Rohstoffsteckbriefe

Wolfram

zwei Stäbe Wolfram mit Neonschimmer
Foto: Heinrich Pniok (Alchemist-hp) via Wikimedia Commons, CC BY-NC-ND 3.0

Besonderheiten/ Charakteristik
Wolfram ist ein weißglänzendes, in reinem Zustand dehnbares Metall hoher Härte, Dichte und Festigkeit. Es ist das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt (bei 3422° C).

Vorkommen und Verwendung
Die größten Vorkommen findet man in China, Kanada, Kasachstan, Russland und den USA. Der Anteil an Wolfram in der Erdkruste ist sehr gering, was das Fördern dieses Elements recht schwierig gestaltet. Es sind jedoch einige Minerale bekannt, die Wolfram enthalten, darunter Wolframit und Scheelit. Ca. 80 Prozent des geförderten Metalls stammen aus China, gefolgt von Russland, Kanada, Bolivien und Österreich. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften wird Wolfram z.B für Hartmetallwerkzeuge, Stahl- und Superlegierungen oder Glühdrähte und Elektrodenmaterial verwendet. Wolfram findet sich beispielsweise, wenn auch in geringen Mengen, in unseren Handys und anderen Elektronikgeräten wieder.

Folgen des Abbaus und Alternativen
Wolfram wird, neben Zinn, Gold und Tantal als Konfliktmineral eingestuft, da es u.a. auch in der Konfliktregion Kongo und in seinen Nachbarländern Burundi und Ruanda abgebaut wird. Über den Umweg von ausländische Fabriken, beispielsweise in China, findet sich das seltene Metall aus den Konfliktregionen auch in unseren Handys wieder. Um die Konfliktfinanzierung durch den Export von Wolfram zu verhindern, wurden mehrere Initiativen zur besseren Rückverfolgbarkeit der klassifizierten Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram und Gold) gestartet, darunter auch der Tungsten Industry Conflict Minerals Council (TI-CMC): Dieser zertifiziert Unternehmen, die konfliktfreies Wolfram beziehen und listet die Schmelzereien auf, die konfliktfreies Wolfram einschmelzen. Auch innerhalb der Elektronikbranche wurde ein Zertifizierungssystem für die Metalle Zinn, Tantal und Wolfram entwickelt: Das iTSCi-System vom Internationalen Zinnverband zertifiziert konfliktfreie Minen durch das Anbringen von „Tags“ (Barcode-Etiketten aus Plastik) an die Transportbehälter (meist Säcke) der Minerale und dokumentiert sämtliche Konzentrat-Mischprozesse. Dieses System findet vor allem in der Region der Großen Seen in Afrika Anwendung und ist dort weit verbreitet. Allerdings weist dieses System auch Lücken auf: Es wurde bekannt, dass beispielsweise in Ruanda illegale Mineralien als konfliktfrei gekennzeichnet wurden. Die Transparenz und Wirksamkeit des Systems wird somit auch in Frage gestellt.
Für deutsche Unternehmen gibt es bislang keine verbindlichen Auflagen zum Nachweis von konfliktfreiem Wolfram. Dabei verwendet auch die deutsche Industrie Wolfram in besonderem Maße – innerhalb der EU ist sie der wichtigste Abnehmer des Metalls.