Thema Unternehmensverantwortung in den Produktionsländern auseinander gesetzt hat.
Inwiefern das Unternehmen die öffentliche Hand mit Arbeits- und Schutzbekleidung beliefert und wie das Unternehmen die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen effektiv nachweisen kann, bleibt offen. Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre die Auferlegung eines umfangreichen Verhaltenskodexes für die gesamte Zulieferkette sowie der Beitritt des Unternehmens zu einer glaubwürdigen Multistakeholder-Initiative, wie z.B. der Fair Fear Foundation (FWF). Falls das Unternehmen seine Produkte vor allem in Ländern nähen lässt, in denen Multistakeholder-Initiativen wie die Fair Wear Foundation (FWF) nicht aktiv sind, empfehlen wir die Bildung von Gewerkschaften oder Betriebsräten in den Fabriken zu fördern und öffentlich darüber Bericht zu erstatten. Außerdem sollte das Unternehmen menschenrechtliche Sorgfalt im Sinne des Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte walten lassen und transparent über Risiken und Gegenmaßnahmen berichten.

Porträt von Christian Wimberger

Ich bin für Ihre Fragen da:

Christian Wimberger
Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
wimbergernoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-21