Öffentliche Beschaffung

Auf die richtigen Nachweise kommt es an

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Nachweise bei der öffentlichen Beschaffung glaubwürdig und rechtssicher sind. Außerdem finden Sie Informationen, wie Sie diese in Ausschreibungen fordern können.

Die Frage nach den glaubwürdigen Nachweisen für die Einhaltung von Sozialstandards ist der Dreh- und Angelpunkt einer sozial verantwortlichen Beschaffung. Die Lieferketten von Produkten sind oft komplex und intransparent. Gerade deshalb ist es zentral, dass Unternehmen nicht nur behaupten, dass sie sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder einen fairen Handel ihrer Produkte einsetzen. Sie müssen auch glaubwürdig und nachvollziehbar nachweisen können, dass sie effektive Maßnahmen in ihren Lieferketten ergreifen.
Derzeit geben sich leider noch viele öffentliche Vergabestellen mit bloßen Unterschriften auf vorgefertigten Formularen zufrieden, mit denen die Unternehmen z. B. die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen garantieren. Diese so genannten Eigenerklärungen geben aber keine Auskunft darüber, ob und wie Unternehmen Arbeits- und Menschenrechte umsetzen und kontrollieren.
Doch welche Nachweise sind tatsächlich glaubwürdig? Wir unterscheiden grundsätzlich folgendermaßen:

Glaubwürdig


  • Mitgliedschaften bei sog. Multistakeholder-Initiativen (MSI), bei denen neben Unternehmen auch Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt sind. Ein Beispiel ist die Fair Wear Foundation (FWF) im Bereich Textilien.
  • Bestimmte Produktsiegel wie z.B. Fairtrade oder GOTS.
  • Zielführende Maßnahmen: Informationen im Leitfaden „Sozial gerechter Einkauf jetzt!“.
  • Berichte zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten: weitere Informationen im Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

  • Wenig glaubwüridg


  • Business-Initiativen, bei denen nur Unternehmen die Standards setzen
  • Verhaltenskodizes für die Lieferketten der Unternehmen (Code of Conducts)
  • Eigenerklärungen

  • Orientierung im Labeldschungel?

    Die Zahl der Gütezeichen und Nachhaltigkeitsinitiativen steigt ständig an. Für viele Beschaffer*innen ist es deshalb nicht einfach, den Überblick zu behalten. Wir haben daher ein Bewertungssystem entwickelt, nach denen wir Gütezeichen im Bereich Bekleidung und Nahrungsmittel in den Kategorien Ökologie, Soziales und Glaubwürdigkeit bewerten.
    Hier finden Sie den „Wegweiser durch das Labellabyrinth“ mit unseren Bewertungen von fast hundert Gütezeichen:

    Vergaberechtsreform bringt Fortschritt für die sozial verantwortliche Beschaffung

    Seit der Vergaberechtsreform auf Bundesebene ist es nach § 34 VgV rechtlich möglich, bestimmte Gütezeichen oder Initiativen wie z.B. die Fair Wear Foundation zu fordern. Wir empfehlen Ihnen aber trotzdem, die dahinterliegenden Kriterien aufzulisten, die Sie sich nachweisen lassen wollen. So ist für Unternehmen nachvollziehbar, worauf es Ihnen ankommt und welche Nachweise ggf. vergleichbar sind.

    Porträt von Christian Wimberger

    Ich bin für Ihre Fragen da:

    Christian Wimberger
    Referent für öffentliche Beschaffung, Rohstoffe
    wimbergernoSpam@ci-romero.de
    Telefon: 0251 - 674413-21

    Foto: Maren Kuiter

    Ich bin für Ihre Fragen da:

    Tabitha Triphaus
    Referentin für Beschaffung, fairen Handel
    triphausnoSpam@ci-romero.de
    Telefon: 0251 - 674413-20