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Ergebnisse der Unternehmensbefragung zu Sozialstandards in der Berufsbekleidungsbranche

Mascot International GmbH

Hauptsitz: Flensburg
Inhaber: Michael Grosbøl
Geschäftsführung: Michael Grosbøl
Mitarbeiter*innen: Deutschland: 33, Ausland: 2300 (Stand: November 2018)
Unternehmensumsatz: ca. 147 Mio. €
Produktionsländer: Überwiegend Asien
Produzierte/vertriebene Marken: Eigenmarke: MASCOT® und MacMichael®

Das Unternehmen Mascot International GmbH ist 100%ige Tochter der dänischen Muttergesellschaft Mascot International AS und hat seinen Sitz in Flensburg. Es beschäftigt in Deutschland 33 Mitarbeiter*innen und weltweit knapp 2300 Mitarbeiter*innen.
Das Unternehmen ist Hersteller von Arbeitskleidung, Corporate Fashion, Schutzbekleidung und Schuhen.

1. Transparenz
Mascot hat den Fragebogen nicht rechtzeitig ausgefüllt. Die CIR hat auf der Grundlage der Angaben von Mascot in der letzten Unternehmensbefragung ein Unternehmensprofil erstellt und Mascot die Gelegenheit gegeben, sachliche Angaben zu korrigieren. Diese Korrekturen werden hier wiedergegeben.
Das Unternehmen hat bei der Kontrolle des von der CIR erstellten Fragebogens den Umsatz nachträglich offengelegt.
Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex. Auf der firmeneigenen Webseite informiert Mascot über seinen Verhaltenskodex, ohne diesen jedoch zu verlinken und somit öffentlich zugänglich zu machen. Der CIR hat Mascot den Verhaltenskodex nachträglich zukommen lassen. Für die Öffentlichkeit ist er nicht zugänglich. Mascot legt die Produktionsländer offen. Die Adressen der Zulieferer legt das Unternehmen aber weder gegenüber der Öffentlichkeit noch gegenüber der CIR offen.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
Die Belieferung der öffentlichen Hand macht zwischen 10 und 25 % des Umsatzes des Unternehmens Mascot GmbH aus. Die Belieferung mit Arbeitskleidung, Corporate Fashion, Schutzbekleidung und Schuhen erfolgt an zentrale Beschaffungseinrichtungen und an Händler.
Das Unternehmen gibt an, zu Nachweisen über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards direkt oder indirekt gefragt zu werden; diese werden aber nicht immer zwingend verlangt. Es handelt sich um folgende Nachweise: Abgestufte Erklärung (mit den Möglichkeiten Eigenerklärung, Zertifikat), Vorlage eines Verhaltenskodex, ein Siegel, Nachweis über die Mitgliedschaft in einer unabhängigen Überprüfungsinitiative. Diesen Forderungen kommt Mascot GmbH nach eigenen Angaben nach und ergänzt sie teilw. durch Presseberichte. Das Unternehmen gibt an, dass (Sozial-)Berichte über die Einhaltung der Kernarbeitsnormen bisher nur von Kunden außerhalb der öffentlichen Hand gefordert wurden.
Das Unternehmen schätzt die genannten Faktoren für die öffentliche Hand wie folgt ein: Qualität sehr wichtig (6/6), Preis wichtig (6/6), Umwelt und die Arbeitsbedingungen von mittlerer Bedeutung (5/6 und 5/6).

3. Struktur der Lieferkette
Das Unternehmen besitzt 4 eigene Produktionsfirmen (Tochterfirmen) und 5-10 Direktlieferanten, die in eigener Fabrik produzieren.
80 % der von Mascot vertriebenen Produkte stammen laut Angaben des Unternehmens aus der Produktion in den eigenen Fabriken, 20 % aus Auftragsherstellung oder dem Einkauf von Fertigprodukten.
Das Unternehmen hat Verträge mit Lieferanten in Europa (5 % Produktionsanteil) und in asiatischen Ländern (95 % Produktionsanteil), vorwiegend in Vietnam und Laos.
Die eigenen Produktionsfabriken befinden sich in Vietnam (3 Fabriken) und Laos (1 Fabrik).
Zur Dauerhaftigkeit der Beziehungen zu seinen Lieferanten gibt Mascot an, seit mehr als 10 Jahren mit 12 % der Lieferanten, seit mehr als 5 Jahren mit 55 %, seit weniger als 5 Jahren mit 28 % und seit weniger als 2 Jahren mit 5 % der Lieferanten zusammenzuarbeiten.

4. Verhaltenskodex
Das Unternehmen hat einen Verhaltenskodex, welcher in deutscher, dänischer, englischer, französischer und niederländischer Sprache vorliegt, jedoch auf der firmeneigenen Website nicht veröffentlicht ist. Der Verhaltenskodex schreibt vor, dass der gesetzliche Mindestlohn des jeweiligen Landes gezahlt werden soll, und dass eine regelmäßige Lohnzahlung sowie Urlaubsanspruch geregelt sein müssen. Arbeitsfreie Tage und Krankenhaustage müssen ohne negative Folgen für die Arbeiter*innen eingehalten werden.
Die Herstelle der von Mascot vertriebenen Produkte müssen die jeweilige Gesetzgebung des Landes einhalten, sie müssen sich zum Verhaltenskodex von Mascot verpflichten, sie müssen die REACH-Gesetzgebung einhalten und die Produkte müssen das Zertifikat Oeko-Tex Standard 100 besitzen. Die firmeneigenen Fabriken in Vietnam und Laos sind SA8000 -zertifiziert.

4.1 Kodexumsetzung
Der Verhaltenskodex gilt für Agenten, Direktlieferanten und deren Subproduzenten.
Das Unternehmen ergreift folgende Maßnahmen um die Lieferant,en bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu unterstützen: Nach Abschluss des Audits und dem Ausfüllen des Protokolls meldet das Auditunternehmen SGS[1] das Ergebnis an Mascot und – je nach der Art und dem Grad der Abweichung von den Standards – wird entschieden, welche Verbesserungsmaßnahmen ergriffen und im integrierten Action Plan festgehalten werden sollten (Corrective Action Plan – CAP). Hier sind auch zeitliche Fristen gesetzt. Dies wird dann von SGS nachverfolgt. Bei groben Verstößen im ersten Audit werden Zulieferbeziehungen nicht weiter ausgebaut.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex  
Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes zu überprüfen, lässt das Unternehmen soziale Audits von dem Auditunternehmen SGS durchführen.
Bei dem Audit werden die Direktlieferanten für Fertigprodukte, Rohware und Zubehör geprüft, nicht die Subproduzenten.
Das Unternehmen hat gemeinsam mit der externen Audit-Organisation SGS einen Fragebogen entwickelt (Einhaltung der Gesetzgebung, soziale Bedingungen, Gesundheit und Sicherheit, Hygiene und Unterbringung) und beauftragt SGS mit der Durchführung der Audits. Zu den konkreten Vorgaben und Kriterien, unter denen die Audits gemacht werden, gibt Mascot bereitwillig Auskunft.
Die Audits finden in der Regel einmal pro Jahr statt, aber bei aktuellen Anlässen oder wenn sich Voraussetzungen geändert haben, auch häufiger. Die Audits werden manchmal angekündigt und manchmal nicht. Die Kosten für die Audits trägt Mascot. Um die Fortschritte der Lieferanten zu überprüfen, besuchen die Einkäufer*innen des Unternehmens die Fabriken regelmäßig.
Die eigenen Produktionsstätten von Mascot sind nach SA8000 zertifiziert.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Die drei eigenen Produktionsfabriken von Mascot haben ein SA8000 Zertifikat. Das Unternehmen ist kein Mitglied einer weiteren Monitoring- oder Verifizierungs-Initiative, plant jedoch für 2018 den Beitritt bei der Fair Wear Foundation. Laut Angaben des Unternehmens laufe das Beitrittsverfahren bereits.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Das Unternehmen verfügt nicht über Fairtrade zertifizierte Baumwolle. Die Lieferanten müssen aber einen Nachweis erbringen, dass die Baumwolle nicht aus Usbekistan kommt.
Das Unternehmen hat darüber hinaus folgende weitere Vorgaben für sämtliche Produkte und für alle Produktionsländer: Bindung an Einhaltung von REACH und Ökotex Standard 100.
Das Unternehmen schreibt zur Zahlung existenzsichernder Löhne, dass die von SGS überprüften Lieferanten die gesetzlichen Mindestlöhne zahlen und die Löhne in den eigenen Produktionsfabriken über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, was dort in Verbindung mit dem SA8000 Audit überprüft wird. Mehr als 52 % aller von Mascot verarbeiteten Meterwaren werden in Produktionsstätten hergestellt, die eine EN ISO 14001-Zertifizierung (Umweltmanagement) tragen. Mehr als 53 % aller von Mascot verarbeiteten Meterwaren werden in Produktionsstätten hergestellt, die ein bluesign- Zertifikat tragen.

5. Kommentar der CIR
Mascot hat den ausgefüllten Fragebogen nicht rechtzeitig eingereicht. Das Unternehmen hat aber die Gelegenheit genutzt, die Angaben im Profil zur letzten Befragung zu aktualisieren.
In seinem Verhaltenskodex bezieht sich Mascot auf die Einhaltung der nationalen Arbeitsrechte, der Menschenrechte, auf Gesundheit und Sicherheit, Kinderarbeit sowie auf Arbeitszeiten und Löhne. Der Verhaltenskodex geht damit über die ILO Kernarbeitsnormen hinaus. Die Vorgaben entsprechen jedoch nicht den Anforderungen der CIR/CCC an einen umfassenden Kodex, beispielsweise in Hinblick auf den Existenzlohn oder die Regelung eines sicheren Beschäftigungsverhältnisses und angemessener Überstunden. Positiv zu bemerken ist, dass Mascot laut Angaben aus dem Jahr 2018 80 % seiner Produkte in eigenen Produktionsbetrieben herstellen lässt, die SA8000 zertifiziert sind. Dies ist eine im Vergleich zu anderen in der Branche sehr hohe Produktionsquote in eigenen Betrieben. Die anderen 20 % werden in Zulieferbetrieben hergestellt, die von einem unabhängigen Auditunternehmen kontrolliert werden. Weil SA8000 jedoch immer nur die einzelne Fabrik auditiert und nicht das ganze Unternehmen mit all seinen Lieferantenbeziehungen gilt der Nachweis zur Einhaltung der SA8000 Standards auch nur für die 80 % der Waren. Darüber hinaus hat Mascot außer den Corrective Action Plänen bisher keine zusätzlichen Maßnahmen implementiert, um die Lieferanten bei der Einhaltung des Kodex zu unterstützen. Für eine unabhängige Verifizierung der CSR Aktivitäten wäre der Beitritt zu einer Multistakeholder-Initiative wie beispielsweise der Fair Wear Foundation (FWF) ein wichtiger Schritt. Mascot hat angegeben, dass das Beitrittsverfahren zur Fair Wear Foundation bereits in Gange ist.

Porträt von Christian Wimberger

Ich bin für Ihre Fragen da:

Christian Wimberger
Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
wimbergernoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-21