Das Konzept der Agrarökologie liefert Antworten auf die Frage, wie Lebensmittel so produziert werden, dass sie gut für Menschen und Umwelt sind. Sie zeigt, wie Landwirtschaft und Ernährung nachhaltiger, gerechter und widerstandsfähiger gestaltet werden können. Sie verbindet landwirtschaftliche Praxis, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie das Wissen und die Erfahrungen von lokal ansässigen Bäuerinnen und Bauern, die Lebensmittel produzieren. Agrarökologie ist aber nicht nur eine Form der Landwirtschaft. Sie ist auch eine Bewegung, die einen nachhaltigen Wandel unseres Ernährungssystems fordert. Ziel ist ein Ernährungssystem, das Menschen (gut) ernährt und gleichzeitig Boden, Wasser und Artenvielfalt schützt. Dabei setzt die Agrarökologie unter anderem auf natürliche Kreisläufe, vielfältige Anbausysteme und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. 13 agrarökologische Prinzipien dienen als Orientierung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung.
Fünf dieser Prinzipien finden sich im Spiel wieder. Hast du sie erkannt?

Im Spiel verwandelst du Monokulturen in Mischkulturen. Statt nur einer Pflanzenart, baust du verschiedene Pflanzen auf einer Fläche an. So setzt du das agrarökologische Prinzip der Diversifizierung um. Wenn auf einem Feld nur eine einzige Pflanzenart wächst, können Extremwetterereignisse, Schädlingsbefall oder sinkende Preise schnell schwerwiegende Folgen haben. Unterschiedliche Pflanzen verteilen dagegen die Risiken und können sich gegenseitig im Wachstum begünstigen.
So wird der Anbau widerstandsfähiger und der Boden langfristig geschont.

Als agrarökologisches Prinzip beschreibt die biologische Vielfalt das Vorhandensein unterschiedlicher Pflanzen, Tiere und anderen Lebewesen in einem Ökosystem. Mit den Mischkulturen im Spiel förderst du diese Vielfalt. Unterschiedliche Pflanzen ergänzen und unterstützen sich gegenseitig. So schaffen sie Lebensräume und Nahrungsquellen für viele Arten. Davon profitieren unter anderem auch bestäubende Insekten, die für den Anbau zahlreicher Obst- und Gemüsesorten unverzichtbar sind. Neben der Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft, schützt biologische Vielfalt natürliche Prozesse und sorgt mit dafür, dass ausreichend und ausgewogene Nahrung produziert werden kann.

Was passiert mit einem Apfel, nachdem er vom Baum gefallen ist? In der Natur wird er Teil eines Kreislaufs: Kleinstlebewesen zersetzen ihn und seine Nährstoffe gelangen zurück in den Boden. So entsteht ein Kreislauf der Wiederverwertung. Auch in der Landwirtschaft sollen Ressourcen wiederverwendet werden, damit weniger Abfälle entstehen und weniger neue Ressourcen eingesetzt werden müssen. Im Spiel setzt du dieses agrarökologische Prinzip symbolisch um, indem du die organischen Abfälle sammelst, sie auf den Feldern verteilst und so in einen natürlichen Kreislauf zurückführst. In der realen Landwirtschaft könnten aus den Abfällen durch den Zersetzungsprozess beispielsweise Kompost oder Dünger entstehen.

Die Bananen- und Apfelreste stehen im Spiel stellvertretend für organische Materialien, aus denen Kompost entstehen kann. Kompost trägt zum Aufbau von Humus – der besonders nährstoffreichen obersten Schicht des Bodens – bei. Humus speichert Wasser und Nährstoffe und macht den Boden fruchtbarer. Dadurch können Pflanzen auch Trockenzeiten besser überstehen. So wird ein wichtiges agrarökologisches Prinzip sichtbar: Werden organische Materialien in den Boden zurückgeführt, kann dessen Fruchtbarkeit und Resilienz langfristig erhalten und verbessert werden.

Das Spiel kann alleine oder mit anderen gespielt werden. Wenn ihr zusammenspielt, könnt ihr euch austauschen und Herausforderungen gemeinsam lösen. Auch das ist ein Prinzip der Agrarökologie: Durch Zusammenarbeit und den Austausch von Erfahrungen können Menschen gemeinsam Lösungen für einen nachhaltigen Wandel des Ernährungssystems entwickeln. Nicht nur Menschen profitieren voneinander. Auch in der Landwirtschaft hat Zusammenarbeit positive Effekte: Unterschiedliche Pflanzen, Tiere und andere Bestandteile eines Ökosystems unterstützen sich gegenseitig. So wird sowohl die Lebensmittelproduktion als auch der Schutz von Klima und Artenvielfalt gefördert.

Ich bin für Ihre Fragen da:
Dominik Groß
Referent für Menschenrechte und Klimaschutz in Agrarlieferketten
gross@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-43
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen