Kleidung

Fairplay auch für Arbeiter*innen! Menschenrechte und die Sportindustrie

Nicht nur Modeunternehmen sondern auch Sportartikelfirmen beuten Textilarbeiter*innen über ihre Zulieferbetriebe systematisch aus. Besonders zeigt sich das bei Großveranstaltungen wie der WM 2022.

Im Vorfeld zur WM produzieren Näher*innen z.B. in Zulieferbetrieben von Adidas Millionen von Trikots und andere Fanartikeln. Oftmals unter gnadenlosem Preisdruck und zu Hungerlöhnen. Fußballstars wie Lionel Messi hingegen verdienen mit Sponsoring-Verträgen jährlich Millionen. Was, wenn der Star einmal mit einer Näherin tauschen würde? Genau das passiert in unserem neuen Kampagnenvideo.

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Die Sportindustrie und die Trikotmacher*innen

Die Fußball-WM ist 2022 alleine schon wegen der zahlreichen Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle besonders unter den Wanderarbeiter*innen, die für den Bau der Veranstaltungsorte nach Katar kamen, sehr umstritten. Hierdurch sind würdige Arbeitsbedingungen in der Sportindustrie global neu in den Fokus gerückt.

Auch außerhalb von Katar sind unwürdige Arbeitsbedingungen Alltag: als Bestandteil des Produktionssystems von Trikots und Co., das eng mit der Abwicklung von Großveranstaltungen wie Weltmeisterschaften verwoben ist. Seit Jahrzehnten setzt sich die CIR für Näher*innen in Mittelamerika ein, die für große Bekleidungshersteller arbeiten, darunter auch Sportartikelhersteller. Da diese unter anderem die Produktionskosten so niedrig wie möglich halten möchten, um hohen Profit zu machen, erhalten Arbeiter*innen nur einen Bruchteil des Geldes, das die Kund*innen für die fertigen Artikel bezahlen. Zudem mussten viele Arbeiter*innen  während der Pandemie Lohnausfälle hinnehmen. Die Näher*innen, die aufgrund obszön niedriger Löhne ohnehin schon in Armut leben, haben sich dadurch hoch verschuldet oder sind obdachlos geworden. Adidas beispielsweise hat Löhne und Abfindungen vor allem während der Pandemie unter anderem in Kambodscha und El Salvador nicht ausgezahlt und damit ganze Familien in Not gebracht. Die Sportartikelindustrie hingegen boomt und zahlt immer höhere Summen an die Profisportler*innen, die für ihre Marken werben.

Eine Fußballweltmeisterschaft verschärft die bereits extreme Arbeitsbelastung und den Druck auf die Arbeiter*innen. Wir fordern: Fairplay auch für Arbeiter*innen! Die Sportartikelindustrie muss Löhne und Abfindungen sicherstellen und Arbeitsrechte respektieren.

Protest gegen die WM 2022 und unwürdige Arbeitsbedingungen: Welche Initiativen gibt es?

#PayYourWorkers

Die Clean Clothes Campaign (CCC) macht sich als Bündnis von über 230 Organisationen, darunter auch die CIR, mit der Kampagne #payyourworkers auf globaler Ebene für eine faire Bezahlung und würdige Arbeitsbedingungen stark.
Mehr Infos und Materialien unter: https://www.payyourworkers.org/action

Boycott Qatar 2022 (BQ2022)
Fußball unterliegt kommerziellen Tendenzen. Deren Grenzen wurden und werden immer erweitert, und in gewisser Weise müssen der Fußball und seine Fans damit leben. Doch die viel zitierte „rote Linie“ ist mit der WM 2022 in Katar deutlich überschritten. Zahlreiche Faninitiativen rufen daher auf, praktische Zeichen zu setzen. Das Ziel ist es, das lukrative Zusammenspiel zwischen FIFA, Sponsor*innen und autokratischen Regimes zu stören. Mehr Informationen und Materialien unter: www.boycott-qatar.de

Back2Bolzen Logo

#Back2Bolzen

Die Schalker Fan-Initiative e.V. trägt mit der Kampagne #Back2Bolzen zur aktiven Gestaltung des Fan-Boykotts der WM bei. Ziel der Aktion ist, dass möglichst viele Menschen, Gruppen und Vereine vor allem an den Spieltagen der WM 2022 (21. November – 18. Dezember 2022) selbst aktiv werden, anstatt sich die Spiele im Fernsehen anzusehen: indem sie selbst Fußball spielen oder Menschen, die spielen, unterstützen, mit ihnen feiern und Freude am Spiel haben. Dazu organisieren alle Interessierten an ihren Standorten Spiele oder Turniere, ob klein oder groß, ob auf der Straße, dem Bolzplatz oder in einer Halle, ob mit wenigen oder mit ganz vielen. Notfalls auch TippKick-, Kicker-Turniere oder E-Sport. Auch Trainingsspiele vor der WM, vielleicht während der Länderspiele, können Teil von #Back2Bolzen werden. Macht mit. Engagiert euch. Spielt Fußball! Mehr Infos uns Materialien unter: https://www.back2bolzen.de/

Was kann ich tun?
  • An Kampagnen teilnehmen: sowohl #BoycottQatar2022, als auch #Back2Bolzen und #PayYourWorkers bieten viele Gelegenheiten, vor Ort aktiv zu werden! Wie genau, lest ihr z.B. in unserer Broschüre „Moral im Abseits“. Hier gibt es außerdem didaktische Materialien, die sich mit der Familie, Freunden oder Schulklasse ausprobieren lassen.
  • Mithilfe unserer Materialien wie dem Mini-Magazin „Unhaltbar“ und dem neuen Aktionssticker aufklären und ein Zeichen setzen!
  • Unsere Aktivitäten auf den CIR-Social-Media-Kanälen (Instagram, Facebook und Twitter) beobachten und unser Video zur #PayYourWorkers-Kampagne und weitere Materialien teilen
  • Auf Labels, Herkunft und Produktionsbedingungen der Sportartikel achten: Das ist bei Lebensmitteln schon teilweise üblich. Manche Sportvereine werben bereits mit nachhaltigen Merchandise-Artikeln. Aber Vorsicht vor Greenwashing! Verbraucher*innen sollten sich hier genau informieren, zum Beispiel mithilfe unseres Wegweisers durch das Label-Labyrinth.

Porträt von Sandra Dusch Silva

Ich bin für Ihre Fragen da:

Sandra Dusch Silva
Referentin für nachhaltige Lieferketten und Kleidung
duschnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 030 - 41723800