Kleidung

Fast Fashion

Desaster für Menschen und Umwelt

Foto: ©VadimGuzhva (stock.adobe.com)

Todschicke Kleidung – zu welchem Preis?

Noch nie wurde so kompromisslos auf den niedrigsten Preis gesetzt – mit aktuellen Modetrends und ständig wechselndem Sortiment: Längst haben wir uns daran gewöhnt alle paar Tage neue Lieferungen in den Geschäften zu finden. Zara bringt zum Beispiel 24 neue Kollektionen pro Jahr in die Läden, H&M zwischen 12 und 16. Die schnelllebigen Trends gibt es außerdem zum Schnäppchenpreis.
Der Begriff Fast Fashion bezieht sich vor allem auf diese stark erhöhte Zahl von Kollektionen. Damit einher geht das rasant schnelle Kopieren neuester Modetrends zu niedrigsten Preisen. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Bekleidungsproduktion mehr als verdoppelt! Und die Industrie wächst weiter. Angeführt wird der Fast Fashion Markt vom schwedischen Riesen H&M mit einem Jahresumsatz von über 20 Milliarden US-Dollar, Inditex (Zara) setzt inzwischen fast genauso viel um. Und auch Primark verzeichnet immerhin schon 7,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.

Der Trend von heute ist der Müll von morgen.

60 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Bekleidungsindustrie. Pro Jahr werden über 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Deutschland importiert für 43,6 Milliarden Euro Kleidung. 90% kommen aus nichteuropäischen Ländern wie China, Türkei und Bangladesch. Bereits heute kauft jede*r Deutsche laut Statistik sechzig neue Kleidungsstücke pro Jahr, also mehr als einen Artikel pro Woche: Tendenz steigend. Im Durchschnitt tragen wir ein Kleidungsstück ganze vier Mal, bevor wir es aussortieren. Als Folge des Fashion Booms landen rund eine Million Tonnen Altkleider jährlich auf der Müllhalde und in Altkleidercontainern.
Die Fertigungszyklen der wechselnden Trends werden immer kürzer, die Lieferfristen immer knapper kalkuliert. Die Fabrikbetreiber im globalen Süden und Osten tragen das volle Risiko für Qualität und Lieferfrist. Dies bekommen vor allem die Näher*innen zu spüren. Massive Arbeitsrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Sie stehen unter extrem hohem Zeit- und Leistungsdruck. Unbezahlte Überstunden gehören zum Alltag. Preiskonkurrenz und ein geringer Verhandlungsspielraum über Preis und Lieferfrist verstärken diese Probleme.

Desaster für die Umwelt

Auch ökologisch hat das Konzept “Fast Fashion” katastrophale Auswirkungen. Über 70% unserer Kleidung besteht aus billigen Synthetikfasern. Beim Waschen gelangen kleine Teile in Abwässer und Meere. Die Stoffe sind nur schwer zu recyceln, denn die Fasern eignen sich nicht zur Herstellung neuer Kleidung. Aber auch die Ökobilanz eines Baumwoll-T-Shirts ist verheerend. Um ein Kilo Baumwolle herzustellen werden rund 15.000 Liter Wasser benötigt! Auf ein T-Shirt gerechnet macht das 22.500 Liter. Dazu kommt ein Kilo umweltschädlicher Chemikalien, die für die Herstellung benötigt werden und acht bis neun Kilo CO2 für Produktion und Wäsche eines T-Shirts. Eine massive Umweltbelastung!
Darüber möchten wir in unserer Kampagne zur Schnellen Mode, “Fast Fashion”, sensibilisieren.

Lies mehr und streue die Infos über Fast Fashion!

Das Logo der Kampagne für Saubere Kleidung

Wir haben intensive Kontakte in die Arbeitsrechts-Bewegung in Mittelamerika. Sie führen für uns auf vertrauenswürdiger Basis Recherchen durch, die uns als Grundlage für unsere Kampagnen- und Bildungsarbeit dienen. Über das Bündnis Kampagne für Saubere Kleidung (international: Clean Clothes Campaign) streuen wir brisante Fälle aus Mittelamerika, greifen Aktionen aus dem weltweiten Netzwerk auf und bündeln unsere Kräfte im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Porträt von Maik Pflaum

Ich bin für Ihre Fragen da:

Maik Pflaum
Referent für El Salvador, Kleidung, Spielzeug
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Foto: Maren Kuiter

Ich bin für Ihre Fragen da:

Isabell Ullrich
Referentin für Presse, Kleidung
ullrichnoSpam@ci-romero.de
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