MIP Europe GmbH

Hauptsitz: Hamburg
Inhaberin: MIP Inc. Kanada
Geschäftsführung: Thomas Fuest, Tor Lund
Mitarbeiter*innen: 46 in Deutschland (Stand 2016)
Unternehmensumsatz: ca. 4 Mio. €
Produktionsländer: Deutschland, Kanada, China
Produzierte/vertriebene Marken: Eigenmarke: HOSPITEX, Verkaufte Marke: MIP

Das Unternehmen MIP Europe GmbH gehört zur kanadischen Unternehmensgruppe MIP und hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Es ist Hersteller und Großhändler von Arbeitskleidung und anderen Textilien wie Flachwäsche, spezialisiert auf das Gesundheitswesen.

1. Transparenz
MIP Europe GmbH hat für die aktuelle Befragung mit folgender Begründung mitgeteilt, den Fragenbogen nicht zu beantworten: „Leider haben wir festgestellt, dass das Interesse unserer Kunden an diesen Themen eher gering ist. Aus diesem Grund in Verbindung mit dem mit der Beantwortung des Fragebogens verbundenen administrativen Aufwand haben wir uns entschieden, nicht an der Studie teilzunehmen, auch wenn wir uns natürlich weiterhin den Sozialstandards verpflichtet fühlen.“
Aktuelle Informationen zur Unternehmensstruktur und Umsätzen liegen der CIR nicht vor und sind auch auf der firmeneigenen Webseite nicht einsehbar. Die Produktionsstandorte ohne konkretere Informationen zur Lieferkette sind auf der Webseite veröffentlicht. Das Unternehmen ist deshalb nicht transparent im Hinblick auf seine Umsätze und Unternehmensstruktur, jedoch relativ transparent im Hinblick auf Produktionsländer, Zulieferkette und Produktionsstätten.
Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher öffentlich im Internet zugänglich ist und ist damit transparent im Hinblick auf Maßnahmen und Standards im Bereich Unternehmensverantwortung.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
In der Befragung aus dem Jahr 2016 gab das Unternehmen an, dass sich ein Anteil zwischen 25 % und 50 % am Umsatz des Unternehmens aus der Belieferung der öffentlichen Hand berechnet und dass die Belieferung mit Arbeitskleidung und anderen Textilien wie Flachwäsche an Kommunen, Länder und zentrale Beschaffungseinrichtungen erfolgt. Ob und in welchem Maße das Unternehmen aktuell die öffentliche Hand beliefert, ist unbekannt.

3. Struktur der Lieferkette
Auf der firmeneigenen Webseite gibt das Unternehmen an, dass sich die Produktionsstätten in Kanada, China und Deutschland befinden.

4. Verhaltenskodex
Das Unternehmen hat sich einem Verhaltenskodex verpflichtet, welcher in deutscher, englischer und französischer Sprache veröffentlicht ist. Der Kodex verweist auf Arbeitsnormen der ILO und auf die int. Deklaration der Menschenrechte. Die konkreten Normen der ILO und die Inhalte der Menschenrechtsdeklaration, auf die sich das Unternehmen bezieht, werden in der deutschen Version des Kodexes benannt. Das Recht auf einen existenzsichernden Lohn, die Gewährleistung von Gesundheits- und Sicherheitsrechten sowie eines festen Beschäftigungsverhältnisses fehlen im Verhaltenskodex. Unter dem Titel Supply Chain Kodex der Ethik formuliert MIP Anforderungen an die Lieferanten, die dazu verpflichtet werden, nationale Gesetzgebungen, die Erklärung der Menschenrechte und nationale Umweltvorgaben einzuhalten. Bei der Auswahl seiner Lieferanten verpflichtet sich das Unternehmen zu einem Auswahlprozess, der die Geschäftspraktiken zu folgenden Gesichtspunkten beurteilt: „Seit 2012 und für die Zukunft werden von den Lieferanten Zertifikate verlangt, die deren Firmenpolitik beinhalten und die MIP-Vorgaben aus diesem Verhaltenskodex beachten.“

4.1 Kodexumsetzung
Der Verhaltenskodex des Unternehmens gilt für Agenten, Direktlieferanten und deren Subproduzenten.
Ob das Unternehmen Maßnahmen ergreift, um die Lieferanten bei der Umsetzung der Inhalte des Verhaltenskodexes zu unterstützen, ist nicht bekannt.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex  
Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes zu überprüfen, führt das Unternehmen laut Informationen der Webseite bei den „wichtigsten“ Lieferanten Audits durch.
Das Unternehmen führt die Audits über einen unabhängigen Prüfer durch.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Das Unternehmen ist kein Mitglied bei einer Monitoring Initiative.
Die Produkte, die das Unternehmen als Großhändler vertreibt, besitzen in der Regel das Oeko-Tex Siegel.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
MIP Europe GmbH ist Mitglied des Netzwerks MAXTEX network for sustainable textiles.

5. Kommentar der CIR
MIP Europe hat sich im Rahmen der aktuellen Befragung gegen die Beantwortung des Fragebogens entschieden mit der Begründung, dass die Kunden des Unternehmens wenig Interesse am CSR-Engagement zeigen. Noch in der letzten Befragung war das Unternehmen der CIR gegenüber transparent in Bezug auf Unternehmensstruktur, Lieferkette, Belieferung der öffentlichen Hand und Bemühungen im Bereich CSR. Das Unternehmen gab an, einen verhältnismäßig hohen Anteil Fairtrade-Baumwolle zu verarbeiten, was zeigt, dass sich das Unternehmen mit Sozial- und Umweltstandards in der Lieferkette auseinandersetzt hat. Zur Verarbeitung von Fairtrade-Baumwolle ist aktuell jedoch keine Information auf der Webseite des Unternehmens zu finden, was vermuten lässt, dass sie mittlerweile keine Rolle mehr spielt für die Produktion. Der letzte öffentlich einsehbare Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens ist aus dem Jahr 2015. Der Verhaltenskodex entspricht nach wie vor nicht den Anforderungen der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und CIR: Zum Einen widmet er sich nur zu einem sehr kleinen Anteil den Arbeitsbedingungen in den Zulieferketten und zum Anderen fehlen Sozialstandards wie das Recht auf einen existenzsichernden Lohn, die Gewährleistung von Gesundheits- und Sicherheitsrechten sowie eines festen Beschäftigungsverhältnisses. Die Einhaltung der Standards des Verhaltenskodex kontrolliert MIP Europe laut Eigenaussage bei den „wichtigsten“ Lieferanten durch Audits.
Insgesamt wird deutlich, dass das Unternehmen trotz Problembewusstsein und Kennnissen seine CSR-Bemühungen seit der letzten Befragung nicht erweitert, sondern eingeschränkt hat.
Eine Nachbesserung des Verhaltenskodex durch die Anlehnung an den Musterkodex der CCC und die Mitgliedschaft in einer Multistakeholder-Initiative wie beispielsweise der Fair Wear Foundation (FWF), die u. a. auch lokale Akteure zur Verifizierung der Audits mit einbezieht, wären wichtige Schritte für MIP Europe hinsichtlich eines glaubwürdigen Engagements im Bereich Unternehmensverantwortung.

Porträt von Christian Wimberger

Ich bin für Ihre Fragen da:

Christian Wimberger
Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
wimbergernoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-21