4C-Initiative

Den Kaffee-BäuerInnen bleibt wenig

Die Geiz-ist-geil-Mentalität der Konsumenten schadet den Kaffeebauern. Außerdem gibt es zu viele Zwischenhändler, klagt ein Experte bei einer Diskussionsrunde im Foyer der Frankfurter Rundschau. Diese leiteten einen großen Teil des Geldflusses in die eigenen Taschen um.

Artikel FR Juni 2012

20 Jahre TransFair

CIR-Referent Albrecht Schwarzkopf äußert sich gegenüber taz-online zur Vergabe von Zertifikaten und zur Situation der Kaffeebauern im globalen Süden. 

Wie in dem Artikel deutlich wird, haben sich in den 20 Jahren des Bestehens des Kölner Vereins Trainsfair deutliche Verbesserungen für die KaffeeproduzentInnen vollzogen. Albrecht Schwarzkopf weißt aber auch darauf hin, dass der Kreis, der vom Fairen Handel profitiert, größer sein könnte. Manche Standards wirken aufgrund der Anforderungen abschreckend auf die Kaffeebauern, die versuchen einzusteigen. Und auch die Menge der Fairtrade-Produkte in deutschen Supermärkten könnte ebenfalls größer sein.

Zum taz-Beitrag: TransFair - Evolution einer Marke

Nachhaltigkeit beim Mainstream Kaffee

Der „Common Code for the Coffee Community“ (4C)

Was ist das Konzept?
Der „Common Code for the Coffee Community“- Ansatz (4C) beruht auf der Kombination eines umfassenden freiwilligen Verhaltenskodex für alle in der Kaffeekette Beteiligten mit Nachhaltigkeitspraktiken. Durch den 4C-Kodex soll eine Qualitätsproduktion mit gewinnbringenden Bedingungen für die ErzeugerInnen ermöglicht werden. Sozial und ökologisch nachhaltige Produktions- und Verarbeitungsmethoden sind nur in einer für alle in der Kette Beteiligten befriedigenden ökonomischen Situation erreichbar. Die schlimmsten sozialen und ökologischen Praktiken des Sektors werden dabei ausgegrenzt. Gute landwirtschaftliche und unternehmerische Praktiken, welche durch die 4C vermittelt und verbreitet werden, helfen den KaffeebäuerInnen weltweit, kontinuierlich ihre Produktionsmethoden zu verbessern und damit im Wettbewerb des Kaffeehandels zu bestehen. 4C ist ein partizipatorischer Ansatz, bei dem Entscheidungen über die Kodexumsetzung durch das Zusammenwirken der drei beteiligten Interessengruppen getroffen werden. Bedeutsam ist, dass ein umfangreiches Unterstützungsprogramm zugunsten der KaffeebäuerInnen aufgelegt wird, damit die Kodexziele der kontinuierlichen Verbesserung auch umgesetzt werden können.

Wie wurde das Konzept entwickelt?
Alle im „Common Code for the Coffee Community“- Ansatz getroffenen Entscheidungen werden durch eine drittelparitätische Lenkungsgruppe getragen, die aus VertreterInnen der drei Gruppen besteht: (a) Produzentenorganisationen aus den Erzeugerländern, (b) Kaffeehandel und – industrie sowie (c) zivilgesellschaftlichen Organisationen. In allen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen sind die relevanten Akteure des weltweiten Kaffeesektors eingebunden. Die Initiative wird von eineM Projektsekretariat unterstützt, dem die Überwachung des Verhaltenskodex sowie die Unterstützung der Kaffeebauern zufällt. Bislang umfasst das 4C-Projekt etwa die Hälfte von Kaffeeangebot und Nachfrage und soll im Jahr 2007 konkret als 4C-Kaffee auf dem Markt verarbeitet und angeboten werden.

TeilnehmerInnen des Runden Tisches 4C
Handel und Industrie: Kraft Foods, Nestlé, Tchibo, Sara Lee, ED&F Man./ Volcafé, Neumann-Kaffeegruppe, Ecom-Handelsgruppe, ABIC-Rösterverband aus Brasilien, European Coffee Federation ECF

ProduzentInnen: repräsentative Gruppen von ProduzentInnen aus Mittelamerika, Kolumbien, Brasilien, Vietnam, Uganda, Tansania, Elfenbeinküste, Indonesien, Indien.

Zivilgesellschaft: Oxfam International, internationale Gewerkschaft der Nahrungsmittelarbeiter, IUF, Rainforest Alliance, Pesticide Action Network, CIR

Außerordentliche Mitglieder: Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit (Moderation seitens GTZ/ECF), schweizerisches Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Weitere Mitglieder dieser Gruppe: Internationale Kaffeeorganisation ICO, Entwicklungsbanken, Sustainable Coffee Partnership.

Ihr Ansprechpartner

Albrecht Schwarzkopf

verantwortlicher Referent für die 4C-Initiative
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