e EU-Wahlen als Chance für gerechtere Agrarpolitik - Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)

Agrar

Chance für Veränderung: EU-Wahlen haben Schlüsselrolle für eine gerechtere und zukunftsfähige Agrarpolitik

Vom 6. bis 9. Juni ist Europa-Wahl und Sie können mitbestimmen! Insbesondere der Klimawandel und seine Folgen werden unser Leben künftig maßgeblich beeinflussen. Einen großen Anteil daran hat die Agrarindustrie.

Quelle: Canva

Globale Herausforderungen und Probleme gehen uns alle an und können nur gemeinschaftlich gelöst werden. Die EU ist für Deutschland sehr wichtig. Entscheidungen, die auf EU-Ebene getroffen werden, müssen in Mitgliedsstaaten wie Deutschland umgesetzt werden. Mit Ihrer Stimmabgabe bei der Europawahl können Sie deshalb mitentscheiden, wie die EU künftig globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Migration oder Hungersnöten begegnen soll und muss.

Das EU-Lieferkettengesetz ist da, nun muss die GAP reformiert werden!

In der Vergangenheit haben Sie sich bereits gemeinsam mit uns für ein EU-Lieferkettengesetz stark gemacht, welches kürzlich verabschiedet wurde! Unsere Arbeit umfasst aber noch mehr Themen, auf die die EU-Politik starken Einfluss hat: Seit 1962 gibt es die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), deren ursprüngliches Ziel es war, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Entwicklung der ländlichen Gebiete in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zu fördern. Die GAP gibt der EU-Kommission die Befugnis, Rahmenbedingungen für die Agrarpolitik aller Mitgliedsstaaten festzulegen, wobei in der Regel alle fünf Jahre eine Reform stattfindet. Sie beansprucht ein Drittel des EU-Budgets und die Art und Weise, wie dieses Geld ausgegeben wird, hat weitreichende Folgen. Doch leider ist die aktuelle Ausgestaltung der GAP weit entfernt davon, ökologische und soziale Kriterien ausreichend zu berücksichtigen. Das wiederum ist aber ein zentraler Dreh- und Angelpunkt, damit die Agrarindustrie nicht weiter Menschen ausbeutet und durch massive Umweltzerstörung den Klimawandel vorantreibt. Stattdessen verstärkt die derzeitige Politik systemische Probleme, beispielsweise durch flächengebundene Subventionen, die das Agrobusiness begünstigen und über die Förderung der Biodiversität und kleinbäuerliche Betriebe stellen.

Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger und sozial gerechter werden

Zuletzt hat das EU-Parlament im sogenannten “Dringlichkeitsverfahren” Umweltregeln aus der GAP für die Landwirtschaft vom Tisch gefegt. Zuvor war drei Jahre lang ein Kompromiss verhandelt worden. In nur sechs Wochen wurde dieser Kompromiss zerschmettert: Das geschah ohne öffentliche Konsultation, ohne Folgenabschätzung und ohne Debatte im Parlament! Es wird deutlich: Unser derzeitiges Ernährungssystem ist weder sozial gerecht noch ökologisch nachhaltig. Deshalb ist eine agrarökologische Landwirtschaft unsere Vision für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswende, die nachhaltig und gerecht ist!

Das sind unsere Forderungen für eine nachhaltige und sozial gerechte Agrarpolitik

Die kommende EU-Legislaturperiode ist für die Agrarpolitik entscheidend, unter anderem für die Ausgestaltung der nächsten GAP. Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern wir von der EU-Politik unter anderem:

  • Im Einklang mit ihrem Ziel, die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft in der EU zu sichern, sollte die künftige GAP-Reform ihr gesamtes Budget für den Erhalt von Umweltleistungen, die Eindämmung des Klimawandels und den Aufbau sozial und global gerechter landwirtschaftlicher Ernährungssysteme nach dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Güter“ einsetzen./li>
  • Agrarsubventionen müssen gerechter verteilt werden, damit sie kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben zugutekommen und nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken fördern.
  • Die GAP und andere relevante Politiken müssen einem transparenten und offenen Entscheidungsfindungsprozess unterliegen, der ausdrücklich die Beteiligung von Landwirt*innen, Landarbeiter*innen, Fischer*innen, Viehzüchter*innen und anderen Lebensmittelerzeuger*innen, die zur Agrarökologie beitragen, vorsieht.
  • Einen konkreten Maßnahmenplan, der den Zugang zu frischen, lokalen und gesunden Lebensmitteln für alle Bürger*innen sicherstellen muss, wobei deren Grundlagen nachhaltig erzeugt werden, geringe Umweltauswirkungen haben und für alle Menschen sozio-kulturell akzeptabel und wirtschaftlich erschwinglich sind.
  • Best Practices aus dem Globalen Süden zur Umsetzung der Agrarökologie zeigen das Potenzial für den Aufbau lokaler und widerstandsfähiger Ernährungssysteme. Bei der Formulierung politischer Maßnahmen zur Umsetzung der Agrarökologie sollte die EU Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen aus dem Globalen Süden, die nach agrarökologischen Kriterien anbauen bzw. dazu forschen, konsultieren, um auf vorhandenes Wissen und Erfahrungen zurückgreifen zu können.

Und was macht die Romero Initiative, um die Agrarwende voranzubringen?

Mit Beginn der neuen Legislaturperiode des EU-Parlaments steht die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir werden weiter aktiv bleiben, um unsere Vision einer agrarökologischen Landwirtschaft voranzutreiben und die politischen Prozesse mitzugestalten. Bereits im Januar berichteten wir über unser Engagement bei der jährlichen „Wir haben es satt“-Demonstration in Berlin. Auch in Münster gehen wir auf die Straße, um auf lokaler Ebene auf die Krisen des globalen Ernährungssystems aufmerksam zu machen, regionale Erzeuger*innen zu unterstützen und die lokale Politik in die Verantwortung zu nehmen. Im Herbst werden wir zudem mit dem oben genannten Positionspapier und unseren Visionen und Forderungen an die gewählten EU-Vertreter*innen treten, um Einfluss auf die Ausgestaltung der Agrarpolitik zu nehmen. Gleichzeitig werden wir in einem neuen Factsheet die positiven Effekte und praktischen Herausforderungen agrarökologischer Prozesse sichtbar machen.

Ist auch Ihnen, liebe Leser*innen, die sozial-ökologische Wende ein ebenso wichtiges Anliegen wie uns? Dann haben Sie am 9. Juni bei der Europa-Wahl die Gelegenheit, eine Partei zu wählen, die sich für eine zukunftsfähige und gerechte Agrarpolitik einsetzt!



Ein nachhaltiges Europa wählen

Mehr dazu, warum die kommende EU-Wahl das Ernährungssystem reformieren könnte und wie, findet ihr auf der Kampagnenwebseite von „Good food. Good farming“. Jetzt unterstützen!


Im Juni 2024 stehen die EU-Wahlen an. Europa hat die Macht, unser kaputtes Lebensmittelsystem zu ändern. #VoteFutureEU
Die Natur kann nicht abstimmen, aber ihr schon! Wie das geht, erfahrt ihr hier. Außerdem könnt ihr euch mit einer interaktiven Anzeigentafel zeigen lassen, welche Politiker*innen euer Anliegen einer nachhaltigen und fairen Agrarwende unterstützen und wer eher nicht.

Unterstützt die „Good food. Good farming“-Kampagne für ein faires und nachhaltiges Ernährungssystem. HIER geht’s zur Webseite.

Ansprechpartner_Dominik_Gross

Ich bin für Ihre Fragen da:

Dominik Groß
Referent für Menschenrechte und Klimaschutz in Agrarlieferketten
grossnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-43