CIR


„Danke für die Unterstützung der Erinnerungslandschaft für die Opfer und Überlebenden des Völkermordes“

Grüße von Rosalina Tuyuc, CONAVIGUA, zu 40 Jahren CIR

Juni 2021

Rosalina Tuyuc von CONAVIGUA

Foto: CONAVIGUA

Bevor ich beginne, bitte ich den Geist meiner Ahnen, den Geist der Luft und das Herz von Mutter Erde um Erlaubnis. Und im Geiste derer, die ihr Leben und ihr Blut in den Jahren des Holocausts und der Völkermorde in Guatemala und in Deutschland gelassen haben, sind wir zwei Völker seit einigen Jahren vereint in einem Werk der Brüderlichkeit und einem Traum von Gleichheit und einer menschlicheren Welt für alle auf unserem Planeten.

Aus Guatemala, hier am Nabel der Mutter Erde, Mittelamerika, und aus dem Herzen der Frauen von CONAVIGUA, senden wir der Christlichen Initiative Romero unsere Glückwünsche der Ermutigung, des Respekts, der Zuneigung und der Solidarität für diese 40 Jahre der institutionellen Begleitung, der Unterstützung – politisch, moralisch und wirtschaftlich – für die Frauen von CONAVIGUA und anderen Organisationen in unserem geliebten Guatemala.

In diesen vier Jahrzehnten haben wir viel daraus gezogen, uns auszutauschen und voneinander zu lernen. Wir sind sicher, dass wir an jedem Tag auf dem Weg, den wir gemeinsam zurückgelegt haben, Träume und Bilder einer gesellschaftlichen Transformation geschaffen haben – hin zu einer Gesellschaft, die sich für die Beseitigung sozialer Ungleichheiten, des strukturellen und historischen Rassismus, der uns betroffen hat, und der Menschenrechtsverletzungen und Völkermorde, die unsere Familien und wir selbst erlitten haben, einsetzt.

Wenn wir nun zurückblicken und uns an die ersten Jahre erinnern, in denen wir die Arbeit der CIR kennengelernt haben, öffnen Sie Ihr Herz in Solidarität und versetzen Sie sich in das Leiden von tausenden und abertausenden von Frauen, Witwen, Waisen, Überlebenden des Völkermordes und begleiten Sie unseren Weg der Achtung der Menschenrechte, der Suche nach unseren verhafteten und verschwundenen Verwandten, die in Gräbern und geheim gehaltenen Friedhöfen zurückgelassen wurden, sowie die Suche nach Frieden, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Schäden, die der interne bewaffnete Konflikt hinterlassen hat.

Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir uns herzlich für die Unterstützung unserer Arbeit seit den neunziger Jahren bedanken, denn die CIR, vertreten durch Albrecht Schwarzkopf, hat uns den Weg geebnet, um an der Kampagne zur Sensibilisierung für die Geschehnisse in Guatemala teilzunehmen. Sie hat uns mit Unterstützung verschiedener Guatemala-Solidaritäts-Komitees eingeladen, unsere Erfahrungen, unsere Lebensgeschichte und die ernste Situation der Menschenrechtsverletzungen und insbesondere der sexuellen Übergriffe gegen Frauen auf einer Rundreise durch Europa zu teilen.

Die Erfahrung, in Europa anzukommen und sich mit den Menschen in Deutschland auszutauschen, die Verständnis, Unterstützung und Solidarität mit unseren Kämpfen zeigten, war großartig für die Frauen. Seitdem seid ihr eine so große Stütze für CONAVIGUA. Wir hatten verschiedene Phasen des Austausches, sowohl wir in Deutschland als auch ihr in Guatemala, wir teilen viele Erinnerungen und Anekdoten dieser schönen Jahre großer internationaler Solidarität, sowohl in den Jahren des bewaffneten Konflikts als auch in den Jahren danach.

CONAVIGUA bei einer Demonstreaion gegen Gewalt gegen Frauen

Foto: CONAVIGUA

In all den Jahren, in denen CONAVIGUA auf der Straße war, um die Entmilitarisierung der Gemeinden zu fordern, um einen Waffenstillstand zu fordern, um den Weg für die Friedensabkommen freizumachen, die Forderung nach historischer Aufklärung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Schäden, die der Krieg in unserem Leben verursacht hat, sowie die Forderung nach der Erfüllung der Friedensabkommen, insbesondere des Abkommens über die Identität und die Rechte der indigenen Völker, war die Beistand des CIR unerlässlich. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung, die jede Aktion des Kampfes zum Leuchten brachte, um einen sicheren und dauerhaften Frieden zu erreichen.

Keine der Regierungen, die seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens kam und ging, hat den politischen Willen gezeigt, öffentlich Politik für Frauen und indigene Völker und andere Sektoren zu fördern. Wir sind die Opfer und die organisierte Zivilgesellschaft, die auf Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit gedrängt hat. Dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für unsere ständige und riskante Arbeit, haben wir hier Tag für Tag mit den Gemeinden gearbeitet, in denen die Frauen auf eine selbstbewusste Entwicklung ihrer Identität setzten, aber auch klar Stellung zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit beziehen, damit diese nicht in Vergessenheit geraten und straflos bleiben.

Für all das und für das, was noch vor uns liegt, bitten wir um viel Segen und Reichhaltigkeit für die CIR, damit sie für jedes Mitglied und jeden Menschen, der mitarbeitet und die CIR unterstützt viel Leben und viel Gesundheit bereithalten möge. Doppelt und dreifach Danke für Eure Unterstützung und Solidarität und für die Unterstützung des Ortes, an dem sich die den Opfern und Überlebenden des Völkermordes in Guatemala gewidmete Erinnerungslandschaft befindet. Dieser Ort befindet sich in San Juan Comalapa und wir haben ihn zu einem Ort des Friedens und der Begegnung zwischen den Lebenden und den Toten gemacht, zu einem Ort der Lehre, damit die Schrecken des Krieges nie wieder geschehen.

Möge die Solidarität ein Leben lang anhalten.

Rosalina Tuyuc, CONAVIGUA