Menschenrechte

Koloniale Machtverhältnisse sind allgegenwärtig – Wo begegnen sie uns im Alltag?

Diesen Fragen widmen wir uns mit dem neuen Projekt „Decolonizing Mindsets“, gefördert durch die Europäische Union. In unterschiedlichen Veranstaltungsformaten wie Stadtführungen, Filmreihen und Dialogformate decken wir strukturellen Rassismus, koloniale Kontinuitäten und Ungleichheiten in unserem Alltag auf. Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen lernen mit- und voneinander und stärken so gemeinsam die dekoloniale Erinnerungskultur in Europa.

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Kolonialismus gehört nicht der Vergangenheit an. Im Gegenteil, koloniale Denkweisen wirken bis heute fort: in gesellschaftlichen Strukturen, öffentlichen Räumen, politischen Debatten und alltäglichen Erfahrungen von Rassismus. Gleichzeitig werden die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Ländern des Globalen Südens noch immer von historisch gewachsenen Ungleichheiten aus der Kolonialzeit geprägt. Diese Zusammenhänge finden in der gesellschaftlichen Erinnerungskultur oft noch zu wenig Beachtung. 

Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Deutschland, Spanien und Portugal setzen wir mit dem CERV-Projekt „Decolonising Mindsets“ hier an: Wir wollen koloniale Strukturen sichtbar machen, den Austausch über Rassismus und Ungleichheit fördern und Impulse für eine inklusive, transformative und dekoloniale Erinnerungskultur in Europa schaffen.

In drei aufeinander folgenden Phasen bringt das Projekt Menschen zusammen, stärkt kritische Auseinandersetzung sowie Sensibilisierung und schafft Verbindungen zwischen lokalen Erfahrungen und europäischen Debatten.

Koloniale Spuren sichtbar machen:
In Stadtführungen, Ausstellungen, Filmreihen oder Quiz-Abende beschäftigen wir uns mit noch immer existierenden kolonialen Strukturen, wo wir sie vorfinden und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Geprägt von den Perspektiven migrantischer und diasporischer Gemeinschaften sowie Aktivist*innen, macht dieser Austausch sichtbar, wie die koloniale Vergangenheit noch immer unseren Alltag beeinflusst und sich heute in Erfahrungen von Rassismus und bestehenden Ungleichheiten zeigt.

Dialog mit Politik und Wirtschaft
Die in den Veranstaltungsformaten angestoßenen Debatten werden mit Politiker*innen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen weitergeführt. In Dialogformaten diskutieren Teilnehmende mit Vertreter*innen aus Wirtschaft und Politik darüber, wie Rassismus und Neokolonialismus in der Gegenwart überwunden werden können.

Europaweit voneinander lernen
Durch den Austausch von Menschen aus den drei Projektländern und die Gespräche mit EU-Entscheidungsträger*innen werden Perspektiven aus verschiedenen europäischen Ländern miteinander verbunden. So sollen neue Impulse und Forderungen für eine europäische Erinnerungskultur entstehen, die koloniale Kontinuitäten kritisch beleuchtet und das Bewusstsein für ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart stärkt.

Über das Projekt

  • Das Projekt „Decolonising Mindsets: Strengthening an Inclusive and Transformative Remembrance Culture in Europe“ wird von der Europäischen Union kofinanziert und von Organisationen aus Deutschland, Spanien und Portugal umgesetzt.
  • Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage, wie Europa mit den Folgen seiner kolonialen Vergangenheit umgeht. Obwohl koloniale Geschichte die Entwicklung moderner rassistischer Vorstellungen und gesellschaftlicher Ungleichheiten maßgeblich geprägt hat, fehlt dieses Bewusstsein in vielen gesellschaftlichen Debatten noch immer. Zugleich werden die Verbindungen zwischen kolonialer Vergangenheit, gegenwärtigem Rassismus und neo-kolonialen Strukturen häufig nicht ausreichend berücksichtigt.
  • Das Projekt bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven zusammen, um darüber ins Gespräch zu kommen, wie koloniale Kontinuitäten bis heute wirken und wie eine gerechtere Zukunft gestaltet werden kann. Dabei stehen insbesondere die Stimmen von Menschen im Mittelpunkt, die von Rassismus betroffen sind oder sich für eine kritische Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte einsetzen.
  • Langfristig soll das Projekt zu einer inklusiven Erinnerungskultur beitragen, in der die Perspektiven migrantischer und diasporischer Gemeinschaften stärker Gehör finden. Zugleich soll der Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, Bildungseinrichtungen, politischen Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen der Wirtschaft dazu beitragen, gesellschaftliche Polarisierung abzubauen, Rassismus entgegenzuwirken und das Bewusstsein für koloniale und neokoloniale Strukturen zu stärken.
  • Die Vision ist eine europäische Gesellschaft, die ihre koloniale Vergangenheit nicht isoliert betrachtet, sondern ihre Bedeutung für die Gegenwart und für die Beziehungen zum Globalen Süden reflektiert. So soll eine dekoloniale Erinnerungskultur gestärkt werden, die zu mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und gegenseitigem Verständnis beiträgt.

Unsere Partnerorganisationen

Batoto Yetu stärkt junge Menschen afrikanischer Herkunft durch Kultur- und Bildungsarbeit. Mit Tanz, Musik und Storytelling fördert die Organisation kulturelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration und die Sichtbarkeit Schwarzer Geschichte und Perspektiven. 

Mehr Infos findest du hier:

Betato Yetu

Das Forschungszentrum CES beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Kolonialismus und globaler Gerechtigkeit. Ziel des Instituts ist es, Wissen für eine inklusivere und gerechtere Gesellschaft zu schaffen.

Mehr Infos findest du hier:

CES Centre for Social Studies

CONGDCAR ist der Dachverband von 33 Nichtregierungsorganisationen in der Region La Rioja in Spanien, die sich für Menschenrechte, globale Gerechtigkeit und sozialen Wandel einsetzen. Die Organisation verfolgt eine dekoloniale, feministische, antirassistische und ökologische Perspektive und engagiert sich für globale Solidarität sowie den Abbau von Ungleichheiten. 

Mehr Infos findest du hier:

CONGDCAR

FUHEM ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung, die soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit fördert. In ihrer Bildungs- und Forschungsarbeit setzt sie sich mit den historischen und gegenwärtigen Auswirkungen des Kolonialismus auseinander, darunter auch mit Formen des „grünen Kolonialismus“, und verfügt über langjährige Erfahrung in der historischen und politischen Bildung. 

Mehr Infos findest du hier:

FUHEM

Neo Sapiens entwickelt Bildungs- und Austauschprojekte, die interkulturelles Lernen, soziale Teilhabe und persönliche Entwicklung fördern. Besonders junge Menschen werden durch kreative und praxisnahe Lernangebote dabei unterstützt, neue Erfahrungen zu sammeln und sich aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen. Die Organisation setzt sich für globale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung und fairen Konsum ein. 

Mehr Infos findest du hier:

Neo Sapiens

Umfrage

Warst du bereits Teil einer unserer Zukunftswerkstätten? 

Dann nimm bitte an unserer Umfrage teil. Die EU-Survey der Europäischen Kommission dient der Evaluation des Projekts. Die Sprache der Umfrage kannst du oben rechts auswählen. 

Zur Umfrage: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/0e623e8c-08f0-442e-b52a-72fde6b1df52 

Hinweise zur Beantwortung:

  • Reference of the project → 101297871

Die gemachten Angaben werden von der EU-Kommission ausgewertet und fließen unter anderem in die Bewertung der Projektumsetzung ein. Wir bitten daher darum, die Umfrage sorgfältig und verantwortungsbewusst auszufüllen. Vielen Dank für deine Unterstützung! 

Anderson-Sandoval-Ansprechpartner-Templatera

Ich bin für Ihre Fragen da:

Anderson Sandoval
Referent für Auslandsprojekte
sandovalnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 – 674413-58