Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG

Hauptsitz: Schüttorf
Geschäftsführung: Silke Kamps, Jens Falley
Mitarbeiter*innen: Deutschland: 160, Ausland: 350
Unternehmensumsatz: 27 Mio. €
Produktionsländer: Deutschland, Rumänien
Produzierte/vertriebene Marken: Eigenmarke: Rofa

Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG ist ein im Jahr 1897 gegründetes familiengeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Schüttorf. Zunächst als Weberei gegründet, stellt es heute Arbeits- und Schutzbekleidung her.

1. Transparenz
Das Unternehmen hat den Fragebogen vollständig beantwortet und Informationen und Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen ist transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur. Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG verfügt über einen Verhaltenskodex, der der CIR vorliegt, genauso wie der Nachhaltigkeits- und Umweltbericht. Der Verhaltenskodex ist auf der firmeneigenen Website in deutscher und englischer Sprache abrufbar.
Das Unternehmen macht nicht sehr umfassende Angaben zur Struktur der Zulieferkette, den Produktionsländern und Produktionsstätten. Auf Anfrage würde Rofa der öffentlichen Hand Informationen zur Zulieferkette, den Produktionsländern und Produktionsstätten zur Verfügung stellen. Als weiteres Dokument, das das Engagement des Unternehmens im Bereich CSR regelt, liegt der CIR die Global Compact-Absichtserklärung vor. Das Unternehmen ist bemüht transparent zu sein im Hinblick auf Lieferkette und Maßnahmen und Standards im Bereich Unternehmensverantwortung.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
Durch die Belieferung der öffentlichen Hand berechnet sich ein Anteil von mehr als 25 % des Umsatzes. Das Unternehmen beliefert Kommunen, Länder und zentrale Beschaffungseinrichtungen mit Arbeits- und Schutzbekleidung. Das Unternehmen gibt an, der öffentlichen Hand Nachweise über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards in Form von abgestufter Erklärung (mit den Möglichkeiten Eigenerklärung, Zertifikat oder Zusicherung), Vorlage eines Verhaltenskodex, ein Siegel oder Zertifikat, Nachweis über die Mitgliedschaft in einer unabhängigen Überprüfungsinitiative und die Erfüllung von Sorgfaltspflichten erbringen zu müssen. Diesen Forderungen kommt Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG nach eigenen Angaben durch die Vorlage einer Eigenerklärung oder Zusicherung, des Verhaltenskodex und der Erfüllung von Sorgfaltspflichten nach.
Das Unternehmen schätzt, dass der öffentlichen Hand Umwelt- und Arbeitsbedingungen in der Lieferkette wichtig (5/6) sind, Preis und Qualität sind der öffentlichen nach Einschätzung des Unternehmens am wichtigsten (6/6).

3. Struktur der Lieferkette
Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG hat zwei firmeneigene Produktionsfabriken in Deutschland und Rumänien in denen die Kleidung konfektioniert wird.
Zur Dauerhaftigkeit der Beziehung zu seinen Lieferant*innen, die das Unternehmen mit Garnen, Farb- und Hilfsstoffen sowie anderen Komponenten beliefert, gibt das Unternehmen an, seit über 10 Jahren mit 90 %, seit weniger als 5 Jahren mit 5 %, seit weniger als 5 Jahren mit 4 % und seit weniger als 2 Jahren mit 1 % der Lieferant*innen zusammen zu arbeiten.

4. Verhaltenskodex
Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG verfügt über einen Verhaltenskodex, der Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung ausschlißt und Organisationsfreiheit sowie Gesundheits- und Sicherheitsrechte gewährleistet. Das Unternehmen kommentiert die Zahlung existenzsichernder Löhne mit den folgenden Worten: „Rofa erkennt Art. 7 des UN-Sozialpaktes an.“
Eine klare Regelung zur Zahlung eines existenzsichernden Lohnes, eines sicheren Beschäftigungsverhältnisses sowie zu angemessenen Überstunden fehlt jedoch im Verhaltenskodex. Auch die ILO Kernarbeitsnormen werden im Kodex nicht genannt. In seinem Nachhaltigkeitsbericht von 2017 gibt das Unternehmen an, dass als Grundsatz allen Handelns für Rofa die ILO Kernarbeitsnormen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gelten. Als ein Grundsatz-Aspekt wird die Zahlung eines existenzsichernden Lohnes genannt. In einem Schreiben bestätigt die firmeneigene Produktionsstätte in Rumänien, dass ein monatlicher Lohn gezahlt wird, „der über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.“

4.1 Kodexumsetzung
Der Verhaltenskodex ist nicht vertraglich bindend für die Lieferant*innen des Unternehmens. Das Unternehmen gibt an, sich Eigenerklärungen und Zertifikate von den Zulieferern vorlegen zu lassen.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex  
Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG führt keine Audits durch, um die Einhaltung des Verhaltenskodexes zu überprüfen. Das Unternehmen gibt an, dass Beschwerdesysteme für Arbeiter*innen innerhalb der Lieferkette sichergestellt sind.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG ist Mitglied in der Unternehmensinitiative UN Global Compact und besitzt folgende weitere Zertifizierungen hinsichtlich sozialer Standards: Oeko-Tex STeP.
Das Unternehmen ist kein Mitglied einer Multistakeholder-Iniative.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Das Unternehmen verfügt nicht über FairTrade zertifizierte Baumwolle. Weitere Zertifizierungen des Unternehmens sind Oeko Tex Made in Green und Reach.
Das Unternehmen gibt an, den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte durch die Unterstützung des UN Global Compact, des UNGC sowie die Förderung der SDGs umzusetzen.

5. Kommentar der CIR
Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG hat den Fragebogen umgehend und vollständig beantwortet. Das Unternehmen ist transparent in Bezug auf Unternehmensstruktur, Angaben zu den Anforderungen der öffentlichen Hand und hinsichtlich seine CSR-Maßnahmen. Der Verhaltenskodex der Fa. Rofa ist umfangreich und geht über die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen hinaus. Die Vorgaben entsprechen jedoch nicht den Anforderungen der CIR/CCC an einen umfassenden Kodex, beispielsweise im Hinblick auf den existenzsichernden Lohn oder die Regelung eines sicheren Beschäftigungsverhältnisses und angemessener Überstunden. Inhaltlich sollten auch die ILO Kernarbeitsnormen explizit benannt werden. Auch wenn die Mitgliedschaft bei Oeko Tex SteP ein erster Schritt ist, erfüllt Oeko Tex SteP nicht die Kriterien, die von der CCC gestellt werden. Wir empfehlen dem Unternehmen öffentlich über die Förderung von Gewerkschaften oder Betriebsräten in den Fabriken sowie transparent über Audits, Risiken und Gegenmaßnahmen zu berichten. Würde Rofa Bekleidungswerk GmbH & Co. KG einer unabhängigen Multistakeholder-Verifizierungsinitiative wie z.B. der Fair Wear Foundation (FWF) beitreten, wäre dies ein wichtiger Schritt hin zu einem glaubwürdigeren, weil weitreichender und durch weitere Maßnahmen unterstützten Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung.

Porträt von Christian Wimberger

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Christian Wimberger
Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
wimbergernoSpam@ci-romero.de
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